Born From PainTourdaten, Tickets, Interviews, Tonträger

Nächster Termin:

07.10.2016
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Bewertung:
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Genre

Metal, Punkrock/Hardcore

Shows

565 Shows in 332 Städten / 23 Ländern

Zeitraum

08.01.2000 - 14.10.2016

Letzte Show

21.05.2016 - DE-Herborn, Junge Bühne - Hessentag

Nächste Show

07.10.2016 - DE-Darmstadt, Krone

Booking

Tourdaten

Archiv
Okt.
7
2016
Freitag Tickets Tickets Tickets
Festival - Punkrock/Hardcore
 
Okt.
7
2016
Freitag Tickets Tickets Tickets
Festival - Punkrock/Hardcore
 
Okt.
14
2016
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Festival - Punkrock/Hardcore
 
Okt.
14
2016
Freitag Tickets Tickets Tickets
Festival - Punkrock/Hardcore
 

Tonträger bei finestvinyl

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BORN FROM PAIN - DANCE WITH THE DEVIL | LP

Limitiertes Vinyl! Born From Pain wurde 1997 in Heerlen gegründet. Die erste Veröffentlichung sollte aber noch bis 1999 dauern. Da erschienen eine erste Demo mit 2 Tracks auf Vinyl. 2001 folgte dann die erste Single namens Immortality. Im Jahr 2002 erschien das erste Album Reclaiming the Crown der Band, welches 10 Titel enthielt und in der Fachwelt begeistert aufgenommen wurde. Es folgte eine Tour mit den Metalcoreveteranen von Hatebreed und spätestens nach der Veröffentlichung des zweiten Albums Sands of Time 2003 war klar, dass hier eine neue gute Band das internationale Parkett betreten hat. Es folgten Touren mit Terror und Madball. Nun folgten Touren in den USA und Japan. Mit der Veröffentlichung des Longplayers In Love With The End 2005 gelang der Band der Durchbruch. Es folgte die erste Headlinertour und man war Vorband für Größen wie Six Feet Under, Soulfly, Agnostic Front und Napalm Death. Seit der Veröffentlichung des letzten Albums befindet sich die Band beinahe ununterbrochen auf Tour. Allerdings fanden sie etwas Zeit ihren neuen Longplayer einzuspielen. Besonders der Sommer 2006 war dahingehend erfolgreich, dass man auf Europas größten Festivals spielte. Dem Wacken Open Air, dem Earthshaker und dem With Full Force. Vom 4. bis zum 14. Dezember 2008 tourte die Band im Rahmen der "Persistence Tour 2008" zusammen mit Sick Of It All, Heaven Shall Burn, Terror und einigen anderen durch Europa. Am 28.November wird weltweit "Dance With A Devil" erscheinen, was laut Aussage der Band wieder zurück zu den brutalen Roots geht.
 
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BORN FROM PAIN - RECLAIMING THE CROWN | LP

 
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BORN FROM PAIN - RECLAIMING THE CROWN (SPLATTER) | LP

 
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BORN FROM PAIN - THE NEW FUTURE | LP

 

Interviews

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BORN FROM PAIN - Old School in die Fresse

Im Frühsommer 1997 gründete sich BORN FROM PAIN aus den Mitgliedern der glorreichen Bands FEEDING THE FIRE, POINT OF NO RETURN, BACKDRAFT und WHEEL OF PROGRESS. Bereits wenige Monate danach ließen sie ihren brachialen energiegeladenen Sound auf den ersten Gigs auf die Menschheit los. Die rohen und ungeschliffenen Songs mit ihren von Wut und Frustration handelnden Texten haben sich von Release zu Release ständig weiterentwickelt, aber keineswegs hat sich die Formation zu sehr von ihren Ursprüngen entfernt. Immer noch spielen sie einen rauen und aggressiven Hardcore, welcher mich seit ihrer ersten MCD „Immortality“ gefesselt hat. Kaum eine andere Band hat das In-Your-Face-Feeling so verinnerlicht wie die fünf Jungs von BORN FROM PAIN. In diesem Jahr wechselten BORN FROM PAIN von Gangstyle Records, auf dem sie ihre ersten Veröffentlichungen hatten, zu Metal Blade Records. Der Wechsel brachte neben dem Erscheinen des aktuellen Albums „In Love With The End“ noch einen weltweiten Plattenvertrag mit sich. Im Moment befinden sich die fünf Jungs auf Tour durch Europa mit dem Metal-Urgestein SIX FEET UNDER. Die Band hatte bis zu diesem Erfolg, der sich in den letzten Jahren einstellte, einen langen Weg zurückgelegt, auf dem eins sich nie geändert hat: Es werden Unmengen an Shows, Festivals und Touren gespielt unter anderem mit HATEBREED und MADBALL. Und so habe ich die Gelegenheit ergriffen habe, ein Interview mit Bassist Rob Franssen und Gitarrist Karl Fieldhouse zu machen.Anfang des Jahres seid ihr von Gangstyle Records (GSR) zu Metal Blade Records gewechselt. Wie kam es dazu?Karl: Seit Mitte 2004 wurde uns von viel größeren Labels Interesse signalisiert, und es erschien uns ganz normal, diesen nächsten Schritt zu einem Label zu machen, das mehr für uns tun konnte, und es uns ermöglichte, ein größeres Publikum als vorher zu erreichen, wegen des besseren Vertriebs und besserer Kontakte usw. Wie ich schon sagte, hatten wir zahlreiche Angebote, aber Metal Blade fanden wir aufgrund vieler Faktoren am Besten. Theo und GSR standen 100% hinter unserem Wechsel und unterstützten uns vom ersten Tag an, als wir ein neues Label in Betracht zogen. Alles läuft wirklich gut mit Metal Blade, und wir sehen überall in den verschiedenen Bereichen viele Verbesserungen, vom Vertrieb zur Promotion, zu Tour-Angeboten usw. Wir fühlen uns bei ihnen wohl in der Hinsicht, wie alles läuft. Ich bin aber nicht sicher, ob ich bestimmte Erwartungen habe, eher die Hoffnung, dass wir das, was wir schon erreicht haben, übertreffen können und weiter vorankommen.Auf dem aktuellen Album „In Love With The End“ ist der Metaleinfluss auf die Songs größer geworden. Ist das durch euer neues Label bedingt oder liegt dem eine persönliche Entwicklung zu Grunde?Karl: Es hat nichts mit Metal Blade zu tun, für mich ist es eine sehr natürliche Entwicklung. Als ich diesmal die Songs schrieb, gab es keine wirklichen Einschränkungen. Sicher mussten die Songs in das BORN FROM PAIN-Schema passen, aber ich denke, wir haben die Grenzen mit „In Love With The End“ wesentlich erweitert, und das ermöglichte auch, immer mehr Kreatives für das nächste Album zu tun. Ich bin wirklich glücklich mit dem Album, und dass wir es geschafft haben, unseren Sound weiter zu entwickeln und nicht die vorherigen Alben einfach kopiert haben. Es ist wunderbar, dass auf dem Album vieles anders ist, und gerade so viel beim Alten geblieben ist, um uns wieder zu erkennen.Derzeit erlebt Metalcore ja einen riesigen Boom, nicht nur durch amerikanische Bands, sondern auch europäische Bands wie euch, DESTINY und CALIBAN.Karl: Im Moment gibt es einen Metalcore-Boom, weil es einfach überall eine Menge verdammt guter Bands gibt und die Medien dem eine größere Aufmerksamkeit schenken. Viele der Bands, die man jetzt gerade aufsteigen sieht, haben das schon eine lange Zeit gemacht, die meisten von ihnen sieben oder acht Jahre. Bands wie uns, CALIBAN, KILLSWITCH ENGAGE, UNEARTH, CATARACT, HEAVEN SHALL BURN oder GOD FORBID gibt es schon seit einiger Zeit, daher kommt es nicht so plötzlich, wie die Leute vielleicht denken. Es gab immer Kids, die wussten, was diese Bands machten, nur ist es jetzt nicht mehr so isoliert, wie es einmal war.Und inwieweit zeigt sich diese Metal-Lastigkeit bei den Kids, die zu euren Shows kommen?Karl: Ich bin nicht sicher, ob das irgendwelche Auswirkungen auf die Kids hat. Wir hatten immer einen großen Querschnitt von Kids bei unseren Shows, ob nun HC, Metal, Punk, Nu-Metal, Alternative usw. Das war niemals etwas, was uns Sorgen gemacht hat, und wir sind äußerst glücklich, dass wir ein Publikum haben, das alle Arten von Musik liebt. Wir wollen niemanden von unseren Shows ausschließen, jeder ist willkommen.Auf Viva läuft das Video von „Rise or die“, und man findet euch in diversen Rock-Charts wieder. Was haltet ihr von dieser Entwicklung?Karl: Ich glaube, es ist die beste Sache überhaupt, mehr Leute zu erreichen und für mehr Leute zu spielen und zu wachsen. In der HC-Szene hast du Bands, die nur für eine bestimmte Sorte von HC-Kids spielen wollen. Das macht für mich keinen Sinn. Natürlich wünschen wir uns, so viele unterschiedliche Kids wie möglich zu erreichen.Eure Lyrics sind seit „Sands Of Time“ sehr düster und pessimistisch. „In Love With The End“ führt diese textliche Tradition weitert. Warum setzen sich eure Lyrics mit diesen negativen Themen auseinander?Rob: Weil ich glaube, dass die Welt nicht nur aus Freude und Glück besteht. Wir versuchen, die beschisseneren Seiten des Lebens heraus zu stellen, sowohl privat als auch gesellschaftlich. Aggressive Musik geht mit einer aggressiv-enttäuschten Stimmung einher, das drücken wir durch unsere Lyrics aus.Rob, du hast bereits in vielen anderen mehr oder weniger bekannten Bands gespielt wie POINT OF NO RETURN, FEEDING THE FIRE, BACKDRAFT und WHEEL OF PROGRESS. Was hat diesen Bands gefehlt, um den Erfolg zu haben, den du jetzt hast, und welche Erfahrungen haben zu deinem jetzigen Erfolg beigetragen?Rob: Diese Bands habe ich nicht so ernsthaft betrieben. Ich war viel jünger, als ich in diesen Bands spielte und viel unerfahrener. Mit einigen dieser Bands rutschte ich in eine Richtung, in die ich nicht wollte, was nicht sehr hilfreich war. BORN FROM PAIN ist da, wo es jetzt ist, weil wir mit der Band das machen, was wir am liebsten machen; harten, aggressiven metallischen Hardcore spielen und erzählen, was alles beschissen ist. Ich habe daher eine viel klarere Sicht darauf, wohin wir mit der Band kommen wollen.
 
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BORN FROM PAIN - The war is on!

Das vierte Studioalbum "War" der Holländer BORN FROM PAIN ist bei Erscheinen dieses Hefts schon ungefähr seit zwei Wochen auf dem Markt. Obendrein werden BFP zusammen mit NAPALM DEATH auch hierzulande ein paar Konzerte spielen. Die aktuelle Scheibe, das anstehende Bandjubiläum, Politik und die immer mehr voranschreitende Verschmelzung des Metal- und Hardcore-Lagers, natürlich durch Metalcore und der Wechsel zu Metalblade Records, waren für mich mehr als Anlass genug, dem sympathischen Gitarristen Karl mal auf den Zahn zu fühlen.Karl, erst mal Gratulation zu eurem neuen Album "War". Es ist mal wieder typisch BORN FROM PAIN und, ehrlich gesagt, heavy as fuck. Vielen Dank! Ich liebe es auch.Vier Full-Length-Alben in zehn Jahren, das ist nicht gerade viel. Ist es so wichtig für euch, ein neues Album immer auf dem höchsten Level einzuspielen und deswegen dauert das so lange, oder seid ihr einfach die meiste Zeit auf Tour und könnt nicht ins Studio?Nun, die Band gibt es schon seit zehn Jahren, das stimmt, aber das erste Full-Length-Album erschien ja erst im Jahr 2000. Das bedeutet, es sind eigentlich vier Alben in sechs Jahren. Also alle anderthalb Jahre ein neues Album und das ist sehr gut, denke ich. Davor hatten wir ja noch eine MCD und eine Split-7" draußen, aber wie du schon erwähnt hast, ist es uns natürlich immer wichtig, das Beste aus jedem neuen Album herauszuholen. Ich finde, das haben wir auch immer geschafft, speziell jetzt mit "War". Es ist für mich eindeutig unser stärkstes Album. Es ist zwar manchmal hart, Texte zu schreiben, während man ständig auf Tour ist, aber wir finden immer einen Weg, alles unter einen Hut zu bekommen."In Love With The End" war euer drittes Album. Ich glaube daran, dass sich mit dem dritten Album einer Band der weitere Werdegang entscheidend prägt und meistens auch ändert. Wie war denn die Reaktion der Fans seitdem? Kamen deutlich mehr dazu? Und vor allem, kannst du diese Meinung mit mir teilen beziehungsweise stimmst du mir zu?Ich denke eher, dass jedes Album, das du herausbringst, von entscheidender Bedeutung ist, denn du bekommst oft keine Chance für einen zweiten Eindruck. Ich stimme dir also nicht zu, dass das dritte Album den weiteren Weg einer Band entscheidend beeinflusst. Wenn du schon ein schlechtes erstes Album machst, dann wollen die meisten das zweite und dritte Album schon gar nicht mehr hören, auch wenn es noch so ein Killer geworden ist. Manche Bands machen auch erst mit dem vierten oder fünften Album etwas richtig Gutes und bekommen so plötzlich einen Karriereschub. Ich denke, dass es viel wichtiger ist, jedes einzelne Album nach seinem individuellen Charakter zu bewerten und das tun wohl die meisten Leute. Als dann "In Love With The End" erschien, war die Resonanz überwältigend. Da haben auf einen Schlag eine ganze Menge Leute mitbekommen, dass es uns gibt. Ich meine, sobald wir auf unseren Konzerten Songs wie "Rise or die" oder "The new hate" spielen, drehen die Kids total ab. Von daher hast du Recht, dass "In Love With The End", unser drittes Album, uns schon sehr viel geholfen und weitergebracht hat. Ebenso wird es mit "War" sein. Unsere alten Fans werden den neuen Stoff lieben. Die Kritiker, die unsere Entwicklung nicht verstehen und immer wollen, dass eine Band so klingt, wie auf ihrem ersten Album, verstehe ich nicht. Was bringt es denn dann, ein neues Album zu schreiben? Wir haben jetzt vier Alben mit jeweils mindestens zehn Songs zur Auswahl, um sie live zu spielen. Da wäre es doch schlimm, die einzelnen Songs nicht nach ihrem individuellen Charakter bewerten zu können, weil alles gleich klingt.BFP war nie eine Band, der es nur um den Style ging und den neuesten Trend. Diese Attitüde ist ja auch deutlich auf eurem neuen Album zu spüren. Ich finde aber auch, dass die ganze Grundstimmung des Albums düsterer ist als sonst. Siehst du das genauso?Ich stimme dir in jedem Fall zu! Wir waren wirklich nie eine Band, die Trends hinterhergelaufen ist. Wir haben immer das gemacht, was wir wollten, auf einem musikalischen Level und dem, was BORN FROM PAIN sind und waren. Manchmal erweitern wir den Level über seine Grenzen hinaus ein wenig, manchmal sind die Grenzen starr. Aber immer klingt es nur nach uns. Ich denke auch, dass die Grundstimmung düsterer ist, was natürlich auch am Titelthema "Krieg" liegt. Die Musik ist für mich dieses Mal aber auch viel emotionaler, pulsiert regelrecht an einigen Stellen und atmet, bevor wir es wieder krachen lassen. Wir haben auf diesem Album viele verschiedene Gefühle eingefangen und ihnen dann freien Lauf gelassen und so kann jeder sich seinen Teil aus der Platte ziehen. Diesen Aspekt mag ich ganz besonders an "War".Für mich ist "War" eindeutig euer bestes Album. Wie schon erwähnt, ist die Grundstimmung generell schon düsterer als auf den Vorgängeralben. Liegt es an der innenpolitischen Situation in Holland, oder was gab euch die entscheidenden Impulse?Vielen Dank. Wie gesagt, für mich ist es auch unser bestes Album. Aber so negativ sind unsere Texte nun auch wieder nicht. Wir greifen Themen auf, die die Politik und die Missstände in der ganzen Welt betreffen, es hat also weniger mit der innenpolitischen Lage in Holland zu tun. Es gibt so viele Dinge, die global und zwischenmenschlich schief laufen, dass ich manchmal an der Menschlichkeit an sich zweifeln muss. In unserer modernen Gesellschaft brauchst du schon einen eisernen Willen, um nicht unterzugehen oder an der Scheiße zu ersticken, die so tagtäglich passiert. Wir wollen den Leuten mit unseren Texten Mut machen und ihnen helfen, nie aufzugeben und an sich selbst zu glauben. Es ist heute wichtiger denn je, auf Missstände hinzuweisen und den Menschen zu zeigen, dass es noch andere gibt, die genauso denken wie sie selbst. Wir wollen mit unserer Musik zeigen, dass man etwas verändern kann und das jeden einzelnen Tag aufs Neue. Wir als einzelne Individuen sind nicht anders als die Fans da draußen, aber gemeinsam können wir unsere Kräfte vereinen und etwas bewegen und uns gegenseitig nach vorne pushen.Ihr konntet für "War" verschiedene Gastsänger verpflichten. Da wäre zum Beispiel Lou Koller von SICK OF IT ALL und Barney von NAPALM DEATH. Wie kam es dazu?Hahaha, nun so richtig haben wir gar nicht zusammen gearbeitet, um ganz ehrlich zu sein. Jeder hat seine Vocals ohne uns aufgenommen, aber es stimmt, wir kennen die Jungs recht gut und sie sind zu echten Freunden geworden. Natürlich ist es aufregend, drei solch hervorragende Musiker auf unserem Album zu haben. Ich meine, ich gehe auf SICK OF IT ALL-Shows seitdem ich 16 Jahre alt bin, und Barney haben wir zum ersten Mal auf der Persistance Tour getroffen, als wir uns mit NAPALM DEATH einen Tourbus geteilt haben. Er ist sehr intelligent, witzig und ein großartiger Sänger. Er hat total verstanden, was hinter "War" steckt und hat seine Sache exzellent gemacht. Und nicht zu vergessen Jan von GOREFEST, der bei "Crusader" mitsingt. Es ist unglaublich, auch die Stimme einer so einflussreichen Band auf unserem Album zu haben. Wir sind alle total froh, dass die Jungs dabei sind und die Platte zu einem echten Killer machen."War" ist schon das zweite Album auf Metalblade Records. Warum habt ihr damals Gang Style Records verlassen?Durch den Deal mit Metalblade ergab sich für uns die Möglichkeit, eine Stufe aufzusteigen mit einem größeren Label und so auf einen Schlag viel mehr Menschen zu erreichen. Wir sind froh, mit Metalblade zusammen zu arbeiten, denn sie unterstützen uns zu hundert Prozent.Ich habe ein Review zu eurem Album geschrieben und darin euren Stil mit den in den 1990ern mächtigen MERAUDER verglichen. Wie stehst du dazu? Siehst du das als Kompliment?Natürlich ist das ein Kompliment! MERAUDER waren eine sehr individuelle Band, als sie auf der Bildfläche erschienen. Sie waren einer der Haupteinflüsse für BFP und ich bin froh, dass du das immer noch in unseren neuen Songs heraushören kannst, gerade weil wir inzwischen ja auch noch viele andere neue Einflüsse verarbeitet haben. Wir sind immer noch dieselbe Band, die wir immer waren, wir fügen nur hier und da ein paar neue Dinge ein.Inzwischen spielt ihr auf einigen der größten Hardcore- und Metal-Festivals, wie dem Wacken Open Air und dem With Full Force. Auf diesen Festivals habt ihr die Möglichkeit, Metalheads und Hardcore-Kids zu vereinen. Violent Dancing ist inzwischen auf Hardcore-Shows nichts Neues mehr, aber ich kann immer noch die Differenzen der beiden Lager spüren. Natürlich ist Metalcore der erste Schritt, diese beiden Stile zu vereinen, aber ich denke, auf den Shows herrscht oft mehr Gewalt, als nötig ist. Wie ist das mit den Konzerten in den USA? Gibt es große Unterschiede zu den Shows in Europa?Es ist schwer, die Unterschiede genau zu beschreiben, denn wir sind nur vor einigen Jahren mal durch die USA getourt und das war eine reine Westküsten-Tour. Aber mein Eindruck ist, dass die Shows auf der ganzen Welt gleich ablaufen. Natürlich wird es hier und da mal ein paar Unterschiede geben, ich meine das Kickboxing hier und die Circle Pits da. Klar sind die Shows alleine in Europa schon unterschiedlich, aber generell wollen die Fans einfach Spaß haben, Moshen, Stagediven und ihre Runden im Pit drehen. Und so lange unsere Fans das genießen können, was wir tun, und dabei gegenseitig auf sich aufpassen, können wir uns doch nicht mehr wünschen.Karl, vielen Dank für das Interview.
 
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BORN FROM PAIN - The New Mind Of Survival

In Zeiten, in denen sich die meisten Bands mit einer mehr oder weniger gut gepflegten MySpace-Seite zufrieden geben, um im Internet präsent zu sein, haben die Niederländer BFP neben MySpace und ihrer regulären Homepage noch zwei weitere Internetseiten ins Leben gerufen. Diese setzen sich aktiv mit der derzeitigen politischen Lage und der allgegenwärtigen Finanzkrise auseinander. Zu den Hintergründen und Fakten der neuen Internetauftritte, aber auch zum Besetzungswechsel nach dem Ausstieg von Ex-Shouter Che und zu anderen Themen stand mir der neue Frontmann Rob Franssen Rede und Antwort.Rob, deinen Wechsel vom Bass zum Mikrofon bei BFP nahm ich zum Anlass, mal wieder meine alten CDs zu Hause zu durchstöbern, denn im Hinterkopf dämmerte mir beim Hören eures neuen Albums „Survival“ und deiner Stimme etwas ... Und tatsächlich bin ich dann auf deine alte Band BACKDRAFT gestoßen, wo du Anfang/Mitte der 90er Jahre ja auch gesungen hast. Was ist eigentlich aus der Band geworden?Die Band hat sich irgendwann Mitte der 90er aufgelöst, wie es halt so ist. BACKDRAFT war auch eher eine Art Nebenprojekt, welches ich neben FEEDING THE FIRE gemacht habe, meiner damaligen Hauptband. Die Leute von damals sehe ich nur noch, wenn man sich rein zufällig über den Weg läuft.Seit meinem letzten Interview vor etwa zwei Jahren ist viel passiert innerhalb eures Bandgefüges. Che ist ausgestiegen und als Ersatzmann hattet ihr zwischenzeitlich unter anderem Carl Schwartz von FIRST BLOOD am Mikro. Wie kam es zum Ausstieg von Che und wie zu deiner Entscheidung, selbst das Mikro in die Hand zu nehmen?Na ja, Che hatte eigentlich keinen Bock mehr, in einer Band zu spielen. Er wollte ein ganz „normales“ Leben führen und hat sich immer mehr distanziert. Wir wollten uns weiterentwickeln und haben uns dann irgendwann mit ihm ausgesprochen. Danach hat er BFP verlassen. Im Endeffekt ist das aber auch gut so, denn er hat nicht mehr so fest an die Band geglaubt wie wir. Nachdem wir dann eine ganze Reihe von Aushilfssängern hatten – wobei Carl Schwartz bei den wenigsten Shows dabei war – und sich nach acht Monaten immer noch keine adäquate Lösung gefunden hatte, kam seitens der Band und unseres Umfeldes die Idee auf, dass ich den Posten am Mikrofon übernehmen könnte. Schließlich verfügte ich über Erfahrung als Sänger und Textschreiber aus meinen BACKDRAFT- und FEED THE FIRE-Zeiten. Ehrlich gesagt hat es sich anfangs schon recht komisch angefühlt, wieder ein Mikrofon in den Händen zu halten, aber schnell wurde uns klar, dass das genau der richtige Schritt ist. Nach einigen Proben und viel Training meinerseits haben wir angefangen, in der neuen Konstellation live zu spielen. Der Rest ist Geschichte.Beim letzten Album „War“ habt ihr euch gleich vier Gastsänger mit ins Boot geholt. Dieses Mal hast du den Gesang fast ganz alleine übernommen. Liegt es an internen Besetzungswechseln und daran, dass du jetzt selbst am Mikro stehst – und dich vielleicht auch erst mal als neuer Frontmann beweisen musst –, dass auf „Survival“ so gut wie keine Gastsänger dabei sind?Also, es gibt ja schon zwei Gastsänger auf „Survival“: Marcel von THE PLATOON singt mit bei „Zeitgeist“ und Scott von TERROR singt mit bei „Zero hour“. Ich stimme dir aber zu, dass wir das dieses Mal ziemlich „low-key“ gemacht haben. Wir wollten ein klares Statement abgeben, um allen zu zeigen, dass wir grundsätzlich niemand anderen brauchen, um diese Band weiter zu machen. Wie du schon sagst, war es für mich persönlich auch sehr wichtig, mich erst mal selbst zu behaupten. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass wir es dann auch genau so gemacht haben und natürlich über das Endergebnis!Bei „War“ hatte Gitarrist Dominik großen Einfluss auf den Songwriting-Prozess. Wie war es dieses Mal? Hast du aufgrund deiner neuen Position als „Kopf“ der Band auch dort mehr Einfluss genommen?Dom hatte auf jeden Fall wieder einen starken Einfluss auf das Songwriting, aber auch Karl hat wieder viel mehr beigesteuert beim neuen Album als noch für „War“. Ich habe, so wie immer schon, alle Vocal-Lines und Texte geschrieben und hier und da auch mit an der Musik geschraubt. Roy hat sich arrangementtechnisch auch eingeschaltet. Bei uns kann sich grundsätzlich immer jeder einschalten, in jeder Stufe des Songwritings. Wir haben da schon viel Zeit reingesteckt und uns ganze Tage im Proberaum verkrochen, um vor allem selbstkritisch zu sein und zu nicht zu schnell einen Song als „fertig“ zu betrachten. Wir haben auch viel Material während dieser Zeit wieder verworfen. Letztendlich sind dabei elf Songs rausgekommen, mit denen wir als Band sehr zufrieden sind. Die Arbeit hat sich also gelohnt.Musikalisch habt ihr euch nicht wirklich verändert, die Fans bekommen also auf „Survival“ genau das, was sie nach „War“ auch erwarten konnten. Trotzdem ist, finde ich, die düstere Grundstimmung von „War“ jetzt stellenweise noch deutlicher zu spüren, das macht eure neuen Songs noch intensiver. Habt ihr schon beim Schreiben der Songs auf solche Arrangements geachtet oder kam das mehr aus dem Bauch heraus?Wir versuchen von Anfang an, die Songs so effektiv wie möglich zu schreiben, um so das, was wir denken, effektiv zu transportieren. Wir haben uns viel mehr Mühe gemacht, um Kontraste zwischen Groove, Geschwindigkeit, Melodie und Härte herauszuarbeiten. Ich denke, wenn man das gut macht und dazu auch diese ganzen Samples mit einbezieht, kann man schon eine gute Stimmung erzeugen. Das ist sehr entscheidend.Was hat es mit dem Artwork auf sich? Die Pyramide, die Schlange, das Auge und die Sonne erinnern mich an die amerikanischen Ein-Dollar-Noten, aber auch an den Film „Sakrileg“.Richtig, das hat ja auch einiges zu tun mit derselben Thematik. Was wir da abbilden, sind Symbole, die die herrschenden Mächte dieser Welt sich als wiedererkennbare Zeichen ausgesucht haben. Es ist eine Identifikation des Feindes. Die Mächte, die diese Welt größtenteils kontrollieren, wurden aus einem unstillbaren Hunger nach Macht heraus geboren. Das ist nicht erst seit 20 Jahren so. Diese Leute haben ihre eigenen Gesetze, ihre eigenen Werte und ihre eigenen Ziele, die nichts mit dem Willen des Volkes zu tun haben. Das kann man jeden Tag sehen und merken. Wir wollen klarstellen, wie man heutzutage überleben kann und wer der wahre Feind ist.Mit dem Titel „Survival“ findet sich auf survivalstateofmind.blogspot.com eine von euch ins Leben gerufene Seite, die sich mit folgenden Worten selbst charakterisiert: „A place for a critical view on the powers that be. (...) And a place where the call for survival in a controlled and governed world is voiced. “ Dort finden sich viele Videos amerikanischer Nachrichtensender, die sich unter anderem mit der amerikanischen Finanzkrise beschäftigen. Aber auch Musikvideos von Szenegrößen wie KREATOR, GREEN DAY, HEAVEN SHALL BURN und EMINEM sind dort vertreten. Offensichtlich habt ihr euch damit viel Mühe gemacht. Wer betreut sie, wer nutzt sie und wie sind die Reaktionen darauf?Ich betreue diese Seite selbst. Ich hoffe, damit recht viele Leute zu erreichen und dass sie sich alle Videos und Informationen ansehen, die dort aufgeführt sind. Es ist der Versuch, den Nutzern klar zu machen, dass es noch eine andere Wahrheit gibt als nur die, die uns die Regierung immer präsentiert. Wir versuchen „awareness“ bei den Leuten zu erzeugen. Wir nehmen für uns zwar nicht in Anspruch, dass die dort aufgeführten Beiträge die abschließende und einzige Wahrheit sind, aber das Blog und die Informationen sollen dazu anregen, die Inhalte, die in den medialen Kanälen kommuniziert werden, kritisch zu hinterfragen. So werden hoffentlich viele Leute sensibler und können besser nachvollziehen, warum manche Machthaber ihre Entscheidungen so fällen, wie sie sie eben fällen. Manchmal passiert es ja sogar, dass Skandale tatsächlich auch in den Mainstream-Medien publiziert werden. Wichtig ist aber, immer selbst nach der Wahrheit zu suchen!Ebenso habt ihr die „Suicide Nation“ ins Leben gerufen, zu finden unter suicidenation.org/this-is-suicide-nation. Ich habe den Sinn der Seite so verstanden, dass ihr sie nutzt, um einen weiteren Webauftritt neben MySpace zu haben. Unter „BFP-TV“ habt ihr zum Beispiel Videos von euch verlinkt, trotzdem verweist ihr unter dem Punkt „Look For Truth“ wiederum auf die Seite „Survival“. Ihr seid also derzeit im Internet schwer aktiv.Also, BFP-TV ist ein YouTube-Kanal, auf dem wir BFP-Live-Material und Videos senden. Künftig werden wir dort auch viele „Survival Blog“-Videos verlinken und senden, genau wie Berichte über unsere lokalen Aktionen mit der Band, in denen wir uns zum Beispiel für Organisationen wie die „Tafel“ einsetzen. Der Link unter „Look For Truth“ ist das ja schon besprochene „Survivalstateofmind“-Blog. „Suicide Nation“ ist eine Seite, die wir nutzen wollen, um eine Community aufzubauen, für Leute, die mit uns aktiv werden möchten. Dort können sie der Band näher kommen, ihre Meinung kund tun oder einfach nur Musik hören. Dann gibt es natürlich noch die Homepage und die MySpace-Seite. Wir sind jetzt so aktiv im Web, weil fast jeder im Internet unterwegs ist und wir es für einen sehr effektiven Weg halten, um zu kommunizieren. Außerdem ist es noch immer eines der wenigen Kommunikationsmittel, die nicht zu fast hundert Prozent zensiert und kontrolliert werden.
 

Reviews

BORN FROM PAIN

© Ox Fanzine #119 / Marcus Erbe

Dance With The Devil

Dass BORN FROM PAIN seit der Bandgründung im Jahr 1997 mehrere stilistische Kurskorrekturen hinter sich gebracht haben, hängt sicherlich mit den zahlreichen Änderungen im Line-up zusammen. Waren die frühen Veröffentlichungen noch von einer Mischung aus Thrash und Metalcore geprägt, konzentrierte man sich späterhin auf modernen Hardcore der metallischen Sorte, um schließlich mit „The New Future“ ganz überraschend bei elektropoppigem Crossover-Punkrock zu landen.In der aktuellen Besetzung orientiert man sich unzweifelhaft am NYHC, wobei Reminiszenzen an MERAUDER und BIOHAZARD nicht allein durch die Arrangements, sondern auch wegen der Vortragsweise des Gesangs wach werden.Obwohl BORN FROM PAIN vielen als eine Band gelten, die politisch klar Stellung bezieht, sind die Textbotschaften des vorliegenden Albums eher literarischer Natur, indem das dystopische Bild eines Überwachungsstaates gezeichnet wird, gegen den das Individuum sich zu behaupten sucht.Den popkulturellen Referenzrahmen hierfür bilden Samples aus dem Kultfilm „V wie Vendetta“, deren regelmäßige Wiederkehr die Produktion stellenweise wie ein Hörstück für Guy-Fawkes-Maskenträger wirken lässt.Trotzdem hörenswert.

 

BORN FROM PAIN

© Ox Fanzine #60 / Fabian Dünkelmann

In Love With The End CD

Ich muss zugeben, ich konnte anfangs rein gar nichts mit BORN FROM PAIN anfangen, aber die Band wird meiner Meinung nach immer besser in dem, was sie machen. Und das wäre: stumpfer Mosh der HATEBREED-Schule, und das seit vielen Jahren. Dabei werden sie immer abwechslungsreicher und dürften mittlerweile die beste europäische Band sein, die diesen Sound macht. Auch wenn ich den Gesang immer noch zu stumpf und auf die Dauer langweilig finde, kann ich mich hiermit gut anfreunden. Und wenn die Jungs jetzt dank Metal Blade richtig Kohle einsacken, kann man ihnen das nicht vorwerfen, da sie sich jahrelang den Arsch abgespielt haben und dabei nie wirklich irgendwelchen Trends hinterhergelaufen sind. Weiter so! (34:28) (7)

 

BORN FROM PAIN

© Ox Fanzine #51 / Fabian Dünkelmann

Sands Of Time CD

In wirklich sehr schöner Aufmachung (teilweise durchsichtiges Booklet, viel goldene Schrift, schön) kommt sie her, die neue porn from spain, ehm, BORN FROM PAIN. Und ich muss eins zu dieser Band sagen: fand ich sie anfangs nur Scheiße, habe ich sie Live irgendwie immer besser gefunden. Ich habe sie in letzter Zeit sehr oft gesehen und sie sind wirklich eine sehr gute Liveband, die europäische Antwort auf HATEBREED? Aber auf CD kommt einer der Minuspunkte der Band sehr stark zum Vorschein: der Gesang. Klingt live meistens nicht so schlecht wie auf CD, aber wer auf prolligen Mosh Core mit Metal-Einfluss steht, der wird BORN FROM PAIN eh vergöttern, und die CD längst haben. Alle anderen verpassen nicht wirklich etwas. Ganz okay, mit besserem Gesang vielleicht sogar gut, aber eins muss man ihnen lassen: live sind sie eine Macht. (29:28) (6/10)

 

BORN FROM PAIN

© Ox Fanzine #81 / Tobias Ernst

Survival

Viel ist passiert in den letzten zwei Jahren. Sänger Che verließ BFP, zwischenzeitlich half dann Carl Schwartz von FIRST BLOOD am Mikro aus und jetzt hat Rob Franssen, ehemaliger Bassist von BORN FROM PAIN, selbst die Position des Frontmannes übernommen.Dementsprechend muss man sich anfangs etwas umstellen, was den Gesang auf „Survival“ angeht. Schnell wird aber klar, dass auch Rob durchaus seine Qualitäten als Sänger hat. Der Wut und der Power seiner Band tut dies jedenfalls keinen Abbruch.Ganz im Gegenteil, führen BFP inhaltlich konsequent das Thema des letzten Albums „War“ fort und kämpfen nun auf „Survival“ nach den Zerstörungen des Krieges für eine bessere Welt. Auch politisch war die Band selten aktiver und tummelt sich nun im Internet auf diversen, selbst ins Leben gerufenen Seiten und ruft zum Widerstand gegen die bestehenden Machtverhältnisse auf.Musikalisch sind sich BFP dabei zum Glück treu geblieben und so erwartet die Fans die erhoffte Dampfwalze, wobei „The Hydra“ mir noch am besten gefällt, denn kein anderer Song des neuen Albums rollt so fett aus den Boxen wie dieser.Mehr zur neuen inhaltlichen Ausrichtung der Band gibt es im Interview in Ox #82.

 

BORN FROM PAIN

© Ox Fanzine #106 / Marcus Erbe

The New Future

Wer die Geschicke der Band kontinuierlich mitverfolgt hat, weiß um den stilistischen Wandel, der sich im Anschluss an das Album „War“ von einem stampfenden Metal-Hardcore-Hybrid zum mehr oder weniger traditionellen Hardcore Punk vollzog.Dieser Linie bleiben BORN FROM PAIN – übrigens wieder mit Gründungsmitglied Servé Olieslagers an der Rhythmusgitarre – im Großen und Ganzen treu, erweitern ihr Instrumentarium aber um vielerlei elektronische Klangerzeuger.So ersetzt stellenweise die Rhythmusmaschine Roland TR-808, deren Klopfen sich bei Phil Collins ebenso vernehmen lässt wie auf zahlreichen frühen Rap-Produktionen, das herkömmliche Drumset.Stücke wie „Kampfbereit“ oder der Remix von „Heartbeat“ gemahnen, mal als Folge der opulenten Synthesizer-Arrangements, mal wegen der verspielten Rhythmik, an Exponenten elektronischer Popmusik wie DEPECHE MODE und APHEX TWIN.Ich muss gestehen, dass mich dieser Spagat zwischen punkigem Songwriting und Sequencer-Mucke anfangs etwas irritiert hat. Je öfter ich die Scheibe jedoch höre, desto mehr empfinde ich den neuen Sound als Bereicherung.Lediglich mit den Gangshouts haben es die Jungs ein wenig übertrieben, denn in Kombination mit den parolenartigen Revoluzzer-Lyrics nutzen sich diese nach einer Weile ziemlich ab.

 

BORN FROM PAIN

© Ox Fanzine #69 / Carsten Hanke

War CD

Ein Jahr nach "In Love With The End" melden sich die Niederländer pünktlich zum Kräftemessen mit ihrem amerikanischen Geistesbrüdern HATEBREED zurück. Letztere waren ja mit ihrem kürzlich erschienenem Album "Supremacy" gerade erst wieder angetreten, die Krone des Bollo-Core für sich zu beanspruchen und alle halbseidenen Mitstreiter in die Schranken zu weisen. Doch hat Jamey Jasta - und auch ich selbst - wohl nicht damit gerechnet, dass BORN FROM PAIN noch dickere Gewichte an ihre Eier hängen können als HATEBREED es je vermocht haben. Bei "War" ist der Name ohne Zweifel Programm und wer die Burschen bisher als das Beste in Sachen "Dicke-Hose-Metalcore" abgefeiert hat, dem liefert diese Platte ein weiteres Argument. Schon der Opener "Relentless" bollert dermaßen los, dass es einem wirklich die Schuhe zieht. Erstaunlich ist vor allem der unglaublich fette Groove, mit dem unsere Nachbarn auf "War" zu Werke gehen. Wie eine Planierraupe bahnen sich BORN FROM PAIN in 12 Songs ihren Weg zu ihrem wohl bisher besten Album. Absolute Highlights sind neben "Relentless" in jedem Fall "Crusader" (mit Jan Chris von GOREFEST) und "Doomsday clock" (mit Lou Koller von SOIA) - zwei Songs die eigentlich nur eine einzig groovende Moshpart-Wand darstellen und jeden Club in eine Sporthalle verwandeln. Auch bei "Behind enemy lines" hat man sich durch Barney von NAPALM DEATH Gesangsverstärkung ins Boot geholt, doch soll das nicht bedeuten, dass nur die Gastsänger die Platte zu einem Highlight werden lassen. Nein, dafür sorgen BFP eindeutig selbst - durch den kompromisslosesten, treibendsten und groovendsten Sound, den ich in dieser Hinsicht gehört hab. "Fear this hate! Fear this hate! Fear this - doomsday!" Meine Herren! (47:00) (8)

 

Konzert

Event Foto

JANCEE PORNICK CASINO

Jun.
4
2016