DATSUNSTourdaten, Infos, Interviews, Reviews

Nächster Termin:

nicht bekannt
No Votes
Bewertung:
Artist Foto
Artist Foto

Genre

Shows

23 Shows in 12 Städten / 1 Ländern

Zeitraum

03.10.2006 - 18.11.2014

Letzte Show

18.11.2014 - DE-Schorndorf, Manufaktur

Nächste Show

nicht bekannt

Booking

Tourdaten (Archiv)

Archiv
Okt.
3
2006
Dienstag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
 
Okt.
7
2006
Samstag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
Okt.
8
2006
Sonntag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
 
Okt.
15
2006
Sonntag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
 
Nov.
19
2008
Mittwoch
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
123
Nov.
20
2008

Tonträger bei finestvinyl

Cover

DATSUNS, THE - BAD TASTE / SEARCH FOR WORDS | 7"

Erste Single aus dem neuen Album Deep Sleep! Farbiges Vinyl! Limitiert!
 
Cover

DATSUNS, THE - DEEP SLEEP | LPD

180 Gramm Vinyl mit Download Code! Die ersten Exemplare kommen in farbigem Vinyl, nur solange Vorrat reicht. Zwei Jahre nach ihrem letzten Album Death Rattle Boogie hat die neuseeländische Rock'n Roll - Band The Datsuns bereits ein weiteres Studio-Werk in den Startlöchern. Im Zuge des Retro-Rock-Hypes in den späten 1990ern und frühen Jahren dieses Jahrtausends, konnten The Datsuns im Schatten von Bands wie THE HELLACOPTERS oder GLUECIFER einige Erfolge verbuchen. Während es gerade diese beiden Bands heutzutage leider nicht mehr gibt, starten The Datsuns noch einmal durch! An ihrem Sound haben die Männer um Sänger Dolf De Borst nichts geändert. Deep Sleep ist abermals eine Verneigung vor dem Hard Rock und Proto-Metal der frühen 70er Jahre, mit den charakteristisch warmen Gitarren. Mal stur geradeaus wie in "Shaky Mirrors", mal ungewohnt psychedelisch wie in "500 Eyes" oder dem Titeltrack, gerne maximal eingängig wie in "Claw Machine". Deep Sleep knüpft qualitativ wieder an das formidable Debüt und den von John Paul Jones (LED ZEPPELIN) produzierten Nachfolger Outta Sight/Outta Mind von 2004 an, zeigt, wie vielseitig The Datsuns sein können. Das Cover von Deep Sleep stammt übrigens vom französischen Kult-Comiczeichner Caza, der in den 70ern und 80ern mit seinen psychedelischen SciFi-Zyklen für Aufsehen sorgte.
 
Cover

DATSUNS, THE - GOLD HALO | 7"

 

Interviews

[[Issue]]

DATSUNS - Finest New Zeeland-Rock’n’Roll

„If you like AC/DC, you’ll love the DATSUNS“, eine Aussage, die mir nicht nur einmal in Verbindung mit den vier Jungs aus Neuseeland ins Auge fiel. Selbst wenn ich von den Magazinen, in denen diese Worte fielen, nichts halte, ist da was Wahres dran. Richtig edler Rock, mit schnellen, gekonnten Gitarrengriffen und einer absoluten Knallerstimme. Gut, die Musik lässt sich garantiert nicht im Punkmilieu einordnen, und gehypet werden sie auch, aber gerade deswegen sind sie mir so sympathisch, weil sie live zu meinen Favoriten gehören und einfach ihr Ding machen. Wenn es die Gelegenheit gab, sich live überzeugen zu lassen konnte mich nichts, aber auch gar nichts davon abhalten. Mich erstaunt es immer wieder, wie gut sie sich auf der Bühne zeigen in dem jungen Alter. Nun wurde es mal Zeit, sich über aktuelles Geschehen, ihr musikalisches Verständnis und Zukünftiges zu unterhalten. Und sieh an, nicht nur als gute Musiker haben sie sich entpuppt sondern auch als vernünftige Menschen.Wie ist eure Tour bis dato verlaufen?Phil: „Es läuft ausgezeichnet: vor zwei Monaten haben wir in England begonnen, waren dann in Australien und Neuseeland und sind nun hier in Europa. Heute Abend sind wir Headliner bei einem lokalen Festival hier in Essen. Scheint keine große Sache zu sein, und irgendwie sind wir auch total fertig, weil wir ständig unterwegs sind. Aber es ist gut zu sehen, wie viele Leute hierhin kommen, um die lokale Szene zu supporten. Bis jetzt war die Stimmung überall ganz gut, und wir hoffen, dass das auch bei den weiteren Auftritten so bleibt. Die neue Platte scheint jedenfalls ganz gut anzukommen beim Publikum. Nach Europa wartet noch Amerika auf uns, dort spielen wir ein paar Gigs mit den DONNAS und den PIXIES.“„Outta Sight/Outta Mind“, eure zweite Platte, hat mich beim ersten Hören ehrlich gesagt nicht so fasziniert, denn es gab keine enormen Unterschiede zum Debüt.Christian: „Du hast schon Recht mit dem ersten Eindruck, den du von der Platte hattest. Wir haben aber auch nicht die Absicht gehabt, etwas völlig anderes zu machen. Das ist einfach unser Stil. Vor allem was das Instrumentale angeht, sind wir echt zufrieden Es gibt diesmal viel mehr Gitarrensoli, weil man sich musikalisch immer weiterentwickelt und das einfließen lassen möchte. Zu den Lyrics ist nur zu sagen, dass die Dinge um einen herum sich halt ständig ändern und somit auch die Gedanken, die sich in den Texten finden lassen. Ich würde sagen, dass es insgesamt ein typisches DATSUNS-Album ist.“Interessiert es euch überhaupt, ob die Leute sich mit den Lyrics befassen?Phil: „Sich mit den Texten vertraut zu machen, bleibt jedem selbst überlassen. Ich habe ehrlich gesagt auch noch nie jemanden gefragt, ob er versteht, worüber wir überhaupt singen. Aber wenn es die Leute dazu veranlasst, zum Gig zu kommen und eine gute Zeit zu haben, dann werden sie schon ihre Gründe haben. Bei uns sind sehr viele junge Leute im Publikum, sie singen bei fast allen Liedern mit, von daher müssen sie sich irgendwie damit auseinandergesetzt haben. Wir geben immer einen kleinen Teil unserer Einstellungen preis, aber wir versuchen auch, Dinge durch die Augen anderer Leute zu sehen und somit eine bestimmt Problematik deutlich zu machen. Eigentlich geht es uns aber nur darum, Spaß zu haben, ganz einfach, egal vor wie vielen Leuten und wo.“Es würde euch also nichts ausmachen, nur in eurer Heimat aufzutreten und euch da auszupowern?Christian: „Nein, aber Neuseeland ist so klein, dass es wohl auf Dauer einfach zu langweilig wäre. Klar macht es dort auch Spaß, weil man die Leute kennt und alles viel lockerer zugeht. Aber wenn dich jemand fragt, ‚Hey, hast du nicht Lust in Deutschland oder Schweden zu spielen?‘, dann müsstest du schon sehr an deiner Heimat hängen, um nicht zu sagen: ‚Fuckin hell, yeah man, let’s go‘. Nach der Veröffentlichung von ‚Datsuns‘ sind wir mit den WHITE STRIPES in den USA und Australien gewesen. Wir genießen es, um die Welt zu reisen, und auch wenn die Leute kulturell bedingt auf Stühlen sitzen und nicht wild in der Halle rumhüpfen, hoffen wir natürlich, dass unsere Musik gut ankommt. Ob Japan, Europa oder Amerika – die Leute waren immer nett zu uns, und einem wird viel Bier angeboten. Was will man als Band sonst?“Was tut sich denn in Neuseeland zur Zeit? Was denkt ihr über die momentane Musikszene mit Bands wie D4 oder SOMMERSET?Phil: „Man hört in der Nachbarschaft immer mehr Kids mit Gitarren, es ist nicht anders als in anderen Ländern. Es gibt ein paar wenige lokale Bands, aber die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen, ist sehr gering, da Neuseeland schon sehr abgeschnitten ist vom Rest der Welt. Vor allem Rockmusik wird nicht gern gehört, Hip-Hop ist für die Jugendlichen viel interessanter. Aber heutzutage scheint jeder eine Band haben zu wollen, weil es in den Augen vieler Leute wohl angesagt ist. Ich habe so meine Probleme mit dieser Einstellung, denn entweder man steht da wirklich hinter und lässt sich nicht von Medien etc. beeinflussen, oder man lässt es bleiben. Ich habe das Gefühl, dass viele vor allem darauf aus sind, berühmt zu sein, wieso werden sie dann nicht Schauspieler? Es ist unglaublich, was für komische Vorstellungen die Leute haben.“
 
[[Issue]]

DATSUNS - Classic Trash Hunters

Seitdem ich "Smoke and Mirrors" habe, tickt bei mir die Uhr anders, ich esse jetzt mittags meine Flocken und morgens, nach dem Aufstehen, gibt es zu der Hähnchenkeule frisch Gezapftes. "Uuuh, such a pretty curse" - genau, ein Fluch, ich liebe es, von Rock'n'Roll-Bands verflucht zu werden, das sind nicht diese billigen Nebenwirkungen, die man von Hexen hat, eine bewarzte Nase oder ein drittes Ohr am Arsch. Nein, das hier ist richtig geil. Die DATSUNS haben vor knapp fünf Jahren begonnen, eine Karriere in die Wege zu leiten, den beschissenen Weg über die englische Presse bestritten und sich hier und da ein wenig formen lassen. Aber was soll's, jetzt haben sie endlich die Möglichkeit, selber zu produzieren und die Sache läuft. Die ersten beiden Alben waren gut, mit vier bis fünf Superhits ausgestattet, schon immer sehr AC/DC-lastig, womit die Neuseeländer sich eine Fangemeinde einhandelten, die nicht nur aus Jugendlichen bestand, sondern auch aus alten Knackern mit Flanellhemden und Motorradboots. Nun, nach einem Jahr kommt etwas, was auch in die Kategorie "Your favourite Rock Classics 77-85" passen könnte, nur eben mit einer frischen, zu Schandtaten bereiten Brise, die sich wie ein Piratenschiff vor deinem Haus absetzt und dir neben verwesendem Fisch auch ten fucking amazing Rock'n'Roll-Songs andreht. Da drängt sich einem doch echt die Frage auf, woher dieser Schub Extra-Eleganz auf der Platte kommt. Gitarrist Christian fiel dazu Folgendes ein.Wart ihr im Sommercamp mit ein paar Glamrockern oder was ist euch zugestoßen?Gute Frage, im Camp waren wir diese Saison leider nicht, aber wir haben uns ziemlich gut die Kante gegeben, in irgendwelchen zweifelhaften Spelunken. Meist in Neuseeland oder in unserem neuen Zuhause London. Ach genau, wir sind umgezogen, raus aus dem Grünen, ab in die dreckige, böse Großstadt. In den Bars waren wir aber nicht alle 365 Tage, eher jeden dritten. In den zwei Tagen dazwischen haben wir für Freunde ein paar Gigs gespielt, um zu sehen, wie die neuen Sachen ankommen. Ein paar Festivals waren auch im Terminkalender. Ich hab richtig viele geile Bands gesehen, deren Namen ich nicht mehr weiß, junge Metalbands zusammen auf der Bühne mit schwarzhaarigen, glatten Emo-Typen. Die Welt ist verrückt! Aber ich schätze, das ist ganz in Ordnung, so lange sie nicht untereinander die Texte tauschen. Abgesehen davon haben wir wie besessen geschrieben, uns einen Song nach dem anderen aus den Fingern gesogen und ich kann nicht glauben, dass ich in dieser ganzen Zeit nicht einmal im Urlaub war ... Aber du hast Recht, ich für meinen Teil habe mein portables Audiogerät mit sehr viel LED ZEPPELIN, David Bowie und DEEP PURPLE beladen. Vor allem LED ZEPPELIN und THE WHO sind schon immer bei mir gelaufen, aber ich wüsste nicht, dass ich versucht hätte, etwas von ihnen auf die neue Platte zu übertragen, zumindest nicht bewusst ...Ich habe vor ein paar Wochen SLADE live gesehen, das hat mich echt umgehauen, nach so vielen Jahren immer noch Senf im Arsch.Scheiße, echt? Hey, zurück mit den verdammten Glitteranzügen, die sind aber nicht mehr in der Originalbesetzung, oder?Nein, aber der neue Sänger ist eine sehr gute Wahl. Die Glitteranzüge haben sie leider gegen weiße Baumwollhemden und Cowboystiefel getauscht. Trotzdem, die Qualität ist dieselbe wie auf den alten Platten.Der ehemalige Sänger spielt in England in einer Art Soap mit, meistens sieht man ihn, wie er in einem Pub Chips futtert. Aber ja, das gibt echt was her, die ganzen alten Schinken, ich hab die NEW YORK DOLLS jetzt in Belgien gesehen, war zwar anfangs ein wenig skeptisch, aber das war ziemlich schnell vergessen. Wenn man Lieder wie "Jet boy" hört, dann wird einem vor Begeisterung kotzübel und man ist dankbar, dass man dabei sein durfte. Ich kann mir das gerade bildlich übrigens sehr gut vorstellen, in 50 Jahren, gezeichnet von Rheuma, auch noch mal auf einer Bühne zu stehen - die Medizin, die es mittlerweile gibt, lässt einen ja so gut wie alles überstehen.Welche Songs von "Smoke And Mirrors" würdet ihr dann spielen?Ah ja, die neue Platte, gefällt sie dir?Ich finde sie absolut wahnsinnig, definitiv das Beste, was ihr bis dato gemacht habt.Also, ich bin auch zufrieden, sie ist anders als die zwei Vorgänger, wir haben es endlich geschafft, den echten DATSUNS-Sound zu kreieren. Nicht dass wir davor keine persönliche Note rein gebracht haben, immerhin ist ja alles selbst geschrieben und komponiert, aber wenn man diesen beschissenen Druck vom Label hat, der einem förmlich in den Arsch beißt, dann wird die ganze Sache schwer. Es müssen unbedingt Hits auf die Platte, welche dann in den Clubs gespielt werden, so ein Mist eben. Ich spiele die Stücke von den beiden anderen Alben immer noch mit demselben Elan und derselben Lust wie vorher. Aber jetzt, da wir die Platte selber produziert haben, pusht dich das noch mehr. "Smoke And Mirrors" hat einfach für mich keine Hits, es ist ein riesiger Haufen, nimmt man einen Song weg, dann fehlt direkt was. Wir haben viel längere Intros, mehr Gitarrensoli, Dolfs Stimme scheint mir noch durchdringender als sie sonst schon ist, es ist ein richtiges Gemetzel von richtig hartem Zeug, Geschrammel und dann aber auch diese leicht Spirituelle, sich Dahinziehende mit Glockenspiel. Wie etwa bei LED ZEPPELINs "Black dog", das holt einen eben auf den Boden zurück, und falls das nicht hilft, haben wir auch einen Chor. Den haben wir von NICK CAVE AND THE BAD SEEDS geklaut. Ich bin ein großer Fan seines letzten Albums, da ist auf einem Stück dieser Mädchenchor drauf, wir haben uns dann erkundigt und nun kann man diese kleine Kooperation auf "Too little fire" hören, was natürlich auch heißt, dass wir diese Nummer nicht live bringen können, aber das Repertoire an Songs ist mittlerweile eh sehr groß. Als alles aufgenommen war, haben wir uns den Kopf zerbrochen, was die Songauswahl angeht. Das ist echt schwer, ich meine, stell dir vor, dass früher, in den Zeiten, als es nur Vinyl gab, der Erfolg der Platte teilweise davon abhängig war, ob die Reihenfolge in sich stimmig war. Heute skipt man einfach die Lieder, die einem nicht passen. Ich bin auf jeden Fall froh, dass wir jetzt bald auf Tour gehen, das tat so gut, dieses Album aufzunehmen, du musstest keine Würste am Fließband zusammenstopfen, sondern konntest mit voller Leidenschaft dein Ding machen. Früher wollte man nicht, dass wir Metal aufnehmen, aber scheiße, ich liebe Metal! Und jetzt ist es auch draufgepresst, der ganze Schweiß, der uns vom Kopf fließt, in einer schwarzen Hülle. Den Namen haben wir übrigens deswegen ausgesucht weil er a) auf "Maximum heartbreak" drauf ist und sich b) cool anhört, so ein wenig nach Wüste und ums Überleben kämpfen, ganz allein mit seinem Flachmann.Ich bin echt sehr, sehr gespannt auf die Live-Auftritte. Was macht ihr eigentlich, wenn ihr musikalisch nichts zu tun habt? Schreibt ihr Gedichte oder ähnliches?Also wir schreiben keine Gedichte ... obwohl Matt nachts vielleicht im Zimmer ist und sich die Seele in albernen Metaphern zurecht schreibt. Ich lese viel, aber habe kein Genre, welches mich besonders anspricht, ich mag trashige Geschichten, Biografien. Ich habe kürzlich erst eine Kurzgeschichtensammlung von Bukowski gelesen, es ist echt dreckig, und das mit dem Alkohol und den Frauen wiederholt sich auch ständig, aber zurzeit lese ich so was gerne. Dolf und Matt waren kürzlich in Japan und haben da ein Interview gegeben. Er hat gesagt, dass er gerne angelt, und ich würde am liebsten phantasieren. Nachdem ich ihm erklärt habe, was ich an Büchern mag, dass man sich in eine andere Rolle hineinversetzen kann, war das Wort "phantasieren" für ihn das Passendste. Er hat also nichts für Literatur übrig. Matt repariert iPods und er hat sich eine Klimaanlage gebaut, fixt deine Playstation für einen echt guten Preis, ein Techniker eben. Phil squasht ab und zu. Vielleicht schreibt er auch Gedichte übers Squashen.Wie sieht es aus mit neueren Bands, gibt es da etwas, was dich anspricht?Nein, nicht wirklich wenn ich ehrlich bin, der Blick auf meinen iPod sagt alles, 1955 bis 1985. Dann Nick Cave, und das letzte BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB-Album ist großartig, ansonsten muss ich mich auf die alten Sachen berufen. Aber ich bin optimistisch, bei dem Ansturm der jungen Leute muss ja mal was Vernünftiges dabei sein, ansonsten halt zum Flachmann greifen.
 

Reviews

DATSUNS

© Ox Fanzine #105 / Christian Krüger

Death Rattle Boogie

Ich muss gestehen, dass ich nie ein besonders großer DATSUNS-Fan gewesen bin. Nun liegt mir ihr neues Werk zur Besprechung vor und ich muss mich erstmals ernsthaft mit den Neuseeländern auseinandersetzen.„Death Rattle Boogie“ ist Album Nummer fünf und erscheint auf dem bandeigenen Label Hell Squad Records. Die großen Major-Zeiten sind lange vorbei, vier Jahre seit dem letzten Album vergangen, das Presseinfo beschwört dennoch weiterhin goldene Zeiten für eine der „weltbesten Rock’n’Roll Kapellen“ herauf.Na ja, auf Anhieb fallen mir da schon ein Dutzend bessere Bands in dem Segment ein, aber das ist natürlich eine weitgehend subjektive Sicht. Objektiv betrachtet muss man sagen, dass „Death Rattle Boogie“ songwriterisch hochklassig, abwechslungsreich und musikalisch kraftvoll ausgefallen ist.Das Album wechselt gekonnt zwischen Groove-Monstern wie „Axethrower“, getragenen Momenten („Wander the night“) und echten Rockern („Gold halo“). Hin und wieder erinnert’s, wie bei „Goodbye ghosts“, an die HELLACOPTERS, dann wiederum bedient man sich bei MANDO DIAO („Helping hands“ und „Hole in your head“).Kurz: Mir hat bei THE DATSUNS immer ein wenig die Eigenständigkeit gefehlt und daran ändert auch „Death Rattle Boogie“ nicht wirklich etwas. Mancher Topf passt halt nicht zu jedem Deckel.Aber: DATSUNS-Aficionados werden definitiv nicht enttäuscht sein, dafür ist die Platte zu gut.

 

DATSUNS

© Ox Fanzine #117 / Joni Küper

Deep Sleep

Damals, Anfang der 2000er, dem goldenen Zeitalter des Schweinerocks, als sich in Skandinavien THE HELLACOPTERS und GLUECIFER aufmachten, den Rockthron zu erobern, standen am anderen Ende der Welt THE DATSUNS in den Startlöchern, um ebenfalls Ansprüche auf die Krone geltend zu machen.Mit Überhits wie „MF from hell“, „Harmonic generator“ und „Freeze sucker“ ihres selbstbetitelten Debüt, standen die Chancen dafür auch gar nicht so schlecht. Doch irgendwie wurde daraus nichts, die Jahre gingen ins Land, die beiden erstgenannten lösten sich leider (leider, leider) auf, während die Neuseeländer emsig weiter Platten veröffentlichten und damit in ihrer Heimat auch nicht ganz unerfolgreich waren.Zwölf Jahre später sind aus den Rabauken gestandene Männer geworden. Was sie auf ihrem neuen Album „Deep Sleep“ mit jedem fetten Riff belegen. Songs wie „Claw machine“ oder das psychedelische „Caught in silver“ gehen in Siebenmeilenstiefeln weg vom Punk hin zum Hardrock und hätten damals auch von LED ZEPPELIN eingespielt werden können.„Shaky mirrors“ stellt den Umdrehungsregler bei BLACK SABBATH auf 45, „Creature of the week“ schleicht wie ein nicht ganz so sinisterer UNCLE ACID durch die Botanik. Dazu Orgel, Hall, Distortion und dieser Leck-mich-am-Arsch-Gesang, THE DATSUNS können’s immer noch.Und wenn bei „Sun in my eyes“ nicht der umtriebige Nicke Anderson seine Finger im Spiel hatte, fress ich einen Besen.

 

DATSUNS

© Ox Fanzine #80 / Thomas Kerpen

Head Stunts

In Ausgabe 49 wurde ausführlich dargelegt, warum man die Neuseeländer scheiße finden sollte, was ich schon damals etwas anders gesehen habe, da gingen mir einige Vertreter skandinavischen Schweinerocks mehr auf die Nerven.Inzwischen haben sie ihr viertes Album aufgenommen und sind hierzulande bei Cooking Vinyl gelandet, scheinen also für einen Massengeschmack nicht mehr unbedingt interessant genug zu sein.Positiv fällt bei den DATSUNS sofort auf, dass sie sich Mühe geben, vernünftige Songs mit unaufdringlich eingängigen Melodien hinzubekommen, und nicht nur plump unsubtilen 70s-Riff-Rock zum Besten zu geben.Vor unendlichen Soli schrecken sie zwar nicht zurück, was dann beim finalen, knapp achtminütigen "Somebody better" zu einem ihrer besten Songs führt, ein ausladendes Psychedelic-Epos, melodisch und disharmonisch zerrissen zugleich.Generell überzeugen mich die DATSUNS am meisten in ihren psychedelischen Momenten, wo sie sich vom üblichen Gaspedal-Rock'n'Roll lösen und ihre Songs einfach fließen lassen. Rockmusik wird bei den DATSUNS nicht neu erfunden, aber es gibt nach wie vor viel, was für sie spricht, und sie angenehm von vielen anderen 70s-Retro-Kaspern abhebt.(7)

 

DATSUNS

© Ox Fanzine #55 / Manuel Möglich

Outta Sight/Outta Mind CD

Eine Band veröffentlicht ein hervorragendes Debüt. Mit Spannung wird auf den Nachfolger gewartet und die Enttäuschung ist groß, wenn die Erwartungen nicht annähernd erfüllt werden. Kennt jeder. Wer jetzt denkt, dass dieses Schicksal auf die zweite Platte der DATSUNS zutrifft, irrt. Das Quartett aus Neuseeland steht vielmehr für das Phänomen, einen großen Erstling und ein noch größeres Folgealbum aufgenommen zu haben. "Outta Sight/Outta Mind" heißt das gute Stück, welches durch die Bank überzeugt. Zwölf Stücke - darunter "Cherry Lane" und "You Can't Find Me", vielleicht die besten Songs der vier Kiwis überhaupt - die im wesentlichen denen der 2002er Platte ähneln, aber im Detail und in puncto Produktion einfach besser klingen. Soll heißen, dass "Outta Sight/Outta Mind" exzellenter Hardrock ist, der einmal mehr mit dem klassischen Rock'n'Roll und stellenweise sogar mit dem Sound der VON BONDIES kokettiert. Und wer einmal eine DATSUNS-Show gesehen hat, sei es mit den VON BONDIES, den HELLACOPTERS oder als Headliner, kann erahnen, wie gut "Outta Sight/Outta Mind" live funktionieren wird. Einfach astrein! (40:58) (09/10)

 

DATSUNS

© Ox Fanzine #49 / Joachim Hiller

s/t CD

Mann, was schreibe ich nur über die DATSUNS? CD bekommen, eben reingehört, ganz angetan gewesen. THE D4 erwähnten die Kollegen lobend, na dann. Und jetzt gefällt mir das Album mit jedem Hören weniger. Apropos D4: die erzählten, ihre Landsleute (will heißen, die DATSUNS sind auch aus Neuseeland) hätten sich in England den Arsch abgetourt, bis es mit einem Plattendeal geklappt hat. Auch 'ne Methode. Rock'n'Roll als Karriere, wobei die Jungs sicher genug Scheisse gefressen haben, bevor irgendwas geklappt hat. Aber zurück zum Album. Das rockt, bzw. will rocken. Tut es auch, aber nicht so, wie mein Rock rockt. Gib' mir ZEKE, gib' mir GLUECIFER, gib' mir HELLACOPTERS, gib' mir GAZA STRIPPERS und gib' mir THE D4. Fein, die können alle was, was nicht heißen soll, die DATSUNS könnten nichts. Aber die genannten haben alle vor allem Punkplatten im Schrank stehen, wobei die DATSUNS immer wieder dem inneren Schweinerock freien Lauf lassen. Und da ist nicht gut. DEEP PURPLE kann man sich mit der nötigen Distanz ja mal geben, aber verdammt, niemand hat auf eine Band vom anderen Ende der Welt gewartet, die einerseits auf Rock'n'Roller macht und andererseits mit billigem DEEP PURPLE-Geriffe nervt. Und bitteschön, ein Refrain bzw. Songtitel wie „Motherfucker from hell" - hallo, geht's noch klischeehafter? Ich habe das ungute Gefühl (und die Stories im Bandinfo bestätigen mich darin), dass hier ein paar beschmierte Majorlabel-A&Rs sich gegenseitig hochgeschaukelt haben im Glauben, hier das nächste große Ding in Sachen Rock'n'Roll (ist nämlich jetzt angesagt) in Greifweite zu haben, und der Herr von V2 hatte dann den längeren Atem bzw. den dicksten Geldbeutel. Schön für die DATSUNS, die wissen jetzt zumindest, wie sie nach Neuseeland zurückkommen, wenn die ganze Blase wieder platzt, weniger schön für unsereins, dass er sich mit so einer durchschnittlichen Band abgeben muss. (39:06) 3/10

 

DATSUNS

© Ox Fanzine #68 / Martha Biadun

Smoke And Mirrors CD

"Let's paint the town blood red ..." ist nicht wortwörtlich zu nehmen, aber genau diese Aktion unterstreicht die Energie, die in der Platte steckt. Das erste Album der DATSUNS enthielt eine lange Zeit meine favorisierten Tanzlieder, die zweite Produktion war ganz nett, wurde aber relativ schnell in die Schublade gepackt, und nun so was. Sagt mal, seid ihr wahnsinnig? Wer oder was hat euch auf so einen Trip gebracht? Es ist diese Art von Musik die vielleicht dann entstanden ist, als man sich mit LED ZEPPELIN, DEEP PURPLE und Rowdys aus der Hardrock-Zeit in ein Zeltlager mit nur einem Zelt begibt. Man redet, lacht, säuft, und ich weiß nicht, was die sich genau erzählt haben, aber ich bin fest davon überzeugt, dass die Alten den Jungen den Rest ihres musikalischen Könnens in die Seele reingequetscht haben. Das was übriggeblieben ist, eine faltige Hülle mit langen zerzausten Haaren und lebt nun auf den Bahamas. Was die DATSUNS daraus gemacht haben, begeistert mich maßlos. Ich hatte mit einem Album gerechnet, das an die erste Platte herankommt, aber kein besseres. "Such a pretty curse", "Emperor's new clothes", was für Titel, schon mal gehört? Wahrscheinlich, aber wenn ihr hören könntet, was sich dahinter verbirgt, dann würdet ihr wie ich vor Freudensprünge machen. Die DATSUNS haben sich viel Zeit gelassen und "Smoke And Mirrors" zeigt nun, wie die Band eigentlich ist, wie sehr sich ihr selbstproduziertes Album von den in Zeitdruck entstandenen Sachen unterscheidet. Ja, fuck, ich liebe diese Platte. Ich höre sie Tag und Nacht, ich stelle mir jedes mal vor, wie ich beim Konzert bin und abgehe wie die Sau, wenn sie "Maximum heartbreak" spielen, und ich platze vor Neid, weil ich alles darum geben würde, selber dort oben zu stehen und mich an einer Gitarre verausgeben zu können. (10)

 

Konzert

Event Foto

RISK IT!

Mai.
14
2016