DownsetTourdaten, Tickets, Interviews, Tonträger

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Genre

Metal, Punkrock/Hardcore

Shows

58 Shows in 43 Städten / 8 Ländern

Zeitraum

02.11.2004 - 19.07.2014

Letzte Show

19.07.2014 - DE-Karlsruhe, Noise Festival

Nächste Show

nicht bekannt

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Tourdaten (Archiv)

Archiv
 
 
Feb.
5
2005
Samstag Tickets Tickets Tickets
Konzert
 
Feb.
5
2005
Samstag Tickets Tickets Tickets
Party / Event - Metal
 
Feb.
16
2005
Mittwoch Tickets Tickets Tickets
Konzert
 
 
 
Feb.
20
2005
Sonntag Tickets Tickets Tickets
Konzert
 
123
...
78
Feb.
25
2005

Interviews

[[Issue]]

DOWNSET

Als Mitte der 90er die Crossoverwelle auf ihrem Höhepunkt war, gehörten sie schon lange dazu. DOWNSET aus Los Angeles haben ihre Wurzeln unverkennbar im Hardcore, was auf dem neuen Longplayer "Check Your People" wieder vermehrt zum Vorschein kommt. Man geht wieder aggressiver als auf dem Vorgänger "Do We Speak A Dead Language?" zur Sache und beweist durch gewohnt intelligente und politische Texte, dass DOWNSET keinesfalls ein "One Hit Wonder" sind, nur weil anno 1994/95 jedermann zu "Anger", ihrem bekanntesten Song bisher, auf die Tanzfläche gesprungen ist. Mitte Oktober erzählte mir Bassist James einiges über die langwierige Prozedur, ein geeignetes Label für die Platte zu finden, seine Meinung zu LIMP BIZKIT und dazu, dass Deutschland leider nicht das einzige Land ist, in dem Rassisten immer noch nicht ausgestorben sind.James, ihr seid gerade von der "Tattoo The Earth"-Tour mit SLIPKNOT, EARTH CRISIS, SLAYER und anderen Bands zurück. Wie war die Tour für euch?"Die Tour war einfach unglaublich witzig und wir hatten eine Menge Spass. Am Besten lässt es sich wohl mit der Überschrift "Heavy Metal Sommer Camp" definieren."Schön, endlich wieder was von DOWNSET zu hören. Seit eurem letzten Album "Do We Speak A Dead Language?" ist viel Zeit vergangen. Warum dauerte es solange bis zum Release von "Check Your People"?"Die gesamte Band hatte nicht nur Probleme mit unserem damaligen Label Mercury, sondern es gab auch genügend interne Streitigkeiten. Hauptursache dafür war wohl die fehlende Kommunikation innerhalb der Band. Ausserdem sah die Situation und das Verhältnis zu unserem Label mehr als unglücklich aus, aber trotz den ganzen Komplikationen haben wir alle Probleme in den Griff bekommen und ich bin deswegen wirklich besonders stolz auf uns."Es war eine Überraschung und schön zu hören, dass ihr mit Epitaph nach ewig langer Suche endlich das geeignete Label für euer neues Album gefunden habt. Es gab ja viele Angebote von diversen Plattenfirmen, warum habt ihr euch für Epitaph entschieden und was waren die genauen Gründe über eure Unzufriedenheit mit Mercury?"Wir erzählten Mercury, dass wir das Label wechseln wollten, weil wir mit ihnen unzufrieden waren. Sie konnten uns aber nicht gehen lassen, weil sie zu der Zeit von Universal aufgekauft wurden. Wir hatten die Nase echt voll davon, ewig auf den Release des Albums warten zu müssen. Nach einigem Hin und Her entschlossen sie sich, uns aus dem Vertrag zu entlassen, aber nur für den Fall, dass ein anderes Label unsere Platte von ihnen kaufen würde. Die Sache mit Epitaph war wirklich das Allerbeste, was uns passieren konnte."Im Vorfeld zum neuen Album gab es einige Wechsel in der Bandbesetzung, wobei sich nach etlichen Gerüchten und Spekulationen anbietet, aus erster Hand zu erfahren, wer aktuell zu DOWNSET gehört und wer nicht?"Im Moment besteht DOWNSET aus Rey Oropeza, Vocals, Chris Hamilton, Drums, Rogelio Lozano, Gitarre und mir, James Morris am Bass. Es ist wirklich cool, Rogelio vom ersten Longplayer wieder dabei zu haben und damit auch das gleiche Feeling wie damals. Chris ist hingegen ganz neu in die Band eingestiegen. Er ist ein absolut geiler Drummer, spielt sehr dynamisch und bringt enorm viel Power in sein Schlagzeugspiel.""Check Your People" ist wesentlich aggressiver ausgefallen, als ich es von DOWNSET erwartet hätte. Teilweise erinnert mich die Platte an die einstigen, genialen STRIFE. Resultierte diese Wut auch aus dem Frust über die Schwierigkeiten, ein geeignetes Label zu finden?"Es war wirklich mächtig frustrierend und nervig, so unnötig lange auf den Release des Albums zu warten. Hauptursache für die angestaute Wut und die aggressive Stimmung der Platte waren aber vorrangig persönliche Dinge innerhalb der Band und eher weniger die Probleme mit Labels und Ähnlichem."Der Sound von "Check Your People" ist erstaunlich druckvoll und hat enorm viel Power. Vor allem hattet ihr in eurer bisherigen Bandgeschichte noch nie einen fetteren Gitarren- und Drumsound. Wie war die Studioarbeit mit Roy Z. und Randy Staub, der ja auch schon mit METALLICA und MONSTER MAGNET aufgenommen hat?"Roy Z. ist ein grandioser Produzent und gleichzeitig einer unserer besten Freunde. Roy kennt uns besser als jeder Andere. Die Kombination aus ihm und Randy holte wirklich das Beste aus uns raus."Das Artwork von "Check Your People" ist recht gewaltgeprägt und wirkt beängstigend. Wer hatte die Idee dafür und wer war der Namensgeber des Titels?"Rogelio, unser Gitarrist, hat das Bild zum Cover in einer unbetitelten, mexikanischen Zeitschrift gefunden. Die Idee, "Check Your People" zum Titeltrack des Albums zu machen kam hingegen von Rey."Ihr hattet im Gegensatz zu nicht wenigen HC-Bands nie stumpfe und abgedroschene Lyrics, sondern seid auch besonders bekannt dafür, intelligente und politische Texte zu schreiben. Glaubst du, dass ihr vielen Leuten mit euren Songs Denkanstösse geben konntet und siehst du eine textliche Entwicklung seit dem Debütalbum?"Das Wichtigste überhaupt ist, dass die Band wegen ihrer Lyrics gemocht und unterstützt wird. Ich habe schon viele Leute getroffen, die mir erzählten, wie unsere Texte ihr Leben verändert haben, und du kannst mir glauben: das ist ein unbeschreibliches und beeindruckendes Erlebnis. Die Lyrics sind über die Jahre viel erwachsener geworden. Dieses Album ist sehr persönlich, insbesondere natürlich Reys Vocals."Schreibst du auch immer noch Gedichte?"Auf jeden Fall, und daran soll sich in Zukunft auch nichts ändern."Eure politischen Texte sagen mehr als deutlich eure Einstellung zu Rassismus aus. Obwohl das Problem bei uns schon immer relevant war, berichten die Medien in Deutschland in den letzten Monaten erst wieder vermehrt darüber. Es scheint manchmal so, als würden sie nur darüber berichten, wenn sie gerade nichts Anderes zu melden haben. Wie ist die Situation im Moment in den USA, gibt es Fortschritte?"Genau wie bei euch ist Rassismus auch in Amerika immer ein Problem gewesen und heute ist es das leider immer noch. Fortschritt? Im Gegenteil, momentan zeichnet sich eine unglaublich grosse Bewegung ab, die immer mehr Anhänger findet und sogenannte "White Power" propagieren. Das ist wirklich ein riesiges Problem bei uns."Bereits 1994/95 wart ihr Teil der damaligen, sogenannten "Crossoverszene". Nicht zuletzt durch "Anger" stieg eure Bekanntheitsgrad in dieser Szene, in der unzählbar viele Bands angesagt waren, die heutzutage allerdings entweder nicht mehr existieren, ihren Stil komplett verändert haben oder mehr oder weniger erfolgreich hier und da gelegentlich von sich reden machen. Gab es eine Zeit, zu der du auch über einen völligen DOWNSET Stilwechsel nachgedacht hast?"Niemals habe ich mir Gedanken gemacht, auch nur irgendwas an DOWNSET und unserer Musik zu ändern. Wir waren tatsächlich eine der ersten Bands, die diese Art Sound gemacht haben. Ich habe auch absolut nichts dagegen und finde es eher gut, dass härtere Musik mittlerweile "salonfähig" geworden ist und auch in Richtung Mainstream tendiert, weil dadurch nämlich eine Menge Leute eigene Ideen entwickeln können."Auf der anderen Seite gibt´s heutzutage natürlich auch Bands wie LIMP BIZKIT, die sich doch allzu gerne als Vorreiterband für die Hip Hop/Metalsymbiose sehen, worüber ihr natürlich nur milde lächeln könnt. Wie denkst du darüber und was hältst du vom momentanen "Reunionwahn", ob nun im traditionellen Metal oder auch im HC?"Eigentlich ist es völlig nebensächlich, welche Band zuerst Erfolg hatte oder als erste da war, genau wie alle anderen artverwandten Diskussionen. Das Wichtigste ist, dass einem die Leute ihre Aufmerksamkeit schenken und das ist glücklicherweise bei DOWNSET der Fall, da wir eine grosse Fanschar haben. Das ist wirklich nur gut für uns und wenn Bands, egal welcher Richtung, sich wiedervereinen wollen, meinetwegen gerne, ich hab´ absolut nichts dagegen."Welchen Jobs geht ihr denn neben DOWNSET nach?"Also, neben der Band führe ich einen Plattenladen, Rogelio arbeitet in einem Studio, Rey arbeitet auf dem Bau und Chris verdient sich seine Kohle als Studiodrummer für andere Bands."Erinnerst du dich noch an deine erste Platte oder vielleicht eine, die besonders wichtig für dich ist?"Auf jeden Fall. Meine erste LP war QUIET RIOTs "Metal Health", die letzte übrigens die aktuelle "25th Anniversary Collection" von MOTÖRHEAD. Mich haben so unglaublich viele Musiker beeinflusst, die Palette reicht von Coltrane über FUGAZI bis hin zu BLACK SABBATH, BLACK FLAG und natürlich aus der Autorensicht ist auch William S. Cooper eine grosse Inspiration für mich."Was gibt´s demnächst von euch?"Erstmal solltet ihr natürlich wissen, dass ihr unsere Ärsche in allernächster Zukunft auf Deutschlandtour bewundern könnt. Ich möchte mich auch an dieser Stelle bei allen Fans bedanken, die über all die Jahre immer an DOWNSET geglaubt und die Hoffnung niemals aufgegeben haben. Es war wirklich manchmal hart für uns, aber wir sind immer noch da, und zwar wegen eurem Support. Dankeschön!"
 

Reviews

DOWNSET

© Ox Fanzine #41 / Dominik Winter

Check Your People CD

"Aaaaaaanger"! Wer erinnert sich nicht noch an diese Hymne, die man vor ein paar Jahren alle paar Minuten in jedem Alternative-Tanztempel der Republik in kräftiger Lautstärke um die Crossover-Öhrchen gehauen bekam? Selbst an absoluten Trendmuffeln dürfte dieser Song nicht ungehört vorbeigegangen sein, denn dadurch gelang DOWNSET ein Riesenschritt in Richtung Bekanntheitsgrad. Anno 1994/95 gehörten sie zu einer Unmenge von angesagten, hip hoppenden Metalbands, von denen die meisten heutzutage allerdings wohl eher einem Job als Kellner oder Tankstellenwächter nachgehen dürften. Vermutet hatte ich das bei DOWNSET auch schon, aber nach einigem Hin- und Her hat man mit Epitaph endlich das geeignete Label gefunden und fröhnt auf dem dritten Longplayer "Check Your People" nicht mehr so ganz dem Mid-90s-style Crossover. Schön druckvoll und überraschenderweise noch einen Tacken aggressiver kommt die Band daher, im direkten Vergleich zu den Genrekollgen STUCK MOJO verzichten die Jungs glücklicherweise auf ´nen zusätzlichen Traditional Metal Hampelmann hinter´m Mikro und treten lieber ab und an im STRIFE-Hardcorestechschritt in diverse Hinterteile, die meinen, LIMP BIZKIT seien in irgendeiner Form interessant. Auf "Check Your People" gibt´s viel weniger Rap-Elemente als erwartet, dafür eine Menge Wutausbrüche. Genialer Song und Anspieltip ist auf jeden Fall "Which Way", welches mit einer Dub orientierten Strophe beginnt um im Refrain mit einem brodelnden Aggressionsausbruch zu enden und sicherlich das Blut vieler Tanztempelgänger zum Kochen bringen dürfte. Sehr schöne Platte, vor allem weil ich im Fall von DOWNSET niemals mit so einer positiven Überraschung gerechnet hätte.

 

DOWNSET

© Ox Fanzine #56 / Dominik Winter

Universal CD

Diese Platte ist enttäuschend. Mehr muss eigentlich nicht gesagt werden. Oder doch? Na ja, zumindest, dass die vier Jahre nach "Check Your People" die Band leider kein Stück weiter-, sondern vielmehr sogar zurückbefördert haben. Waren DOWNSET nämlich vor ihrem dritten Album eine ganz nette Crossoverband, so zeigten sie mit "Check Your People", dass deutlich mehr von ihnen zu erwarten war. Die Wut über misslungene Labeldeals steckte den Jungs in den Knochen und wurde glaubhaft freigesetzt, so dass man zeitweise sogar an die göttlichen STRIFE erinnert wurde. Von diesen Zutaten ist heute kaum noch etwas übrig. Die Songs wirken unausgegoren, lustlos und lassen sogar verstehen, warum sich kein Label ihrer annehmen wollte. Gute Ansätze wie im eingängigen Opener "All Crews" werden durch immer wieder gleiche Strukturen vergessen gemacht, Songs wie "Stay In The Game" wirken einfach zu bemüht, und, was wirklich angesichts der Qualität von "Check Your People" traurig ist: DOWNSET hätten mit "Universal" vielleicht endlich den Sprung in höhere Sphären schaffen können, katapultieren sich aber leider nur selbst ins Aus.

 

Präsentationen

Event Foto

EAGULLS

Jul.
7
2016