LESS THAN JAKETourdaten, Tickets, Interviews, Tonträger

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Genre

Punkrock/Hardcore, Ska

Shows

47 Shows in 25 Städten / 4 Ländern

Zeitraum

11.05.2004 - 19.08.2015

Letzte Show

19.08.2015 - DE-Stuttgart, UNIversum

Nächste Show

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Tourdaten (Archiv)

Archiv
 
 
 
Mai.
20
2004
Donnerstag Tickets Tickets Tickets
Konzert
 
Mai.
20
2004
Donnerstag Tickets Tickets Tickets
Konzert
 
 
 
Jun.
21
2007
Donnerstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Punkrock/Hardcore
 
123
...
56
Jun.
25
2007

Tonträger bei finestvinyl

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LESS THAN JAKE - GREETINGS AND SALUTATIONS | LP

LESS THAN JAKE aus Gainesville, Florida haben Details zu ihrem neuen, am 12. Oktober erscheinenden Album preisgegeben. "Greetings and Salutations" erscheint via Rude Records. Die Band - bestehend aus Vinnie Fiorello (Texter und Drummer), Chris deMakes (Sänger und Gitarrist), Roger Manganelli (Sänger und Bassist), Peter R_Wasilewski (Saxophon) und Buddy Schraub (Posaune) - hat dieses Jahr auf dem Reading- und Leeds - Festival die Lock Up Stage gerockt und dabei den Fans neben alten Klassikern auch brandneues Material vorgestellt. Das 12 Songs umfassende neue Werk wurde im Moathouse in Gainesville aufgenommen und von Bandmitglied Roger Lima Manganelli produziert. Das neue Album enthält die beiden extrem limitierten EPs "Season_s Greetings" und "Greetings from LESS THAN JAKE", sowie zwei bisher nicht veröffentlichte Lieder. Das Dutzend Songs präsentiert LESS THAN JAKE in Reinkultur; da wird sonniger Ska mit melodischem Punkrock (sie nennen es "barn-burner punk rock") gemischt, immer in der Absicht, Langzeitfans und sowie Ersthörern anzuheizen, jeden Song mit zu grölen und im eigenen Wohnzimmer abzumoshen. LESS THAN JAKE bleiben ihrem Stil treu und verlassen sich auf im Punk verwurzelte und von Bläsern angetriebene Melodien. Songs wie "A Return To Headphones" und "Finer Points Of Forgiveness" zeigen das Beste des Old-School-Materials in neuem Gewand und sorgen für ein aufgedrehtes Hörerlebnis. LESS THAN JAKE aus Gainesville, Florida haben Details zu ihrem neuen, am 12. Oktober erscheinenden Album preisgegeben. ,Greetings and Salutations" erscheint via Rude Records. Die Band - bestehend aus Vinnie Fiorello (Texter und Drummer), Chris deMakes (Sänger und Gitarrist), Roger Manganelli (Sänger und Bassist), Peter R'Wasilewski (Saxophon) und Buddy Schraub (Posaune) - hat dieses Jahr auf dem Reading- und Leeds - Festival die Lock Up Stage gerockt und dabei den Fans neben alten Klassikern auch brandneues Material vorgestellt. Das 12 Songs umfassende neue Werk wurde im Moathouse in Gainesville aufgenommen und von Bandmitglied Roger Lima Manganelli produziert. Das neue Album enthält die beiden extrem limitierten EPs ,Season's Greetings" und ,Greetings from LESS THAN JAKE", sowie zwei bisher nicht veröffentlichte Lieder. Das Dutzend Songs präsentiert LESS THAN JAKE in Reinkultur; da wird sonniger Ska mit melodischem Punkrock (sie nennen es ,barn-burner punk rock") gemischt, immer in der Absicht, Langzeitfans und sowie Ersthörern anzuheizen, jeden Song mit zu grölen und im eigenen Wohnzimmer abzumoshen. LESS THAN JAKE bleiben ihrem Stil treu und verlassen sich auf im Punk verwurzelte und von Bläsern angetriebene Melodien. Songs wie ,A Return To Headphones" und ,Finer Points Of Forgiveness" zeigen das Beste des Old-School-Materials in neuem Gewand und sorgen für ein aufgedrehtes Hörerlebnis.
 
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LESS THAN JAKE - GREETINGS AND SALUTATIONS [YELLOW V | LP

LESS THAN JAKE aus Gainesville, Florida haben Details zu ihrem neuen, am 12. Oktober erscheinenden Album preisgegeben. "Greetings and Salutations" erscheint via Rude Records. Die Band - bestehend aus Vinnie Fiorello (Texter und Drummer), Chris deMakes (Sänger und Gitarrist), Roger Manganelli (Sänger und Bassist), Peter R_Wasilewski (Saxophon) und Buddy Schraub (Posaune) - hat dieses Jahr auf dem Reading- und Leeds - Festival die Lock Up Stage gerockt und dabei den Fans neben alten Klassikern auch brandneues Material vorgestellt. Das 12 Songs umfassende neue Werk wurde im Moathouse in Gainesville aufgenommen und von Bandmitglied Roger Lima Manganelli produziert. Das neue Album enthält die beiden extrem limitierten EPs "Season_s Greetings" und "Greetings from LESS THAN JAKE", sowie zwei bisher nicht veröffentlichte Lieder. Das Dutzend Songs präsentiert LESS THAN JAKE in Reinkultur; da wird sonniger Ska mit melodischem Punkrock (sie nennen es "barn-burner punk rock") gemischt, immer in der Absicht, Langzeitfans und sowie Ersthörern anzuheizen, jeden Song mit zu grölen und im eigenen Wohnzimmer abzumoshen. LESS THAN JAKE bleiben ihrem Stil treu und verlassen sich auf im Punk verwurzelte und von Bläsern angetriebene Melodien. Songs wie "A Return To Headphones" und "Finer Points Of Forgiveness" zeigen das Beste des Old-School-Materials in neuem Gewand und sorgen für ein aufgedrehtes Hörerlebnis. LESS THAN JAKE aus Gainesville, Florida haben Details zu ihrem neuen, am 12. Oktober erscheinenden Album preisgegeben. ,Greetings and Salutations" erscheint via Rude Records. Die Band - bestehend aus Vinnie Fiorello (Texter und Drummer), Chris deMakes (Sänger und Gitarrist), Roger Manganelli (Sänger und Bassist), Peter R'Wasilewski (Saxophon) und Buddy Schraub (Posaune) - hat dieses Jahr auf dem Reading- und Leeds - Festival die Lock Up Stage gerockt und dabei den Fans neben alten Klassikern auch brandneues Material vorgestellt. Das 12 Songs umfassende neue Werk wurde im Moathouse in Gainesville aufgenommen und von Bandmitglied Roger Lima Manganelli produziert. Das neue Album enthält die beiden extrem limitierten EPs ,Season's Greetings" und ,Greetings from LESS THAN JAKE", sowie zwei bisher nicht veröffentlichte Lieder. Das Dutzend Songs präsentiert LESS THAN JAKE in Reinkultur; da wird sonniger Ska mit melodischem Punkrock (sie nennen es ,barn-burner punk rock") gemischt, immer in der Absicht, Langzeitfans und sowie Ersthörern anzuheizen, jeden Song mit zu grölen und im eigenen Wohnzimmer abzumoshen. LESS THAN JAKE bleiben ihrem Stil treu und verlassen sich auf im Punk verwurzelte und von Bläsern angetriebene Melodien. Songs wie ,A Return To Headphones" und ,Finer Points Of Forgiveness" zeigen das Beste des Old-School-Materials in neuem Gewand und sorgen für ein aufgedrehtes Hörerlebnis.
 
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LESS THAN JAKE - LIVE FROM ASTORIA | 2 LP

Limitiertes farbiges Doppel-Vinyl im Gatefold! Nach 16 Alben nun endlich das erste Live Album was sich wie das Best of vom Besten anhört von einer der besten Live Bands auf diesem Planeten" Pflichtkauf für jeden der auf geilen SKA PUNK steht! Less Than Jake ist eine Ska-Punk-Band aus Gainesville, Florida, die 1992 von Vinnie Fiorello, Chris Demakes und Roger Manganelli gegründet wurde. Der ungewöhnliche Name stammt von der 80 Pfund schweren Bulldogge, die Fiorellos Eltern besaßen. Der Hund war den Eltern so wichtig, dass alles "less than Jake" (dt.: weniger/unwichtiger als Jake) war. Posaunist Buddy Schaub spielte eine Zeit lang in der Band Goldfinger und der ehemalige Bassist Shaun Grief arbeitet heute als Roadie. Nach nur einer Platte bei Fat Wreck wechselten sie mit Sire Records wieder zu einem Major, wo 2003 Anthem erschien und drei Jahre später auch In With The Out Crowd. Bei dieser Platte experimentierten sie auch ein wenig mit ihrem Sound, was von den meisten Fans aber nicht wirklich angenommen wurde. Mark Hoppus von der Band Blink 182 schrieb für Less Than Jake den Song "The Rest of my Life".
 
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LESS THAN JAKE - SEE THE LIGHT | LPD

Neues Album der US-Ska-Punk-Legende. Produziert von Bill Stevenson (Rise Against, NOFX). Reviews und Features in allen Rock-/Punk-Magazinen und eZines. LP inklusive Digital Download. Für Fans von Millencolin, NOFX, Dropkick Murphys.
 

Interviews

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LESS THAN JAKE

LESS THAN JAKE sind wohl der Inbegriff des Skapunks, denn welche andere Band hat über so viele Jahre so gekonnt und in einer solchen Konstanz wie sonst nur NOFX, Ska und Punk zu einem mitreißenden Mix gemischt, der sowohl junge Kids wie auch gestandene Punkrocker weltweit begeistert? Mit der Aufnahme in die Fat Wreck-Familie hat das Sextett seinen Ausnahmestatus auch noch unterstrichen. Das die Hits auch live zünden, konnte man schon zweimal in Europa beobachten, unter anderem auch auf der ´99er Vans Warped Tour, die ja nicht gerade zu den kleinsten Konzertveranstaltungen gehört. Ein Interview war also mehr als überfällig und beim Auftritt in der Zeche Carl in Essen stand das neue Mitglied Buddy (Sax) uns Rede und Antwort.Wie lange kanntest du die Band LESS THAN JAKE schon, bevor du dazu gestoßen bist?"Ich kenne LESS THAN JAKE ungefähr seit fünf Jahren und die Band existiert nun ungefähr seit 1991, denke ich. Persönlich getroffen habe ich sie auf der Vans Warped Tour. Meine Band SPRING HILL JACK spielte in der letzten Tourwoche mit. Der Tourmanager von LESS THAN JAKE war ein guter Freund von mir, und ich sagte ihm das ich mich sehr gerne mal mit den Jungs unterhalten würde. Wir haben dann die Woche miteinander rumgehangen. Wir haben danach kaum Kontakt gehabt bis sie mich nach einem Jahr anriefen und sagten, das sie einen neuen Mann am Saxophone bräuchten und ob ich es nicht mal versuchen möchte. Es lief gut und nun sitze ich hier in Deutschland und gebe Interviews."Ich bin überrascht über die Masse an Publikum die heute hier aufläuft. Wie sieht das denn in den Staaten aus?"Nun, ich bin genauso überrascht wie du, ich meine, für mich ist es die erste Tour in Europa und die zweite mit LESS THAN JAKE überhaupt, und gleich so ein Publikum vor sich zu haben, das ist schon ziemlich beeindruckend. In den Staaten läuft es genauso gut. Wir hatten zum Beispiel eine Show in Montreal mit ungefähr 3.600 Kids und bei unserer letzten Show in den Staaten in New York waren ca. 3.200 Kids dabei. Und wenn wir zurück in die Staaten fliegen, werden wir als Support mit BON JOVI durch die USA touren..."Mit BON JOVI?!? Erzähl mal wie es dazu gekommen ist, auf der einen Seite ist das cool, auf der anderen Seite aber auch irgendwie komisch..."Siehst du, das sagen auch die Leute in den USA: es ist cool, aber auch total verrückt. Ich finde, es macht schon Sinn."Wieso?"Wieso nicht? Ich meine, wenn BON JOVI dich anrufen würden und fragen, ob du mit ihnen auf Tour gehst, würdest du ablehnen? Natürlich nicht!"Man denkt sich wahrscheinlich: Eigentlich ist BON JOVI ´ne absolute Spießerband, aber warum sollen wir es nicht machen?"Ok, wir beenden hier das Interview... BON JOVI sind nicht spießig, hör dir doch "Bad Medicine" oder "Slippery when wet" an. Es ist einfach mal was anders, ich meine warum sich selbst beschränken, warum immer mit der gleichen Art von Bands auf Tour gehen, und wir haben schon unzählige solcher Punkrock-Shows gemacht, also was spricht dagegen eine Metal-Tour zu machen?"Aber wie seid ihr denn letztendlich zu BON JOVI gekommen?"Wir werden von der gleichen Booking-Agentur betreut, wahrscheinlich die größte Booking-Agentur auf der Welt, und die hatten die Idee uns auf diese Tour zu schicken. Wir werden dann die Band auch persönlich treffen, denn bis jetzt kennen wir uns noch nicht. Meine Tante hatte übrigens in den Achtzigern mal ihre Karten für ein BON JOVI-Konzert in ihrem Gefrierschrank versteckt, weil sie Angst hatte irgend jemand könnte die Karten stehlen oder das Haus würde mitsamt den Karten abbrennen. Als ich sie anrief und ihr sagte das ich mit BON JOVI auf Tour gehen würde, rastete sie natürlich aus. Es wird schon sehr abgefahren sein, wenn wir aus Europa zurück kommen und dann direkt vor einem solchen Publikum spielen."Was glaubst du was für Leute zu diesen Shows kommen werden?"Nun, das "normale" LESS THAN JAKE Publikum ist so zwischen 14 und 25 Jahren alt und ich vermute deren ältere Geschwister oder auch deren Eltern werden zu den Shows kommen. Wir spielen also vor unserer eigenen Generation."LESS THAN JAKE haben ja viele verschiedene Platten auf verschiedenen Labels rausgebracht, die ganzen 7"s usw. Seid ihr die ganze Zeit nur im Studio und auf der Bühne oder was?"Ich denke wir haben bis jetzt in den USA so ungefähr 163 Releases rausgebracht, und soweit ich das sagen kann läuft es wirklich nach dem Schema Touren, Aufnehmen, Touren."Wie kam es den zum Wechsel von Capitol zu Fat Wreck?"Als ich zur Band gestoßen bin, waren sie gerade dabei das Label zu wechseln. Was ich weis, ist, dass als LESS THAN JAKE bei Capitol unterschrieben haben, viele Freunde der Band bei Capitol arbeiteten. Über die Jahre hinweg wurden diese Leute gefeuert und eine neue Geschäftsführung hatte andere Vorstellungen, wie sich das Label entwickeln sollte. So kam dann die Chance das Label zu verlassen und wir landeten bei Fat Wreck, was auch eine ganz witzige Story war. Vinnie spielte auf der Tour die ganze Zeit dieses Würfelspiel Zelow. Irgendwann mal trafen wir Fat Mike, der auch die ganze Zeit dieses Spiel spielt. Also spielten Vinnie und Fat Mike eine Partie und Vinnie setzte als Einsatz unsere neue Platte, wogegen Fat Mike die Hälfte von Fat Wreck Chords setzte. Leider haben wir verloren und sind jetzt auf Fat Wreck. Eins ist auf jeden Fall sicher, Fat Mike ist ein cleverer Geschäftsmann, jeder weiss, dass er nicht ohne Grund mit Fat Wreck so erfolgreich ist. Er weiss einfach was wir wollen und welche Leute wir ansprechen wollen. 90 Prozent der Kids, die Fat Wreck-Bands wie LAG WAGON oder MAD CADDIES gut finden, hören auch gerne LESS THAN JAKE und das ist einfach cool. Es ist wie eine große Familie."Hat der Ska-Boom in den USA die Szene verändert? Gibt es noch ein typisches Skapublikum, wie es in den Achtzigern die Skinheads waren?"Es war früher so, bestimmte Leute gingen zu bestimmten Konzerten, aber dadurch, dass sich die Stilrichtungen vermischt haben, mehr Punkrockbands mit Skabands auf Tour gehen usw., ist das heutige Publikum nicht mehr nur auf bestimmte Leute beschränkt. Ich meine, die Bands haben ja auch verschiedene Musikstile zusammengeführt und ich finde so sollte es auch sein."Was ist von LESS THAN JAKE in nächster Zukunft zu erwarten?"Nun, erstmal ist jetzt unser neues Album raus. Danach fliegen wir zurück und machen dann die BON JOVI-Tour im November. Yeah! Im Dezember nehmen wir eine Auszeit und dann werden wir in Australien auf der Vans Warped Tour dabei sein. Wahrscheinlich werden wir dann auch noch mal durch Europa touren."Ist demnächst auch noch so was wie die "Grease"-7" geplant?"Ich glaube, die "Grease"-Platte ist hier noch gar nicht veröffentlicht worden, bis jetzt weiß ich nur das sie auf Vinnies Label Fueled By Ramen in den Staaten zu haben ist, aber ich denke, erstmal wird es keinen direkten Nachfolger geben."
 
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LESS THAN JAKE - What were you looking for, normality?

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir ein guter Freund das "Cinema Beer Nuts"-Video von Hopeless Records, das Mitte der 90er erschienen sein muss, in die Hand drückte. Er wies mich auf eine neue, wahnsinnig gute Bands namens LESS THAN JAKE hin, die mit ihrem Videoclip "Automatic" auf dem Video zu sehen war. Damals steckte ich in der Primetime der Pubertät, liebte amerikanischen Melody-Punk und schloss LESS THAN JAKE auf der Stelle ins Herz. Zehn Jahre sind seitdem vergangen und in dieser Zeit hat sich mein Musikgeschmack zwar etwas verändert, die Alben, die LESS THAN JAKE während der zehn besagten Jahre veröffentlichten, gefielen mir aber immer gut. Die Band versteht es, Ska und Punkrock zu einer energischen Mischung zu fusionieren. Ihre spaßigen Stücke vermitteln eine angenehme Leichtigkeit, ihre melancholischen Songs sind oftmals mit einer gewissen Nachdenklichkeit beladen, so dass mich an dieser Band nicht nur ihre Catchyness und ihr Melodiegefühl, sondern auch das Gespür für Stimmungen begeistern. Und während "Borders And Boundaries", 2000, und "Anthem", 2003, eher melancholische LTJ-Alben waren, stellt "In With The Crowd", das neue Album des Fünfers aus Florida, wieder positive Stimmungen in den Vordergrund. Viele der zwölf Songs sind gelungene Ohrwürmer, die von der Catchyness und der Energie der frühen LESS THAN JAKE-Alben leben. Grund genug, einmal mit LTJ-Drummer und Fueled By Ramen-Labelboss Vinnie zu sprechen.Vinnie, euer letztes Ox-Interview gab Budy, euer Posaunist, im Jahr 2000, als euer einziges Fat Wreck-Album "Borders And Boundaries" erschien. Kurz nach dem Release seid ihr mit BON JOVI auf Amerika-Tour gegangen, wie war das?Du wirst lachen, es war lustig und hat mir eine Menge Spaß gemacht. Immer wieder konfrontieren mich Leute mit der provozierenden Frage, warum zum Geier wir eine solche Tour gefahren sind? Dem entgegne ich immer wieder, warum hätten wir es nicht machen sollen? Bei LESS THAN JAKE ging es von jeher darum, Dinge zu tun, die ungewöhnlich sind, Dinge, die niemand von einer Punkrock-Band erwartet. Die BON JOVI-Tour war eines dieser ungewöhnlichen Dinge, die LESS THAN JAKE gemacht haben. Unsere Split-Platte mit MEGADETH und die SLAYER-7", auf der die Songs rückwärts zu hören sind, sind weitere solche Dinge. Die BON JOVI-Tour war das absolute Gegenteil von den Touren, die wir normalerweise spielen. Das war cool und lustig.Als "Borders And Boundaries" erschien, war die Geschichte im Umlauf, dass Fat Mike und du um das Album gespielt hättet, du verlorem hast und ihr deswegen das Album auf Fat Wreck machen musstet. Die Geschichte ist doch vollkommener Scheiß, oder?Haha, ganz richtig. Die Geschichte stimmt nicht. Ich weiß, sie wurde in sehr vielen Interviews erzählt, fand daher ihren Weg in die Medien und wurde zu einem kleinen Mythos. Auf der Warped-Tour gibt es jeden Abend Pokerrunden, wo Bands gegeneinander spielen können. Mike und ich haben ein paar Mal gespielt, aber dass er Fat Wreck und ich unser damals kommendes Album einsetzten, ist völliger Quatsch. Irgendwer hat sich das als Scherz ausgedacht und es machte die Runde.Euer neues Album "In With The Crowd" ist, nachdem ihr Fat Wreck verlassen habt, euer zweites für Warner. Im Gegensatz zu "Anthem", eurem Warner-Debüt, klingt es sehr viel frischer und energischer.Danke, genau das wollten wir erreichen. Sowohl für "Borders And Boundaries" als auch für "Anthem" haben wir sehr viele Songs geschrieben, mehr als 30 pro Album. Das Problem mit beiden Alben war aber, dass wir diese 30 Songs geschrieben und nicht noch mal überarbeitet haben. Nachdem eine erste Songversion fertig war, änderten wir kaum noch etwas an ihr. Bei "In With The Crowd" sind wir anders vorgegangen und haben uns intensiver mit den Songs auseinandergesetzt und sie wiederholt überarbeitet.Habt ihr dabei ein gewisses Ziel verfolgt?Ja, "In With The Crowd" sollte in der Tradition früher LESS THAN JAKE-Alben stehen. "Losing Streak", ein frühes LESS THAN JAKE-Album, ist sehr catchy, energisch und melodisch. "Borders And Boundaries" sowie "Anthem" haben bei weitem nicht so viele Hooks und catchy Songparts. Auf "In With The Crowd" wollten wir zurück zu Songs, die von vielen Hooklines und Catchyness dominiert sind. Das war eine Maxime, die wir der Arbeit am Album zugrunde gelegt haben.Dennoch ist das Album kein verspätetes "Losing Streak Vol. 2", dafür ist "In With The Crowd" zu versiert und zu vielseitig.Das wollte ich auch gar nicht gesagt haben, sondern nur, dass wir uns beim Songwriting mehr an unseren frühen Alben orientiert haben, als bei "Borders ..." und "Anthem". In meinen Augen ist "In With The Crowd" eine Synthese aller LESS THAN JAKE-Alben. Das Album hat Züge von allen unseren Schaffensphasen.Was mich im Zusammenhang mit "In With The Crowd" irritierte, ist, dass von Warner Music Watermarked-Vorab-CDs versendet wurden. Auf meiner CD steht mein Name und der Hinweis, dass jeder Song einen individuellen Code besitzt, so dass gegebenenfalls im Internet gefundene Songdateien auf mich zurückgeführt werden könnten ...Entschuldige, dass ich dich unterbreche, aber ich sehe, dass du darauf hinaus willst, warum wir so etwas machen. Lass mich dir folgendes sagen: Ich stehe nicht dahinter und in meinen Augen verarscht Warner sich damit selber. Denn Warner Amerika versendete Watermarked-Kopien des Albums an sehr viele Leute, die niemals ein Album von uns hätten haben sollen. Da waren haufenweise auf Rap, Soul und R&B spezialisierte Musikläden und andere Institutionen dabei, die nichts mit LESS THAN JAKE zu tun haben. Warner hätte sich die Leute heraus suchen sollen, die für LTJ relevant sind, ihnen eine richtige CD schicken und fertig. Außerdem, durch die Stream-Funktionen im Internet kann sich jeder, der etwas PC-Knowhow hat, das Album ohnehin auf Festplatte ziehen, mp3s machen und sie ins Internet stellen. Von daher sind Watermarked-Kopien völliger Bullshit.Bleibt die Frage, warum ihr das mit euch machen lasst?Wir sind nun mal auf Warner und wir als LESS THAN JAKE können nicht die Vorgehensweise eines Konzerns verändern. Warner hat eine Rechtsabteilung, sie bestimmt diesen Umgang mit Pressekopien unserer Alben, auch wenn sie sich keinen Gefallen damit tun.Bei Fueled By Ramen bist du selber Labelboss. Hat die Art, wie Labels mit dir als Musiker umgegangen sind, die Weise geformt, wie du als Labelboss mit deinen Bands umgehst?Auf jeden Fall! Ich habe mit den FBR-Bands genau solche Diskussionen, wie LESS THAN JAKE - bei voller kreativer Kontrolle - mit Warner bei jedem neuen Album haben. Und ich finde das legitim, denn bei Fueled By Ramen bin ich der Geldgeber. Deswegen spreche ich oft mit den Bands darüber, in welche Richtung sie gehen wollen und wo ich die Band gerne gehen sehen würde. Ich steuere nicht die musikalische Ausrichtung der Bands, sondern äußere in Diskussionen nur meine Visionen und Wünsche. Weiterhin sind wir eines der wenigen Indielabels, das seine Bands bezahlt. Viele Indies verstecken gerne, dass sie ihren Bands keinen Pfennig zahlen. Und davon halte ich gar nichts.
 
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LESS THAN JAKE - Zur Ökonomie des DIY

Als ehemaliger Labellenker von Fueled By Ramen Records brachte Pokerface Vinnie Fiorello PANIC! AT THE DISCO und weitere Jungspunde in die Top-Positionen der weltweiten Verkaufslisten. Als Drummer und wesentlich auch Vordenker von LESS THAN JAKE hat er aber auch die andere Seite des Geschäfts kennen gelernt. Von Kleinstlabels ging es Mitte der Neunziger für LESS THAN JAKE gleich mit dem zweiten Album "Pezcore" zu EMI/Capitol, von dort aus zwei Alben später zu Fatwreck, ein Album später zu Sire Records/Warner und von dort aus in die Eigenständigkeit. Sleep It Off Records heißt das noch junge Label, das Fiorello - genährt mit seinen Erfahrungen als Labelmacher und als in die Geschäftslogik vieler Labels eingebundener Musiker - gemeinsam mit den anderen LESS THAN JAKEs gegründet hat, um dort deren neues Album "GNV FLA" zu veröffentlichen, nachdem er Anfang dieses Jahres bei Fueled By Ramen ausgestiegen war. Und spricht man mit ihm, dann merkt man es deutlich, dass dieser Mann einerseits weiß, was er will, er andererseits aber auch verstanden hat, nach welcher Logik weite Teile der Musikwelt ticken. Sympathisch dabei: Fiorello ist alles andere als ein Pseudo-Consultant mit grundrechnerisch fundierter Pseudo-Wirtschaftskenntnis, sondern er wendet das, was er weiß, aus Sicht einer etablierten Band, LESS THAN JAKE, und aus Sicht eines Musikfans an. Scheint plausibel und nötig bei jemandem, der in Eigenregie noch ein weiteres Label - Paper + Plastick -, eine schrullig-nerdige Spielzeugfirma - Wünderland War - und eine Managementagentur betreibt.Vinnie, "GNV FLA" erscheint auf eurem eigenen Label Sleep It Off Records, das erst vor kurzem gegründet wurde. Warum geht ihr in diesen Zeiten einer derart schweren Weg und gründet ein eigenes Label? Euch standen doch alle Türen offen, zu einem für LESS THAN JAKE passenden, etablierten Indie zu wechseln.Dass wir Sleep It Off Records gegründet haben, liegt daran, dass die Musikindustrie sich erheblich verändert hat. Alles in allem hat die Digitalisierung alles auf den Kopf gestellt und vor allem die Rolle aller Plattenfirmen entwertet. Und das ist noch lange nicht vorbei, die technologischen Entwicklungen gehen ja weiter, was sicher noch die eine oder andere Überraschung bereit halten wird. Jedenfalls denken wir als Band, dass heute nicht mehr die Labels die wesentlichen Kräfte der Musikbranche sind, sondern, dass es in dieser Industrie immer wichtiger wird, dass du dich als Band selber vermarktest, weil dir die Digitalisierung alle Wege dazu öffnet. Warum solltest du also angesichts der Möglichkeit, deine Songs selber und problemlos vertreiben zu können, noch ein Label einbinden? Labels sind in der heutigen Situation nur noch Banken mit gewissen Vertriebsmöglichkeiten. Entsprechend finanzieren sie die Distribution deiner Musik. Wenn du die aber selber machen kannst, warum zu einer Bank gehen? Und da ist es ganz egal, ob du zu einem Indie oder zu einem Major gehst - beides sind gewissermaßen Geldhäuser, die in dieser Situation keine wirklich Aufgabe mehr erfüllen, sondern lediglich zwischen dich und die Vermarktung deiner Musik geschaltet sind. Deswegen schien es uns nicht sinnvoll, zu einem Indie oder zu einem Major zu gehen.Aber wenn die Rolle von Plattenfirmen derart irrelevant ist, warum hast du dann mit Paper + Plastick obendrein noch ein eigenes Label gegründet?Weil ich Paper + Plastick nicht unbedingt in dem Kontext sehe, den ich gerade zu beschreiben versucht habe. Bei klassischen Labels ist es ja so, dass die Digitalisierung, die sie notwendigerweise als Vertriebsweg nutzen müssen, um zu überleben, ihre Existenz immer weniger legitimiert. Die Bands können ja eben alles selber machen. Paper + Plastick ist aber ein Liebhaberlabel. Es kommt hier nicht auf groß angelegten Vertrieb in digitaler Form an, sondern die Alben werden physisch erscheinen und ich lege großen Wert auf schön gestaltetes Artwork - wir bringen sozusagen das klassische Ritual des Musikgenusses zurück. Mit tollem Packaging, Alben zum Anfassen und so weiter.Und warum machst du das nicht einfach via Sleep It Off? Weil wir bei Sleep It Off fünf Leute mit unterschiedlichen Meinungen und Vorstellungen sind. Bei Paper + Plastick kann ich hingegen alles selber bestimmen, und muss niemandem erklären, wann ich die SHOOK ONES oder nun endlich das schon verschollen geglaubte letzte THE EXPLOSION-Album veröffentlichen werde.THE EXPLOSION haben der Welt ja eindrücklich vorgeführt, wie man in den Konzernstrukturen von EMI zermahlen werden kann. Siehst du vor dem Hintergrund eurer Majorlabel-Vergangenheit Parallelen zwischen THE EXPLOSION und LESS THAN JAKE?Nicht unbedingt. Du hast ja schon gesagt, und ich denke das passt im Fall THE EXPLOSION gut, dass die Band in den Mühlen einer großen Firma zermahlen wurde. So etwas ist bei LESS THAN JAKE ja nicht annähernd passiert. Bei uns war es eher so, dass wir immer weniger zu Sire Records passten. Wenn du bei einem Major bist, musst du dir ganz klar darüber sein, was du willst: Willst du auf MTV, willst du Radio-Airplay, oder ist dir das alles egal? Einige von uns wollten diese Dinge, andere nicht. Es brauchte da unser letztes Sire-Album "In With The Out Crowd", um diese bandinternen Differenzen aufzudecken und einmal klaren Tisch zu machen, um wieder eine gemeinsame Vision davon zu entwickeln, was wir als LESS THAN JAKE eigentlich wollten.Siehst du Unterschiede zwischen eurem Umgang mit Sire Records und der Art, wie andere "Punkbands" mit einem Majordeal umgehen?Sicherlich, weil ich denke, dass wir einige Fehler nicht gemacht haben, die aber komischerweise gerade manche Punkbands zu machen scheinen, wenn sie sich in die große weite Welt der Majors begeben. Wenn du dich als Band mit einem Punkrockhintergrund in dieser Welt bewegst, dann muss dir klar sein, wo deine Band herkommt und was sie ausmacht. Denn du wirst sicher an den Punkt kommen, an dem versucht wird, an dir herumzudoktern. Lässt du das zu, wird dir schnell die Logik dieser Firmen eingetrichtert und du verlierst nicht nur deine Fans aus den Augen, sondern hebst auch total ab.Vor Sleep It Off und Paper + Plastik warst du Teilhaber von Fueled By Ramen, dem Label, das PANIC! AT THE DISCO, FALL OUT BOY, THE ACADEMY IS… und zahlreiche andere Bands aufgebaut hat. Letztes Jahr hast du deinen Anteil an Atlantic/Warner verkauft, aber warum eigentlich?Das hatte zwei Gründe: Zum einen hatte ich das Gefühl, Fueled By Ramen sei am absoluten Höhepunkt angelangt; alle von dir genannten Bands sowie auch die GYM CLASS HEROES waren unglaublich erfolgreich und angesichts der damals schon unsicheren Lage von Labels empfand ich, dass 2007 genau der richtige Zeitpunkt war, um meine Beteiligung zu verkaufen. Allerdings - und das ist der zweite Grund - wurde meine Entscheidung auch wesentlich davon beeinflusst, dass ich nicht mehr wirklich an die Musik glaubte, die das Label rausbrachte. John, mein damaliger Partner, wollte immer mehr von diesen jungen Popbands signen, woran ich bis heute absolut kein Interesse habe. Deswegen stand ich vor der Wahl: verkaufen, oder John meine Sichtweise aufzwingen und so das Label nach und nach in eine Sackgasse führen, weil John und ich uns auf irgendeinen halbgaren Kompromiss einigen, hinter dem am Ende keiner von uns beiden so richtig steht.Hast du viele Erfahrungen von Fueled By Ramen zu Sleep It Off und Paper + Plastick mitgenommen?Na klar, Fueled By Ramen war insgesamt ein wahnsinniger Lernprozess für mich. Die Lektion, die mir zeigte, wie man ein wirklich erfolgreiches Label aus dem Nichts aufbauen kann. Wir starteten mit 3.000 Dollar und ich schied aus, als wir Bands hatten, die Millionen Alben verkauften. Insofern bin ich guten Mutes, dass mir die Zeit mit Fueled By Ramen sehr viel für die Zukunft von LESS THAN JAKE mitgegeben hat. Was jedoch Paper + Plastick angeht, so sagte ich ja schon, dass ich das Label eher als Liebhaberding ansehe. Entsprechend habe ich nicht den Ehrgeiz, die nächsten PANIC! AT THE DISCO oder so zu finden. Von daher weiß ich nicht, ob die vielen und oft auch geschäftsbezogenen Erfahrungen von Fueled By Ramen hier hilfreich sein werden.Wie viel Business tut denn der Musik gut?Heutzutage musst du als Musiker auch Geschäftsmann sein, sonst kommst du weder voran noch verstehst du wirklich, in welchem Umfeld du dich bewegst. Die heutige Situation der Musikindustrie bietet sich bestens dafür an, dass Bands wirtschaftlich selbstständig werden. Warum sollten sie weiterhin Geld irgendwelchen Firmen schenken, die einer Band faktisch kaum noch nutzen? Entsprechend wird es immer wichtiger, dass eine Band auch in Geschäftsdimensionen denkt, sie allerdings darauf bezieht, wie sie sie für sich selber nutzen kann. Zudem bist du in der Musikbranche schon ein ganzes Stück weiter, wenn du dir nur einmal die wirtschaftlichen Grundlogiken und die Spieler vor Augen führst. Das Musikgeschäft hat nun mal "Geschäft" im Namen, was unmittelbar klar macht, dass es vorrangig großen Firmen nur um eines geht: Geld. Sonst hieße es nicht Musikgeschäft sondern "Verein zur Kreativitätsförderung" oder so. Das realisieren viele erst einmal nicht, was wiederum erklärt, warum einige Bands auf Majors stranden: sie kennen diese Logik nicht und können dementsprechend nicht auf sie reagieren."GNV FLA" ist ein Album geworden, das sich wieder sehr an eurer Frühphase orientiert. Man könnte meinen, ihr seid einen Schritt zurück gegangen.Ganz im Gegenteil, ich sagte ja, dass es "In With The Out Crowd" brauchte, damit wir erkannten, was wir wollten. Aber was ist an einer solchen Erkenntnis zurück gewandt? Wir haben uns selber gefunden und schauen gestärkt nach vorne.Und habt insgesamt ein doch recht melancholisches Album geschrieben. Klar, ich verstehe diese Sicht, jedoch würde ich das Album nicht unbedingt als sehr melancholisch bezeichnen. Der melancholische Grundtenor des Albums kommt zwar daher, dass wir in den Songs die Momente behandeln, in denen Träume platzen. Aber wir stellen denen sehr hoffnungsvolle Momente gegenüber.Hast du den Moment schon kommen sehen, in dem dein Traum zerplatzt?Nein, zum Glück nicht. Wenn du in einer Band spielst, kannst dich ein Stück weit von dem typischen Alltagsleben isolieren, deswegen mache ich nach wie vor meist das, was ich will. Was aber nicht heißt, dass dieser Moment nie kommen wird.
 
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LESS THAN JAKE - Neues Album mit alter Leidenschaft

LESS THAN JAKE aus Gainesville, Florida muss man eigentlich nicht mehr großartig vorstellen. Mit ihrer eigenen Interpretation des Ska-Core haben die fünf Bandmitglieder sich bereits eine breite Fanbasis erspielt und rangieren neben anderen Gruppen wie den MIGHTY MIGHTY BOSSTONES oder den VOODOO GLOW SKULLS ganz weit vorne in diesem Genre. Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen erschien gerade bei Rude Records ihr neues Album „Greetings And Salutations“, eine Zusammenfassung der beiden letzten EPs. 20 Jahre LTJ bedeuten eine ganze Menge guter Musik, gepresst auf eine ganzen Reihe von interessanten, oft limitierten Editionen und herausgebracht von einer ganzen Reihe unterschiedlichster Labels, was Grund genug ist, von Vinnie Fiorello, dem Drummer und Songschreiber von LTJ, einiges über die Verbindung von Kunst und Musik, das neue Album, eigenwillige Marketingstrategien und seine diversen Seitenprojekte in Erfahrung zu bringen.Vinnie, seid ihr zufrieden mit dem neuen Album „Greetings And Salutations“?Ja, wir sind sehr glücklich damit, wollen aber dennoch auch immer wieder neue Wege gehen und neue Ideen kreieren und dann im Studio umsetzen. Diesmal haben wir im Studio unseres Sängers und Bassspielers Roger alles selbst aufgenommen und produziert. Und wenn sowohl die Musik als auch die ganze Kreativität aus dir selbst kommen, ohne äußere Einflüsse ... wer wäre da nicht zufrieden?Das neue Album ist ja eigentlich nur eine Zusammenfassung eurer beiden EPs „Season’s Greetings“ und „Greetings From Less Than Jake“ sowie zwei zusätzlichen Bonussongs. Warum habt ihr euch für diese Art der Veröffentlichung entschieden, also mit den beiden EPs im Vorfeld? Steckte dahinter womöglich eine ausgeklügelte Marketingstrategie?Nein, als Marketingstrategie sehe ich das nicht. Als wir mit LTJ begonnen haben, da wollten wir einfach nur zusammen Musik machen und sie dann bei unseren Shows und über unsere Website verkaufen. Dann haben wir versucht, den Kontakt zu unseren Fans irgendwie direkter zu gestalten, und wollten kontinuierlich spielen und auch veröffentlichen. Deshalb haben wir im Laufe der Jahre auch so viele EPs rausgebracht. Speziell im Fall des aktuellen Albums wollten wir zunächst unsere Musik über unser eigenes Label mit den beiden EPs so direkt wie möglich zu unseren Fans transportieren. Das Schöne an der Sache ist doch, dass wir in diesem Bereich machen können ,was wir wollen. Und unsere Fans, denke ich, wissen das auch zu schätzen. Und mittlerweile haben wir einen sehr breit aufgestellten Vertrieb an der Hand, sowohl im digitalen Bereich als auch mit Platten und CDs. Deshalb bringen wir jetzt die neue Platte bei Rude Records heraus, um so auch ein größeres Publikum zu erreichen.Wie ist das Artwork des Albums entstanden?Das stammt von meinem guten Freund JP Flexner und repräsentiert eine Mischung aus den beiden EPs. Ursprünglich basierte das Artwork der beiden EPs auf der Jahreszeit, in der sie jeweils veröffentlicht wurden. Wir sind alle große Fans von Illustrationen dieser Art, mit diesen dicken Strichen, und so passt das Artwork perfekt zu dem, was wir mögen, und ist auch mal was ganz anderes als unsere sonstigen Coverartworks und T-Shirt-Designs.Ihr habt ja in eurer bisherigen Laufbahn eine ganze Menge von besonderen Releases rausgebracht. Picture-Discs, farbiges Vinyl und viel limitiertes Material. Was bedeutet euch das?Bei uns war es schon immer so, dass der künstlerische Aspekt mit der Musik Hand in Hand geht. Die Verpackung einer Platte soll bereits das ausdrücken, was die Musik ausmacht. Und genau das versuchen wir zu realisieren. Im digitalen Zeitalter verkommt die künstlerische Seite doch immer mehr zu schlecht aufgelösten Bildern. Die Musik sollte natürlich immer im Vordergrund stehen, aber im Idealfall führt das Artwork die Gedanken, die in der Musik stecken, weiter aus.Um was geht es in eurem Song „Return of the headphones“?Da geht es um die Erkenntnis, dass ich Musik jetzt wieder so wahrnehme wie damals, als ich 16 war. Und das jetzt sogar mit mehr Bedacht und der Weitsicht, die sich im Laufe der Zeit entwickelt hat. Als ich 16 war, da hat Musik mir einfach alles bedeutet. Ich habe jeden Akkord und jede Textzeile aufgesogen und alles genau archiviert. Diese Leidenschaft ist dann im Laufe der Jahre etwas verloren gegangen. Wenn man selbst Musik macht und produziert, dann sieht man nach und nach alles immer kritischer und betrachtet die Dinge viel technischer, als wenn man einfach nur ein Zuhörer ist. Doch mittlerweile habe ich meinen Weg zur Musik wiedergefunden. Dann sitze ich genau wie damals wieder zu Hause, stülpe mir die Kopfhörer über die Ohren, höre die gleichen alten Schallplatten wie früher und verstehe jetzt alles sogar noch viel besser als je zuvor.Seit der Gründung von LESS THAN JAKE habt ihr mit einer ganzen Reihe verschiedener Labels zusammengearbeitet. Kleine Labels, Majors und euer eigenes Label Sleep It Off Records. Warum habt ihr euer aktuelles Album nicht selbst sondern bei Rude Records aus Italien veröffentlicht?Dass wir uns für unser aktuelles Album, aber auch für die weitere Zukunft entschieden haben, weiterhin mit unterschiedlichen Labels zusammenzuarbeiten, hat vor allem damit zu tun, dass jedes Label anders strukturiert ist und eine unterschiedliche Reichweite hat und meist nur bestimmte Leute anspricht. So kann man letztendlich mit einem anderen Label immer auch wieder mal andere Leute erreichen. Blieben wir immer bei dem gleichen Label, würde uns das in unserer Entwicklung einschränken. Deshalb versuchen wir, Partner zu finden, die sich in einem spezifischen Markt bewegen und so unsere Musik viel besser promoten und vertreiben können, als wir es selbst könnten. Rude Records mit ihrer Geschichte respektieren wir sehr und es scheint für uns ein wirklich guter und wichtiger Schritt gewesen zu sein. Das Großartige an einem eigenen Label ist natürlich, dass man im Tagesgeschäft schnell und selbständig Entscheidungen treffen kann. Viele von den alltäglichen Aufgaben haben wir auch selbst übernommen, kombiniert mit den Möglichkeiten von Rude Records ist das dann perfekt.Du hast dich ja bereits in einem vorherigen Interview in Ox #79 zum Thema Label geäußert. Neben Sleep It Off gibt es noch Paper+Plastick ...Das ist relativ einfach zu erklären, Sleep It Off Records ist ein reines LESS THAN JAKE-Label. Hier können wir schnell und unkompliziert unsere Sachen veröffentlichen. Paper + Plasticks dagegen habe ich gegründet, um andere Bands zu unterstützen. Bands, von denen ich wirklich begeistert bin. Das ist sozusagen meine Plattform, um kreative Projekte zu planen und umzusetzen.Stimmt es, dass du neben LTJ, Sleep It Off und Paper+ Plastick auch noch eine kleine Spielzeugfirma und eine Managementagentur betreibst?Richtig, ich mache auch Spielzeug, das läuft unter dem Namen „Wunderland War“. Andere Bands manage ich aktuell aber nicht mehr.Was genau steckt hinter „Wunderland War“?Dahinter verbirgt sich ein sehr simples Konzept. Es gibt eine ganze Reihe von Ideen, Charakteren und Figuren, die in meinem Kopf herumgeistern, und ich versuche das dann aufzuschreiben und letztendlich in Comics und Figuren aus Vinyl umzusetzen und zum Leben zu erwecken. Dafür benutze ich gerne viele unterschiedliche Medien, um Geschichten zu erzählen und die Charaktere herauszubilden. Wenn du dir einige von meinen Projekten anschaust, dann wirst du sehen, dass diese für sich selbst sprechen.Wie empfindest du das Tourleben? Eher als anstrengend oder macht es dir viel Spass?Auf Tour zu gehen ist für mich so etwas wie das Sahnehäubchen auf einem Dessert. Da fällt auf einmal der ganze Stress von einem ab – großartig. Der ganze Energieaustausch, der in einem kleinen Club oder auch bei einem Festival stattfindet, lädt dich so dermaßen auf, dass man die ganzen Opfer, die man vorher für die Musik gebracht hat oder weil man weit weg ist von seiner Familie, einfach hinter sich lassen kann.Ihr sprecht ja das unterschiedlichste Publikum an mitunter ... Vor langer Zeit waren wir mal mit BON JOVI auf Tour, richtig. Das war schon komisch, einer dieser Momente im Leben, die irgendwie nicht ganz wirklich zu sein scheinen. Aber wir spielen gerne mit vielen ganz unterschiedlichen Bands oder vor einem ungewohntem Publikum. Leute, die höchstens unseren Bandnamen kennen, aber von unsere Musik noch nie einen Ton gehört haben. Deswegen spielen wir auch so gerne bei Festivals, da finden wir alles das auf einmal.Du hast also immer gerne Bewegung um dich rum. Was gefällt dir am besten und wie bekommst du das alles zeitlich geregelt?Das kann ich dir so gar nicht sagen, irgendwas treibt mich einfach dazu, mich kreativ auszudrücken, um es mal allgemein zu formulieren. Und es gibt auch oft eine gemeinsame Schnittmenge, so dass es trotz allem immer noch überschaubar bleibt. Sicherlich gibt es auch mal Zeiten, in denen es hektisch wird, aber wo gibt es die nicht?
 
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LESS THAN JAKE - Die Skapunk-Könige dieser Welt

Skapunk ist fröhlich. Skapunker sind gut gelaunte Menschen. LESS THAN JAKE sind die Skapunk-Könige dieser Welt. Warum aber hören sich die Texte ihres hervorragenden, neuen Albums „See The Light“ dann so sehnsuchtsvoll an, so nach „Ach, die guten, alten Tage“? Welches Licht sehen die Musiker? Fragen an eine Band, die seit nunmehr knapp 22 Jahren unbeirrt ihren Weg durch die Punkrock-Szene geht und eigentlich noch nie enttäuschte. Vinnie Fiorello, der Mann mit den Trommelstöcken bei LESS THAN JAKE, der in in seiner Jugend von Dave Lombardo von SLAYER inspiriert wurde, beantwortete sie.Vinnie, euer neues Album „See The Light“ enthält einige Songs, in denen es um die Vergangenheit geht und darum, wie du dich verändert hast. Warum fühlst du dich gerade so melancholisch?Meine Gedanken drehen sich seit jeher darum, dass du die Vergangenheit verstehen musst, um dich in der Gegenwart und Zukunft zu verändern. Man muss die Fehler, die man gemacht hat, erkennen und vorwärts gehen – sonst ist man dazu verdammt, sie immer wieder zu machen. Das ist keine Melancholie. Das ist Glaube. Der Glaube und die Zuversicht, Dinge in der Zukunft nicht mehr zu versauen.Wünschst du dir nicht manchmal die so oft beschworene „gute, alte Zeit“ zurück, in der es neben der Band keine anderen Verpflichtungen gab, etwa als Familienvater?Absolut nicht. Es gibt nichts Besseres im Leben als diese nach oben verlaufende Lernkurve. Alle Fehler und Erfahrungen machen mich doch erst als Mensch aus. Das würde ich im Leben nicht mehr eintauschen wollen. Ebenso wie ich niemals mehr kein Ehemann oder Vater mehr sein wollen würde. Erst all die kleinen Teile im Puzzle des Lebens machen am Ende das große Ganze aus.Trotzdem könnte man doch auf den Gedanken kommen, dass bei all diesen Rückblicken und erst recht bei diesem Namen, „See The Light“, euer neues Album einen Wendepunkt im Leben der Band oder in deinem eigenen Leben darstellt – zumal ihr zuletzt ja nur EPs veröffentlicht habt.Ich sage es mal so, „See The Light“ ist der Beginn der Zukunft von LESS THAN JAKE. Es fühlt sich an wie ein neues Kapitel, das wir mit dieser Band aufschlagen. Daher auch der Name. All die kleinen EPs, die wir in den vergangenen Jahren veröffentlicht haben, waren ein Übergang zwischen dem Damals und dem, was wir in Zukunft machen. Als wir die EPs aufgenommen haben, ging es uns darum, im Studio mit Sounds zu experimentieren und den Prozess des Songschreibens zu verändern. Und das Ergebnis all dessen ist diese neue Platte.Wo du gerade Veränderungen ansprichst: LESS THAN JAKE existieren seit 22 Jahren. Was hat sich am meisten im Verlauf dieser Zeit verändert?Die Art und Weise, wie die Menschen Musik konsumieren, hat sich verändert. Als wir loslegten, gab es Punk noch auf Kassetten. Wir nahmen unsere Demos darauf auf und verschickten sie. Mittlerweile kannst du digitale Tracks verwenden und sie per Internet oder Mail umgehend verschicken und zur Verfügung stellen. Der technologische Fortschritt hat uns dazu gezwungen, uns als Band zu hinterfragen und unsere Arbeitsweise zu überdenken: das Schreiben der Songs, das Aufnehmen, die Veröffentlichung von Musik. Heutzutage steht dir die ganze Welt offen. Aber das auch zu verstehen und zu nutzen, das war ein langer Weg.Stell dir mal vor, du wärest nicht Musiker und Mitglied deiner Band, sondern ein Fan der ersten Stunde. Wie würdest du LESS THAN JAKE heute sehen und beurteilen im Vergleich zu den Anfängen?Ich würde sagen, die Band macht noch viele jener Dinge, die sie am Anfang gemacht hat. Aber eine Sache, die sich wirklich verändert hat, ist, dass die Freundschaft aller untereinander intensiver geworden ist. Wir wurden von ein paar Typen, die in der gleichen Band waren, zu Brüdern, die gemeinsam in dieser Band spielen.Im Stück „The loudest songs“ singst du: „Ich bin überzeugt, dass uns Wörter und Akkorde stark machen können“. Welche Songs habe dein Leben gerettet, indem sie dich stark gemacht haben?Ich würde sagen, dass mich die Musik von Billy Bragg durch eine Menge schlechter Stunden gebracht hat. Aber Musik ist generell der Soundtrack deines Lebens – wenn du sie lässt und es willst.LESS THAN JAKE haben bislang mit neun Labels zusammengearbeitet. Das ist eines für jede Studioplatte. Sind Labels so unwichtig für euch?Das Wichtigste für uns sind seit jeher die Songs, die wir schreiben. Und wie wir sie schreiben. Labels sind im Laufe der Jahre tatsächlich immer unwichtiger geworden. Und ich denke, dass auch die meisten unserer Fans bei unseren Platten nicht darauf achten, auf welchem Label wir sie veröffentlicht haben.Immerhin scheint ihr für Fat Wreck Chords etwas übrig zu haben – schließlich seid ihr nach mehreren Jahren zu ihnen zurückgekehrt.Das ist richtig. Wir haben mit ihnen auf unserer EP-Compilation „Greetings And Salutations“ zusammengearbeitet – und das hat sich seinerzeit so angefühlt, als ob wir mit alten Freunden arbeiten würden. Somit lag es in der Natur der Sache, die Kooperation mit ihnen fortzusetzen und unsere neue Platte bei Fat Wreck zu veröffentlichen.Hat sich bei den Aufnahmen zur neuen Platte etwas im Vergleich zu den anderen EPs und Alben geändert?Nun, bei „See The Light“ haben wir erstmals alles unter der Anleitung von unserem Bassisten Roger Manganelli aufgenommen – in seinem Moathouse Productions-Studio in Gainesville. Und der Mix entstand im Blasting Room-Studio in Colorado, wo auch schon die DESCENDENTS oder ALL an ihren Alben gearbeitet haben. Ich denke, dass beide Orte die neue Platte auch ausmachen. Man hört der Platte diese Produktion an.Das Coverdesign von „See The Light“ stammt von Richard Minino. Der ist auch verantwortlich für das Artwork von Bands wie HOT WATER MUSIC – ein Stil, der heutzutage sehr „in“ zu sein scheint. War das auch der Grund, ihn wieder ins Boot zu holen?Nein. Wir haben im Prinzip mit ihm zusammengearbeitet, seitdem er professioneller Künstler ist. Richard ist ein alter Freund von uns. Und es war auch diesmal wieder großartig, mit ihm etwas zu machen.Eure Musik – der Skapunk – ist eine Spielart des Punk, die manche Menschen nicht allzu ernst nehmen, weil sie der Auffassung sind, dass die implizierte Fröhlichkeit dieser Musik den ernsten und kritischen Ideen des Punk widerspricht ...Ich denke, dass jeder Musikstil wichtig sein und ernste Themen vermitteln kann. Wir haben uns damals zusammengetan und Ska und Punk und damit unterschiedliche Stile gemischt. Und seitdem gilt: Wir sind nun einmal, wer wir sind. Es gibt also keinen Grund, daran etwas zu ändern.
 

Reviews

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #26 / Joachim Hiller

#NAME?

Wie jetzt? Ich dachte, die hätten schon längst 'nen Majordeal, und nun die Scheibe auf Rhetoric. Doch vielleicht ist das sowas wie ein letztes Lebenszeichen, bevor es ab in den Kochtopf geht. Wie auch immer, Pezcore ist wunderbarer Ska-Punk. Zugegeben, davon gibt es in den letzten Monaten mehr als genug, doch LESS THAN JAKE würde durchaus zu den Top 5 dieses Genres rechnen. Einerseits schön rotziger Punk mit so 'nem gewissen RANCID-Touch, auf der anderen fette Bläser und nette Ska-Beats, die sich mit denen von SKANKIN' PICKLE messen können. Außerdem wußte ich gar nicht, daß Pez amerikanischer Herkunft ist. Ihr wißt schon, diese Traubenzucker-Bonbons, die man aus den gelben Automaten ziehen konnte und für die es diese coolen Spender gibt (gab?). Auf dem Cover sind nämlich zwei Bubis zu sehen, die mit solchen Dingern rumspielen. Sieht gut aus, klingt gut, schmeckt gut. Tja, drei Wochen sind seit obiger Rezension vergangen, und ich hatte also doch recht. Losing Streak ist beim US-Major Capitol erschienen, was sicherstellen dürfte, daß deren hiesige Filiale mal wieder keine Peilung hat, was für einen Schatz sie da auf's Auge gedrückt bekommt. Und jau, Losing Streak steht Pezcore erfreulicherweise in nichts nach (meine oben geäußerten Befürchtung erwies sich somit als voreilig), bietet somit besten Skapunk, der auch beim zehnten Hören nicht langweilt. Wohlfühl-Frühjahrsmusik mit drei Bläsern, die sooo supersmoothe kommen. Das tritt Arsch, Jungs und Mädels!

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #74 / Joachim Hiller

Anthem Pic-LP

Die Vorurteile gegen Picture-LPs, die einem von klein auf eingeschärft wurden, bewahrheiten sich mal wieder: Unsauber verarbeitet, die bedruckte Oberfläche löst sich, wird wellig, die Platte unhörbar. Taugt zum an die Wand hängen, aber nicht zum Anhören, schade. Leech Records aus der Schweiz, seit jeher große LTJ-Fans, haben sich die Vinylrechte am 2003 auf Warner erschienenen "Anthem"-Album der Florida-Ska-Punks gesichert und eben als Picture-LP neu aufgelegt. Optisch eine Wucht, zum Anhören taugt die CD-Version dann doch eher. Angeblich bin ich aber der erste, der sich beschwert hat, von daher ...

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #51 / Randy Flame

Anthem CD

Warum zum Teufel bin ich von "Anthem" so maßlos enttäuscht, obwohl LESS THAN JAKE doch 14 mal rocken und mit dem altbewährten Soundmix aus Ska und Punk gar nichts falsch machen können? Liegt es vielleicht daran, das ich bei der neuen LP eine Weiterentwicklung vermisse, die mich bisher bei LTJ-Platten immer aus der Couch gerissen hat? Ist es vielleicht das Gefühl, dass "Borders and Boundaries" hier einfach noch mal aufgenommen wurde und die Band nur mit halbem Herzen beim Songwriting dabei war? Vielleicht stört mich auch die Tatsache das auf "Anthem" nur zwei Songs wirklich hängen bleiben und dass ich auch nach mehrmaligen Anhören der CD keinen Knaller entdecken kann. Wahrscheinlich liegt es an meinem subjektiven Empfinden, wahrscheinlich habe ich ein paar Skapunk Scheiben zuviel in den CD Player geworfen und bin jetzt einfach übersättigt. Gemessen am LTJ-Maßstab der vorherigen Alben (besonders "Hello Rockview") wage ich zu sagen, dass die fünf Herren aus Gainesville etwas schwächeln. (43:46) (6/10)

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #105 / Philip Jonke

Borders & Boundaries

„Borders & Boundaries“ ist bereits im Jahre 2000 erschienen und wird jetzt zum zwanzigjährigen Bandbestehen neu aufgelegt. Neben den ursprünglichen 15 Songs dieses Albums werden auch noch die obligatorischen Bonus-Songs mitgeliefert, wie es sich für ein Reissue nun mal gehört.Hier sind es drei an der Zahl, Demotracks, die wahrscheinlich damals beim Einspielen des neuen Albums durchgefallen sind und für alle, die bereits das Album von 2000 besitzen, nicht den Kauf dieses Reissues rechtfertigen.Ansonsten ist es ein solides LESS THAN JAKE-Album mit dem gewohnten meist schnellen und druckvollen Ska-Core. Sicherlich nicht das beste Album von LTJ, aber wie sollte es auch, wenn man mit dem Debüt „Pezcore“ bereits das absolute Highlight vorgelegt hat?

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #41 / Randy Flame

Borders and Boundries CD

Das sich LESS THAN JAKE nach vier grandiosen LPs nichts mehr beweisen müssen, ist wohl klar. Da erstaunt es eigentlich gar nicht, dass sie mit ihrer fünften Scheibe deutlich vom Gaspedal gehen und den Ska-Anteil auf ein Minimum reduzieren. Das hört sich im ersten Moment schlimm an, aber wenn man die Platte nur eine Runde im CD-Player laufen lässt, haben sich fünfzehn Hits voller genialer Melodien und den typischen LESS THAN JAKE-Refrains unwiderruflich ins Gehirn gebrannt, von denen ich euch besonders "Look what happened", das überaus rockende "Hell looks a lot like L.A." oder "Is this thing on" ans Herz legen möchte. Man kann sich noch so sehr dagegen wehren, man entkommt diesem Meisterwerk an melodischen Punksongs mit gelegentlichen Bläser Einsatz einfach nicht. Und wer will schon das LESS THAN JAKE ihr Talent damit verschwenden, dass sie immer wieder die gleiche Platte aufnehmen und Stück für Stück belangloser werden? Niemand, also weiter so, bis dass jeder weiss, dass LESS THAN JAKE so ziemlich jede Band in die Tasche stecken.

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #24 / Joachim Hiller

CS

Wenn ich das richtig deute, ist das hier nur so eine Art Promo-Auskopplung aus dem auf Dill Rec. (dem Label von SKANKIN' PICKLE, wenn ich mich recht erinnere) erschienenen Pezcore-Album. Schade eigentlich, aber um den guten Eindruck zu bestätigen, den ich anhand der bisherigen Releases schon heute, reicht es aus. LESS THAN JAKE sind nämlich nicht nur eine weitere dieser Langweiler-Bands, die schlechten Punk mit schlechtem Ska kombinieren, weil sie mal ein OP. IVY-besessen haben, sondern Typen, die ihr Handwerk verstehen. Und so knallen die sechs Tracks hier richtig gut, werden Punk und Ska-Rhythmen mit sauberen Bläsern zu einem kompakten Paket verschnürt. Nice!

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #45 / Randy Flame

Gainesville Rock City CD

Diese Maxi CD mit drei Songs und einem Video Track soll wohl die Wartezeit der Fans auf das neue LTJ-Album verkürzen, aber da "Gainesville Rock City" und "History of a boring town" schon auf den vorherigen Alben zu hören war, frage ich mich ernsthaft was das soll?? Der eine unveröffentliche Song "Theme for yo yo Ninja Boy" und das Video rechtfertigt keine EP bzw. Maxi CD (Maxi CD´s sind sowieso fürn Arsch). Hinzu kommt das der unveröffentliche Track eher durchschnittlich ist und niemanden vom Hocker reißen dürfte. Selbst eingefleischten Fans rate ich hier eher die Finger von zu lassen und auf das nächste Album zu warten.

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #79 / Lauri Wessel

GNV FLA

"Sink, Florida, Sink!" - ach nee, das waren ja die anderen Gainesviller, AGAINST ME!, und gar nicht LTJ, die ihren wahlheimatlichen Bundesstaat besangen. Zweitere sinnieren auf ihrem neuesten Album allerdings ebenfalls über Florida und resümieren im Song "The state of Florida" zu pumpendem Ska-Punkrock die jüngsten Veränderungen im Staate F - und da geht es eben auch um die Vision, Florida versinke im Ozean. Nach "In With The Out Crowd" also die Rückkehr zum LTJ-Trademark-Sound? Ja, oder zumindest der Versuch einer Rückkehr, den ihnen gedankt werden wird. Zwar traf das Rumgemäkel, "In With The Out Crowd" sei ein poppiger Rohrkrepierer, nicht im Ansatz auf dieses Album zu. Nach einem verkannten Pop-Experiment dürfen wir uns aber jetzt über LTJ-Trademark-Sound galore freuen: "The state of Flordia" und andere Songs sind die Beweise, dass LTJ immer noch wie auf ihren Frühwerken Gas geben können. "In With The Out Crowd" wird so zu einer schönen Abwechslung im Werk des Quintetts - und "GNV FLA" zu einem der besseren seiner Alben, aufgrund einiger Lückenfüller in der Mitte aber nicht zum besten. (7)

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #78 / Joachim Hiller

Goodbye Blue & White

Als "Pezcore" 1995 auf dem Asian Man-Vorläufer-Label Dill Records erschien (Picture-Vinyl gab's via Rhetoric), war Ska-Punk noch ein recht neues und frisches Genre, OPERATION IVY gar nicht so lange Geschichte und LESS THAN JAKE neben Mike Parks SKANKIN' PICKLES und VOODOO GLOW SKULLS der beste Vertreter eines neuen Genres, das jedoch schon bald von unzähligen untalentierten Nachahmern in die Unhörbarkeit gehoppelt wurde. Ska boomte in den USA, und so war die Indie-Karriere von LTJ auch ganz schnell wieder vorbei, denn "Losing Streak" von 1996 erschien bereits auf dem Major Capitol. Zuvor allerdings erschien auch noch die "Schmeiß alles an alten Songs drauf, was nicht auf ‚Pezcore' war"-Compilation "Losers, Kings, And Things We Don't Understand" via No Idea, dem wie die Band in Gainesville, Florida ansässigen Sympathenlabel. Und auf No Idea erschien 2002 auch "Goodbye Blue & White", eine weitere Restmaterialzusammenstellung. Alle drei Platten sind zwischenzeitlich auch schon mal via Fueled By Ramen Records neu aufgelegt worden, doch nachdem LTJ-Drummer Vinnie Fiorello das 1996 gegründete Label Ende 2006 verließ (aus einem exzellenten Punklabel in No Idea-Nachfolge war nach dem FALL OUT BOY-Erfolg eine Mainstream-Firma geworden ...), durfte er wohl die Platten seiner Band mitnehmen und hat diese nun auf dem neuen bandeigenen Label Sleep It Off neu aufgelegt. Und die Neuauflagen können sich sehen lassen: Klapp-Digipaks, schönes Artwork, Textblatt und Linernotes, dazu eine Bonus-DVD - das Ende der CD als Tonträgerformat sieht anders aus. Wer LTJ erst spät kennen gelernt hat, sollte sich unbedingt mit diesem Material eindecken, denn besser und smarter bekommt man klassischen Ska-Punk kaum irgendwo geboten, smoothe Bläsersätze inklusive. (8)

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #42 / Joachim Hiller

Greased

Vor einer halben Ewigkeit, als sie noch ein Geheimtip waren, gingen LESS THAN JAKE ins Studio und nahmen sich das Musical "Grease" vor. "Greased" war das Ergebnis, ein acht Songs umfassendes Mini-Album, auf dem mit "Summer night", "You're the one that I want" oder "Hopelessly devoted to you" die Songs des Schmieren-Musicals durch den Ska-Punk-Kakao gezogen werden. Musicals hasse ich, "Grease" ist mir nicht besondersn sympathisch, aber nach dem LTJ-Treatment sind die Songs sogar für mich hörbar. Die Platte war eine Ewigkeit out of print, jetzt ist sie wieder zu haben, sowohl auf Vinyl wie auf CD.

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #104 / Joachim Hiller

Greetings And Salutations

Die Neunziger waren das große Jahrzehnt des Ska-Punk, doch irgendwann gegen Ende des Jahrtausends machte jemand das Licht an, und so, wie dann die Kakerlaken blitzschnell in ihren Löchern verschwinden, waren auch von einer Sekunde auf die andere so gut wie alle Bands, die eben noch Punk oder Hardcore mit Offbeat kombiniert hatten, weg – oder zumindest aus der allgemeinen Wahrnehmung verschwunden.Nur wenige Bands von damals haben überlebt, die VOODOO GLOW SKULLS etwa tingeln bis heute durch die Clubs, und dann sind da noch LESS THAN JAKE, die 1995 mit „Pezcore“ debütierten und die das Ska-Pop-Punk-Geschäft bis heute erfolgreich betreiben.Die Zeiten des Majordeals – das vorletzte Album „In With The Out Crowd“ (2006) erschien noch bei Sire – sind zwar auf eigenen Wunsch lange vorbei, mit „GNV FLA“ war die (deshalb der Titel) aus Gainsville, Florida stammende Band 2008 (für Europa) zu Cooking Vinyl gewechselt, und vier Jahre später gibt es nun endlich Nachschub, in Europa auf Rude Records aus Italien veröffentlicht.Und ich bin erstaunt, wie gut mir LESS THAN JAKE 2012 noch (oder wieder?) gefallen: „Greetings And Salutations“ ist ein mitreißendes, nicht zwingend in jeder Sekunde auf den Schluckauf-Rhythmus setzendes Album, die Band zelebriert in erster Linie sich selbst und ihren Trademark-Sound mit deutlichem Bekenntnis zu ihren Punk-Roots – wer seinen Ska-Pop gerne süßlich und stadtfesttauglich hat, ist hier weiterhin an der falschen Adresse.Erstaunlich finde ich allerdings die immer wieder auftauchende Ähnlichkeit mit NOFX, etwa bei „View from the middle“ – war die schon immer vorhanden oder fällt mir die erst jetzt auf? Wie auch immer: gute Platte, macht Spaß!

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #39 / Simon Brunner

Hello Rockview CD

LESS THAN JAKEs Fünfte! Skaangehauchter Pop-Punk, der schwer zu überbieten ist. Hier spürt man die Spielfreude und die ganze Geschichte der Band, die auch im "Booklet" dieser CD nachzulesen ist. Was soll ich noch großartig über LESS THAN JAKE berichten? In den USA sind sie bereits so etwas wie Superstars im Skapunksektor und beim Hören dieser Platte weiß Mann/Frau auch warum. Für alle unter euch, die einen Computer ihr eigen nennen können, gibt es den in den Staaten zigtausendfach verkauften Hit "All My Best Friends Are Metalheads" auf Video. Super lustig und unterhaltsam!!! Kommerz hin oder her, gönnt doch einfach mal einer vernünftigen Band den Erfolg!!! LESS THAN JAKE wissen einfach zu begeistern!!!

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #66 / Lauri Wessel

In With The Crowd CD

Es gibt wenige Bands, die LESS THAN JAKE ähnlich sind. Wenn man es genau nimmt: keine einzige. Erstens spielt dieses Florida-Quintett seit 14 Jahren einen Sound, dem aufgrund der Tatsache, dass er eine ganze Generation von Ska-Punkrock Bands inspirierte, Eigenständigkeit zugesprochen werden darf. Zudem ist mir keine Band bekannt, die so konsequent auf Genregrenzen pfeift wie LESS THAN JAKE: Touren mit BON JOVI, eine Split mit MEGADETH und rückwärts abzuspielende 7" mit SLAYER-Coversongs sind für eine Punkband gewagte Unternehmungen. Ein großer Teil des Wesens dieser Band speist sich aber gerade daraus. Das neue Album ist ihr zweites für Warner und eines, auf dem die Band die positive Heiterkeit ihrer frühen Veröffentlichungen mit der Melancholie ihrer letzten beiden Alben "Borders And Boundaries" und "Anthem" vereint. Songs wie "Hopeless case" oder "The rest of my life" sind zwei Beispiele für melancholische Songs des Albums, in denen sich die typische Stimme von Sänger Chris mit schönen, leicht poppigen Gitarrenlinien und einer gemein eingängigen Hookline einen. Gleichzeitig finden sich hier aber auch Songs, die schnell, hektisch und fröhlich klingen, etwa "Let her go", der Opener "Soundtrack of my life" oder die erste und feine Single "Overrated". Insgesamt, so scheint es, haben LESS THAN JAKE zurück gefunden zu der einst für sie typischen Energie und Catchyness. Die schnellen Songs, die gut eingesetzten Bläsermelodien und die mehrstimmig gesungenen, catchy Refrains, die diese Band einst auszeichneten, fehlten mir auf "Borders And Boundaries" und "Anthem". Mit "In With The Crowd" greifen LESS THAN JAKE diese Elemente wieder auf, schreiben aber genauso auch melancholische Songs, so dass dieses Album eine Synthese aller bisherigen LTJ-Alben darstellt. Diese Band ist und bleibt eine Klasse für sich. (39:08) (8)

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #78 / Joachim Hiller

Losers, Kings, And Things We Don't Understand

Als "Pezcore" 1995 auf dem Asian Man-Vorläufer-Label Dill Records erschien (Picture-Vinyl gab's via Rhetoric), war Ska-Punk noch ein recht neues und frisches Genre, OPERATION IVY gar nicht so lange Geschichte und LESS THAN JAKE neben Mike Parks SKANKIN' PICKLES und VOODOO GLOW SKULLS der beste Vertreter eines neuen Genres, das jedoch schon bald von unzähligen untalentierten Nachahmern in die Unhörbarkeit gehoppelt wurde. Ska boomte in den USA, und so war die Indie-Karriere von LTJ auch ganz schnell wieder vorbei, denn "Losing Streak" von 1996 erschien bereits auf dem Major Capitol. Zuvor allerdings erschien auch noch die "Schmeiß alles an alten Songs drauf, was nicht auf ‚Pezcore' war"-Compilation "Losers, Kings, And Things We Don't Understand" via No Idea, dem wie die Band in Gainesville, Florida ansässigen Sympathenlabel. Und auf No Idea erschien 2002 auch "Goodbye Blue & White", eine weitere Restmaterialzusammenstellung. Alle drei Platten sind zwischenzeitlich auch schon mal via Fueled By Ramen Records neu aufgelegt worden, doch nachdem LTJ-Drummer Vinnie Fiorello das 1996 gegründete Label Ende 2006 verließ (aus einem exzellenten Punklabel in No Idea-Nachfolge war nach dem FALL OUT BOY-Erfolg eine Mainstream-Firma geworden ...), durfte er wohl die Platten seiner Band mitnehmen und hat diese nun auf dem neuen bandeigenen Label Sleep It Off neu aufgelegt. Und die Neuauflagen können sich sehen lassen: Klapp-Digipaks, schönes Artwork, Textblatt und Linernotes, dazu eine Bonus-DVD - das Ende der CD als Tonträgerformat sieht anders aus. Wer LTJ erst spät kennen gelernt hat, sollte sich unbedingt mit diesem Material eindecken, denn besser und smarter bekommt man klassischen Ska-Punk kaum irgendwo geboten, smoothe Bläsersätze inklusive. (8)

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #78 / Joachim Hiller

Pezcore

Als "Pezcore" 1995 auf dem Asian Man-Vorläufer-Label Dill Records erschien (Picture-Vinyl gab's via Rhetoric), war Ska-Punk noch ein recht neues und frisches Genre, OPERATION IVY gar nicht so lange Geschichte und LESS THAN JAKE neben Mike Parks SKANKIN' PICKLES und VOODOO GLOW SKULLS der beste Vertreter eines neuen Genres, das jedoch schon bald von unzähligen untalentierten Nachahmern in die Unhörbarkeit gehoppelt wurde. Ska boomte in den USA, und so war die Indie-Karriere von LTJ auch ganz schnell wieder vorbei, denn "Losing Streak" von 1996 erschien bereits auf dem Major Capitol. Zuvor allerdings erschien auch noch die "Schmeiß alles an alten Songs drauf, was nicht auf ‚Pezcore' war"-Compilation "Losers, Kings, And Things We Don't Understand" via No Idea, dem wie die Band in Gainesville, Florida ansässigen Sympathenlabel. Und auf No Idea erschien 2002 auch "Goodbye Blue & White", eine weitere Restmaterialzusammenstellung. Alle drei Platten sind zwischenzeitlich auch schon mal via Fueled By Ramen Records neu aufgelegt worden, doch nachdem LTJ-Drummer Vinnie Fiorello das 1996 gegründete Label Ende 2006 verließ (aus einem exzellenten Punklabel in No Idea-Nachfolge war nach dem FALL OUT BOY-Erfolg eine Mainstream-Firma geworden ...), durfte er wohl die Platten seiner Band mitnehmen und hat diese nun auf dem neuen bandeigenen Label Sleep It Off neu aufgelegt. Und die Neuauflagen können sich sehen lassen: Klapp-Digipaks, schönes Artwork, Textblatt und Linernotes, dazu eine Bonus-DVD - das Ende der CD als Tonträgerformat sieht anders aus. Wer LTJ erst spät kennen gelernt hat, sollte sich unbedingt mit diesem Material eindecken, denn besser und smarter bekommt man klassischen Ska-Punk kaum irgendwo geboten, smoothe Bläsersätze inklusive. (8)

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #111 / Lauri Wessel

See The Light

Die Bandgeschichte von LESS THAN JAKE ist so chaotisch, dass man leicht den Überblick verliert. Ihr Debüt „Pezcore“ erschien 1995 zur Blütezeit des Ska-Punk auf Dill Records und machte die Band sozusagen über Nacht zu Stars.Dementsprechend folgte ein Deal mit dem EMI-Sublabel Capitol Records, wo die Kultalben „Losing Streak“ (1996) und „Hello Rockview“ (1998) erschienen. Trotzdem verlängerte Capitol den Vertrag nicht und die Band wechselte für ein Album, „Borders And Boundaries“ (2000), zu Fat Wreck.Von hier ging es dann wieder zurück zum Major: Sire Records/ Warner veröffentlichte die nächsten zwei Alben „Anthem“ (2003) und „In With The Out Crowd“ (2006). Darauf folgend gründete die Band dann Sleep It Off Records und veröffentlichte dort „GNV FLA“ (2008).Weitere fünf Jahre später veröffentlichen LESS THAN JAKE ihr neues Album, „See The Light“, wieder auf Fat Wreck. Wenn man sich diese Biografie vor Augen führt, dann muss man erst einmal sacken lassen, dass LESS THAN JAKE für acht Platten sechs Mal das Label gewechselt haben.Dass die einzelnen Bandmitglieder neben Sleep It Off auch noch in diverse andere Labels verwickelt sind, macht die Sache obendrein kompliziert; ebenso wie der Fakt, dass LESS THAN JAKE vieler ihrer Alben zwei bis drei Mal neu veröffentlicht haben.Deswegen sollten wir das nicht weiter aufdröseln, sondern uns auf das neue LESS THAN JAKE-Album konzentrieren. „See The Light“ ist im Prinzip so etwas wie „GNV FLA 2“. Sprich: musikalisch setzt das Album genau dort an, wo das Vorgängeralbum aufhörte.Und dieses Vorgängeralbum spielt ja eine sehr wichtige Rolle für LESS THAN JAKE. Schließlich wurden sie durch ihre ersten vier Alben echte Protagonisten des Ska-Punk. Die zwei Sire-Platten wurden aber weitestgehend als Ausrutscher wahrgenommen, weil sie sehr poppig, wenn nicht gar gefällig waren.„GNV FLA“ war dann LESS THAN JAKEs Rückkehr zu ihrem alten Sound. Die Platte war rau produziert, schnell und melodisch. Genauso ist auch „See The Light“ und genau deswegen ist „See The Light“ auch ein ganz tolles Album! Die Platte wurde von LESS THAN JAKE-Obersympath Roger Lima (Bassist) produziert und im bandeigenen Studio aufgenommen.So konnte die Band auch hier wieder genau den Sound rausholen, den man bei LESS THAN JAKE immer liebte. Schon der Opener „Good enough“ startet mit einer schnellen Bläsersektion und Highspeed-Offbeat-Gitarren, die sich in einem wunderbar eingängigen Refrain auflösen.Die erste Single „My money is on the long shot“ ist natürlich ein bisschen radiotauglich, aber bei weitem kein Vergleich zu Schmonzetten wie „The rest of my life“ von „In With The Out Crowd“.Aber auch „See The Light“ hat seine melancholischen Momente, zum Beispiel „Bless the cracks“, das an „Look what happened?“ („Borders And Boundaries“) erinnert. Diese Momente bleiben aber in der Unterzahl, weil „See The Light“ summa summarum ein ein spaßiges Highspeed-Skapunk-Album ist, das Mitte der Neunziger locker 100.000+ Exemplare verkauft hätte.Wie viele es heute werden? Keine Ahnung, ich weiß nur, dass ich LESS THAN JAKE besser finde denn je.

 

LESS THAN JAKE

© Ox Fanzine #78 / Joachim Hiller

The People's History Of ...

In über zweieinhalb Stunden gibt's hier die Komplettbedienung in Sachen LTJ: Die US-typische miese NTSC-Qualität nervt zwar etwas, aber ansonsten ist gute Laune angesagt, wenn man etwa im ersten Kapitel "The Here And Now" drei (auszugsweise) Livemitschnitte aus London und Rhode Island geboten bekommt. Die Florida-Boys waren und sind ein Highlight in Sachen mitreißenden Ska-Punk-Pops, und was Humor anbelangt das Ostküstenäquivalent zu NO FX. Das zeigt sich besonders im dritten Kapitel "The Avante Tarde", wo es entweder mit oder ohne Audiokommentar unter Einbeziehung der Mutter von einem der Jungs unglaubliche Aufnahmen gibt: Der eine oder andere von LTJ hat von jeher Spaß am Verkleiden, und wenn dann im Vokuhila-Outfit mit Schnauzbart dem amerikanischen Proll gehuldigt wird, bleibt kein Auge trocken. Genauso gut die Prollmetaller-Nummer, als einer der Jungs in diesem Look auf der gemeinsamen Tour mit BON JOVI problemlos in deren Backstagebereich gelangt. Hape Kerkeling lässt grüßen ... Etwas enttäuschend dann "The History": Ich hatte mit einer Art Doku gerechnet, stattdessen gibt's uralte Livemitschnitte, die aber durchaus Unterhaltungswert haben. Dazu noch diverse Bonüsse und ein paar Fotos. (7)