TALCOTourdaten, Infos, Interviews, Reviews

Nächster Termin:

05.08.2016
73%
Bewertung:
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Genre

Indie/Alternative, Punkrock/Hardcore, Ska

Shows

386 Shows in 190 Städten / 15 Ländern

Zeitraum

17.07.2000 - 13.08.2016

Letzte Show

16.04.2016 - DE-Köln, Underground

Nächste Show

05.08.2016 - DE-Hünxe, Ruhrpott Rodeo Festival

Booking

Tourdaten

Archiv
Aug.
5
2016
Freitag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Ska
 
Aug.
13
2016
Samstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Ska
 

Tonträger bei finestvinyl

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TALCO - 10 YEARS-LIVE IN IRUNA | 2 LP

Mit einem Paukenschlag kehren die Ska-Punk-Heroes zum 10-jährigen Bandjubiläum auf DESTINY zurück. "10 Years - Live In Iruña" erscheint als Doppel-LP im Gatefold-Cover. Seit ihrer Gründung in der Industriestadt Maghera nahe Venedig haben TALCO fünf formidable Studioalben abgeliefert, als eine der tüchtigsten Livebands nicht nur ganz Europa ausgiebig betourt, sondern auch schon Russland und Japan besucht. Die sechs bescheidenen und politisch engagierten Norditaliener leben ihren Traum auf der Straße, mit stetig zunehmendem, aber letztlich hart verdientem Erfolg. Dass sich bei hunderten Livekonzerten eine enorme spielerische Routine einstellt, ist kein Wunder, ebenso ist es kein Geheimnis, dass die Band ihr Publikum in meist ausverkauften Venues nicht nur mit der herzlichen Kraft ihrer einzigartiger Mixtur aus Punkrock, osteuropäisch klingenden Folk-Sounds, Ska und Polka für sich einnimmt, sondern auch mit ihrer starken und animierenden physischen Präsenz, gepaart mit den überlegten und emanzipierten Botschaften, die sie bei allem Partywahnsinn auf ihren Shows vermittelt. TALCO lieben und werden geliebt - und das ist sogar dann heftig erlebbar, wenn sie mal einen nicht so guten Tag haben. Das Konzept Livealbum, oftmals leider als "Best Of mit mangelhaftem Klangbild" umgesetzt, macht bei nur wenigen Bands so zwingend Sinn wie bei TALCO. Denn zum einen ist auf "10 Years - Live In Iruña" der Sound auch hohen Ansprüchen genügend aufgenommen und abgemischt worden - und zum anderen das lautstarke Publikum gleichberechtigter Teil der unglaublichen Atmosphäre, die die Aufnahme verbreitet. Nicht nur zwischen den Songs und während der Refrains deutlich vernehmbar, singen hunderte von Kehlen sogar die packenden Bläser-Hooks oder ganze Gitarrenläufe mit. Aufgenommen bei zwei ausverkauften und überkochenden Shows im nordspanischen Pamplona (baskisch: Iruña) stellen die 22 Songs einerseits die Highlights aus den Alben der Band als auch die live besonders gefeierten Kracher dar. Skapunk-Highlight-Alarm!
 
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TALCO - COMBAT CIRCUS | LP

Das zweite TALCO-Album (2006 / Mad Butcher) erscheint als Re-Release auf DESITNY. Combat Circus war die Geburt von TALCOs eigenwilligem und unverwechselbarem Sound: Musikalisch und textlich gewachsen, entdeckt und entwickelt die ursprüngliche Ska-Band hier zum ersten Mal ihren eigenen Patchanka-Combat-Ska-Punkrock-Mix und feiert damit große Erfolge, Combat Circus ist vielleicht ihre abwechslungsreichste Platte bis heute. Unter Verwendung einer Metapher von der Piraten-Insel Tortuga handeln die Texte von der allgemeinen Krise der politischen Ideale. Die unverkennbaren Beats und Songstrukturen lassen Combat Circus ganz weit aus dem großen Terrain des Ska-Punk hervorstechen - ein Klassiker, unerreicht in seiner Vielseitigkeit!
 
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TALCO - GRAN GALA | LP

Die triumphale Rückkehr des italienischen Sextetts auf DESTINY mit dem fünften Album ,Gran Gala"! Obwohl in Norditalien bei Venedig ansässig, hat sich die Band insbesondere im deutschsprachigen Raum eine große und rasant wachsende Anhängerschaft erkämpft und konnte mit dem erfolgreichen Vorgänger ,La Cretina Commedia" bereits einen Achtungserfolg landen. Mit ,Gran Gala" präsentieren TALCO jetzt ihr abwechslungsreichstes Album überhaupt, ohne den vom Vorgänger bekannten Drive und die überschäumende Spielfreude einzubüßen. Mit Songs wie ,Danza Dellutunno Rosa", ,La Macchina Del Fango", ,I Giorni E Una Notte" oder ,Teleternita" bauen sie ihren einzigartigen Mix aus Punkrock, osteuropäisch anmutenden Folkloreelementen, Ska und Polka aus. Auf ,Gran Gala" schaffen die Musiker um den charismatisch unverwechselbar klingenden Sänger und Gitarristen DEMA einen Reigen aus 15 Songs, die die Stärken der Band, in eine perfekte Produktion gegossen, auf den Punkt bringen: Druckvoll schiebende Punkriffs und heroische Bläsersätze, mitreißende Chorgesänge, dynamisch arrangierte Songs mit viel Charakter und Seele. Alles mit viel Liebe zum Detail unter Aufgebot akustischer Instrumente wie Akkordeon, Akustikgitarre, Banjo, Mandoline, Streicher oder Bouzouki, die das klassische, bläserunterstützte Rock-Line Up perfekt ergänzen. TALCO schaffen mitreißende, sofort nachvollziehbare Songs, die den ultimativen Tanzbefehl ausgeben, doch erhalten dabei sensile. ble Zwischentöne, Poesie und einen klar politisch geprägten Standpunkt. Denn inhaltlich geht es diesmal konzeptionell und gewohnt hintersinnig um die Entwicklung des Heimatlandes in den letzten Jahrzehnten, insbesondere im Rückblick auf die lähmende und immer noch gegenwärtige Ära des ,Berlusconism". ,Gran Gala" wurde von der Engineering-Koryphäe HOWIE WEINBERG gemastert, die limitierte LP-Erstpressung (500) erscheint als Red Clear Vinyl mit bedruckter 4c-Innenhülle.
 
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TALCO - L'ODORE DELLA MORTE | 7"

Parallel zum Live-Jubiläumsalbum "10 Years - Live In Iruña" erscheint die strikt limitierte (500 weltweit) Outtake-Single "L'Odore Della Morte" im roten Clear Vinyl auf DESTINY. "L'Odore Della Morte" - nicht nur einer der stärksten Livesongs der italienischen Skapunk-Band überhaupt, zudem sowohl Eröffnungssong ihres Jubiläumsalbums als auch des ersten offiziellen Studioalbums "Tutti Assolti" von 2004. Einer der Songs, der von seiner ersten Version an auf bis heute vielen Hundert Konzerten in Form gespielt, verbessert, umarrangiert und perfektioniert wurde. Für TALCO ein besonderes Anliegen, diese Hymne in ihrer aktuellen, zeitgemäßen Liveversion als Vinylsingle auszukoppeln. Auf der B-Seite wird mit dem Klassiker "Zu Atrapatu Arte" der Baskischen Ska-Punk Legende KORTATU ein weiteres Mal an die Wurzeln von TALCO erinnert. Dieser Song erscheint hier exklusiv.
 
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TALCO - LA CRETINA COMMEDIA | LP

LP mit 4c-bedruckter Innenhülle. Live reißen sie schon lange jeden Club ab, mit ihrem vierten Album auf DESTINY setzen die sechs Italiener mit einem zündenden, mitreißenden Mix aus Ska, osteuropäischen Harmonien und Punkrock jetzt zum großen Wurf an. Der Sommer ist da, und TALCO sind zurück. Die aus Maghera (Venedig) in Norditalien stammenden Musiker haben sich in den letzten 10 Jahre durch beständige Liveauftritte vor restlos begeistertem Publikum einen einzigartigen Ruf erspielt. Sie schafften es über die Jahre, die Clubs auszuverkaufen und ihre bisherigen Alben in großen Stückzahlen abzuverkaufen. Mit La Cretina Commedia hat die Band durch DESTINY RECORDS professionelle Unterstützung und die 13 brandneuen Songs zeigen TALCO so gut wie nie zuvor. Ihr einzigartiger Mix aus straightem Punkrock und italienischen Texten, gepaart mit einer kräftigen Bläsersektion, die osteuropäisch anmutende Melancholie in die Songs trägt, hat enormen Partyfaktor und dabei eine ganz eigene und kämpferische Note. Vor allem bekannt für schnurgerade und sofort zündende Hochtempo-Kracher, scheuen sich TALCO auf La Cretina Commedia nicht, auch langsame, akustische Nummern wie das wunderschöne, durch weiblichen Gesang veredelte Ultima Eta einzustreuen. Mit Leidenschaft und spielerischer Perfektion schaffen TALCO ein Album, das weder Punkrock noch Ska noch World Musik ist, sondern eine perferkte Melange aus diesen Genres. Top-Empfehlung für Fans von GOGOL BORDELLO, MANO NEGRA und SKA-P! LP mit 4c-bedruckter Innenhülle.
 
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TALCO - MAZEL TOV | LP

Re-Release des dritten Albums (2008 / Mad Butcher) der italienischen Ska-Punk-Heroen auf DESTINY. Es war sicher nicht einfach, den erfolgreichen Vorgänger Combat Circus zu toppen, aber TALCO schaffen das auf Mazel Tov (jiddisch für Viel Glück!) mit spielerischer Leichtigkeit. 13 Geschichten über das Leben, Politik, viel Gesellschaftskritik und- Diego Maradonna! Mit erhöhter Geschwindigkeit und großem textlichen Horizont heben sie diese einzigartige Patchanka-Combat-Skapunk-Platte auf ein Level, das ihren besten Live-Momenten sehr nahe kommt, mit druckvollem Sound und ausgefeilten Arrangements. Niemand kann still sitzen, solange Mazel Tov läuft! Enthält den legendären Bonustrack St. Pauli. CD im wunderschönen Digipack mit 16-seitigem 4c-Booklet - mit englischen Textübersetzungen!
 
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TALCO - SILENT TOWN | LP

Schwarzes Vinyl mit bedruckter Innenhülle. Die triumphale Rückkehr der politischen Ska-Patchanka-Worldbeat-Punks aus Italien mit ihrem sechsten Studioalbum als CD und LP auf DESTINY und KASBA (Spanien). Nachdem der erfolgreiche Vorgänger "Gran Gala" gut drei Jahre zurückliegt und das nimmermüde Sextett sich letztes Jahr mit der opulenten Live-Werkschau "10 Years - Live In Iruna" inklusive DVD erneut empfohlen hatte, ist "Silent Town" der Abschluss einer konzeptionellen Trilogie, die mit "La Cretina Commedia" 2010 begann. TALCOs Talent, aus vorwärtstreibendem Punkrock, hymnischen Bläsermelodien und geschickt verarbeiteten Elementen von Ska, World Music und Folk zündende, unvergessliche Songs zu schaffen ist so offensichtlich, dass dabei manchmal die Wahrnehmung ihrer inhaltlichen Finesse zu kurz kommt. Seit jeher sowohl politisch hellwach und kritisch wie auch einer poetischen Seite verpflichtet, sieht sich der charismatische Bandleader und Sänger DEMA in der Tradition italienischer Liedermacher wie CRISTIANO DE ANDRE und FRANCESCO GUCCINI. So hat er parallel zum neuen Album ein Buch unter gleichem Titel geschrieben, und die Texte der zwölf neuen Songs sind wie zuvor einem literarischen Realismus verpflichtet, der oft genug scharfsinnig und wortgewandt auf den politischen, ethischen und moralischen Verfall des Heimatlandes Bezug nimmt. Während die schwungvolle Eingängigkeit von Songs wie "El Sombra", "Dalla Palida Mirò", "Via Da Qui" oder "Il Tempo" zu Euphorie und Partystimmung hinreißt, werden dabei doch herzzerreißende und anklagende Geschichten erzählt. "Silent Town" ist die absolut konsequente und überzeugende Fortführung der schon überragenden Vorgänger "La Cretina Commedia" und "Gran Gala" - TALCO befi nden sich definitiv auf einem schöpferischen Hochplateau und begeistern zu Recht von Jahr zu Jahr immer mehr Menschen in ganz Europa. Spontan und einfach zugänglich in ihrer Musik wie nie zuvor, integrieren sie dennoch zahlreiche subtile, interessante und kunstvolle Details. LP mit bedruckter Innenhülle. Ein absolutes Ska / Punk / Folk-Highlight!
 
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TALCO - TELETERNITA/ST.PAULI | 7"

Limitierte Picture Single! Auf 500 Exemplare weltweit limitierte Picture-7"-Single der Combat-Ska-Punks auf DESTINY.Mit "Teleternita" präsentiert das Sextett einen der Highlight-Songs des aktuellen Erfolgsalbums "Gran Gala", mit "St. Pauli" auf der B-Seite die besonders unter Hamburger Fußballfans innig verehrte Hymne erstmals auf Vinylsingle (italienischsprachige Version). Ein absolut unverzichtbares Vinyl-Kultobjekt sowohl in optischer wie auch akustischer Hinsicht!
 

Interviews

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TALCO - Quo vadis, Italia?!

Zehn Jahre haben die Italiener TALCO aus Marghera, Venedig bereits auf dem Buckel. Beeinflusst von Bands wie SKA-P, MANO NEGRA oder GOGOL BORDELLO arbeiten sie an ihrem ganz eigenen Stil, den sie selbst als Patchanka bezeichnen. Energischer Punk mit treibendem Schlagzeug und messerscharfen Gitarren bildet die Grundlage ihrer Musik. Die kämpferischen italienischen Texte ähneln Maschinengewehrattacken. Das alles, kombiniert mit Balkan-, Folk- und Ska-Einflüssen, mit Trompeten, akkordeonähnlichen Keyboards und auch mal einer Geige, verleiht TALCO einen sehr individuellen Sound. Mit „La Cretina Commedia“ veröffentlichen sie nun ihr viertes Album. Es handelt sich um ein Konzeptalbum, das das wahre Leben des Anti-Mafia-Kämpfers Giuseppe „Peppino“ Impastato erklären soll. Während TALCO auf Tour waren, war ich mit Sänger Dema und Schlagzeuger Nick in Kontakt, um über das musikalische Vorgehen gegen die Mafia mehr zu erfahren.Euer Coverartwork erinnert stark an MINOR THREAT und RANCID. Was habt ihr mit den beiden Bands gemeinsam, wo ist da der Zusammenhang zum eigentlichen Thema des Albums, nämlich Giuseppe „Peppino“ Impastato?Nick: Über all die Jahre hat man uns stilistisch in die verschiedensten Genres von Folk über Ska, Punk bis hin zu Polka, Klezmer, Balkan eingeordnet. Einerseits fühlten wir uns dadurch geehrt, andererseits verwirrte uns das auch gehörig. Also nannten wir es „Combat Punk-chanka“. Unter Patchanka versteht man eine Mischung von verschiedenen Musikrichtungen und Sprachen. Genau das spiegelt unsere Musik wider. Aber Punk war immer der wichtigste Ausgangspunkt für uns, der Rest sind nur weitere Zutaten. Unsere Texte sprechen dann noch eine italienische Folk-Ader an, aber Punk ist immer unsere wichtigste musikalische Wurzel ... Wir dachten, dass eine Parallele zu MINOR THREAT und RANCID dabei helfen könnte, diese Wurzel zu betonen und eine Person wie Peppino Impastato in einen Punk-Kontext zu bringen.Peppino Impastato wurde 1978 von der Mafia ermordet. Warum ist er so bekannt?Dema: Peppino wurde erst posthum durch den Film „100 Schritte“ von 2000 bekannt. An seinem Todestag wurde auch der von den Roten Brigaden entführte Ministerpräsident Aldo Moro ermordet, deshalb wurde Peppinos Tod 1978 kaum wahrgenommen. Peppinos Aktivitäten wurden damals als extremistisch dargestellt. Es wurde kolportiert, dass er bei einem selbst verübten terroristischen Sabotageakt verunglückt war. Die Kommunistische Partei Italiens, PCI, engagierte sich nicht bei der Aufklärung, sondern überließ es lieber der Justiz, der Familie Impastato selbst und Anti-Mafia-Organisationen, die Wahrheit aufzudecken. Leider ist jenseits der Filmstory über sein wirkliches Leben nur sehr wenig bekannt. Deshalb wollten wir uns nur an die großen Taten von Peppino halten, mit Hilfe seines Bruders Giovanni, um die „wahre Geschichte“ zu erzählen. Peppino Impastato ist der italienische Che Guevara, ein Revolutionär. Er bekämpfte die Mafia politisch und auch privat. Sein Vater war ein Mafioso, doch Peppino wollte aus dieser Welt raus, und das macht ihn so groß und einzigartig. Er war ein Vorreiter mit seinem Kampf gegen die Mafia, doch das weiß kaum jemand. Darum wollten wir in „La Cretina Commedia“ davon erzählen.Nick: Viele Menschen kämpften gegen die Mafia und viele verloren dabei ihr Leben. Organisationen wie Libera kämpfen immer noch gegen sie, aber die Situation in Italien ist sehr ernst. Menschen wie der Schriftsteller Roberto Saviano, Anti-Mafia-Vereinigungen oder Geschäfte, die sich weigern, Schutzgeld zu bezahlen, all diese Menschen werden alleine gelassen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Forza Italia, die zur Zeit regierende Partei, als Ableger der Cosa Nostra entstanden ist, was sogar ihr Gründer Dell’Utri bestätigt hat.Über solche Geschäfte, die nichts mit der Mafia zu tun haben wollen, sah ich kürzlich im Fernsehen einen Bericht. Haben die Betreiber eine reelle Chance?Nick: Die machen einen richtig guten Job und verdienen jegliche Bewunderung, denn sie riskieren damit ihr Leben. Ich kann nicht sagen, ob sie eine Chance haben, aber sie folgen dem Beispiel Peppinos.Was passiert derzeit in Italien?Dema: Ob Politik oder Gesellschaft, alles wird von der Mafia beherrscht, ermöglicht durch das Gesetz des Schweigens und der Gleichgültigkeit der Menschen. Die beiden großen italienischen Parteien vertreten nicht das Volk. Sie sind von Lobbyisten und populistischen Demagogen gesteuert, für einen Sitz im Parlament tun sie alles. Junge Menschen interessieren sich immer weniger für Politik. Und genau das will Silvio Berlusconi, der unsere Kultur mit seinen Fernsehsendern plattgewalzt hat. Das System Berlusconi wird noch auf die nächsten 30 Jahre Auswirkungen haben. Natürlich gibt es auch einige politisch aktive junge Menschen, aber ihr Engagement ist so oberflächlich und phrasenhaft, dass sie dem Kampf gegen das System eher schaden – denn dieser ist trotz allem noch lebendig. Die Krise ist hauptsächlich im Süden des Landes spürbar: Armut und Arbeitslosigkeit sind die Folgen. Diese Probleme sind eine direkte Folge der Mafia-Herrschaft und einer für die Entwicklung des Südens katastrophalen Nachkriegspolitik.Inwiefern ist euer eigenes Leben von der Mafia beeinflusst?Nick: Eine Mafia-Mentalität ist allgegenwärtig. Das bedeutet Selbstsucht, das bedeutet, Moral und Ideale über Bord zu werfen für den eigenen Vorteil, das bedeutet, sich hoch zu kämpfen, auf dem Rücken von anderen. Die italienische Bevölkerung wächst mit dieser Einstellung auf. Leider verstehen nur einige wenige, wie beschämend und hinterlistig das eigentlich ist. Tatsache ist, dass die Menschen jemanden wie Saviano beschimpfen, weil er „die Schönheit Italiens befleckt“. Für mich ist Italien ein großartiges Land, das aber gelenkt wird durch eine herrschende Klasse, die in ihrer Denkweise der Mafia sehr ähnelt. Die meisten Italiener sind doch Opportunisten und handeln verantwortungslos. Saviano und all die anderen, die der Sache auf den Grund gehen, wären Helden in anderen Ländern. Mancherorts wären sie gar nicht nötig, denn Kämpfe gegen die Mafia sind außerhalb Italiens nicht nötig.Die russische Hardcore-Band WHAT WE FEEL wird sich wegen zahlreicher Repressionen aus der Neonazi-Szene auflösen. Müsst ihr aufgrund eurer Aktivitäten gegen die Mafia mit Ähnlichem rechnen?Dema: „La Cretina Commedia“ ist unser erstes Album, auf dem wir offen über die Mafia sprechen. Freudige Zustimmung erwarten wir aus den ehrenwerten Kreisen nicht. Wir werden sehen ... Aber bestimmt werden wir weitermachen, denn dieses Thema ist uns sehr wichtig.Nick: Bislang gab es noch keine wirklichen Repressalien, vielleicht auch nur, weil wir im Ausland bekannter sind als in Italien. Natürlich werden unsere Botschaften in Italien nirgends gesendet. Aber dafür gibt es ja schließlich Internet, Konzerte und andere Veranstaltungen. Wenn das italienische Volk versteht, dass es falsch ist, Vorteile durch faule Kompromisse zu erlangen, wenn es sich aktueller Probleme und solcher Werte wie Solidarität und Kampfbereitschaft bewusst wird, dann wird es vielleicht besser werden.Italien ist ein beliebtes Urlaubsland. Was kann man als deutscher Tourist im Land tun, um nicht die Mafia zu unterstützen?Nick: Schwierig, da es sich hier ja um eine Mentalität handelt. Ich denke, dieses Problem können die Italiener nur selbst bewältigen. Auf Sizilien, in Kampanien und Kalabrien ist die Mafia ein politisches und wirtschaftliches System. Es basiert auf Gewaltandrohung, um Geldwäsche zu betreiben. So funktioniert es in Süditalien und darüber hinaus.Dema: In diesem Zusammenhang will ich auf den exzellenten Filmemacher Mario Monicelli hinweisen, der über seine Landsleute folgendes sagte: „Die Italiener unterstützten Mussolini. Als Italien ruiniert war, kündigten sie ihm die Treue auf und hielten sich selbst für unschuldig. Aber waren sie nicht genauso schuldig wie er, hatten sie ihn doch erschaffen und ihm die Macht gegeben, um der Duce zu werden. Nach genau dem gleichen Schema lief das mit der christdemokratischen Partei und Craxi ab. Und nun mit Berlusconi. Wenn sie Berlusconi aus Italien davonjagen werden, werden sie sich für unschuldige Opfer halten.“ So denkt die Mafia und so denkt die italienische Bevölkerung. Und davon handelt auch unser Song „La mia terra“, von all den Italienern, die „ihre Hände in Unschuld waschen“. Ob in Deutschland oder anderswo, die Mafia schlägt dort Wurzeln, wo der Boden es zulässt, wo der Geist schwach ist und die Angst stärker wird. Siehe die USA ...Glaubt ihr an die Demokratie?Dema: Ich glaube an die Demokratie in ihrer ursprünglichen Bedeutung: „Alle Macht geht vom Volk aus.“ Ich glaube, dass jeder Mensch gleich ist, und betrachte mich selbst als Linken. Was politische Systeme angeht, scheint es mir offensichtlich, dass die oligarchischen Diktaturen und Demokratien versagt haben. Keine Ahnung, welches System besser ist. Aber es gibt Grundwerte. Solidarität und Gleichheit an Rechten, eine ökologische und nachhaltige Wirtschaft, Religionsfreiheit, Integration, gerechtere Verteilung von Gütern ... Also nichts Neues. Viel einflussreichere Menschen als ich haben all diese Dinge bereits vor 100 oder 200 Jahren geschrieben, das meiste davon ist völlig falsch angewandt worden.Für was sollte eurer Meinung nach die deutsche Bevölkerung kämpfen?Nick: Letztlich doch für die gleichen Dinge, für die wir hier in Italien kämpfen. Die neue Rechte ist überall auf dem Vormarsch und die politische Linke kommt gegen diese Bedrohung nicht an. Es liegt an uns, wir müssen raus aus dem Parteiengeklüngel und zurück auf die Straßen, um diese neue Welle von Fremdenfeindlichkeit und Faschismus zu stoppen. Faschismus und Nationalsozialismus sind genau so entstanden, in Krisenzeiten und von der Politik und der Bevölkerung zu wenig beachtet, bis sie alles überrollten. Derartige Beispiele kennen wir aus unserer Vergangenheit. Wenn wir nur endlich aus unseren Fehlern lernen und jetzt ein Zeichen dagegen setzen würden!
 
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TALCO - Mit Combat-Punk-Chanka gegen den Berlusconismus

Zur Jahrtausendwende gründete sich das italienische Sextett TALCO (MENTOLATO). Und mit dem aktuellen Album „Gran Galà“ (Destiny Records) scheinen sie endlich angekommen sein – bei sich selbst. Was aus der Ska- und Punk-Szene heraus geboren wurde und mit viel Fleiß, Einsatz und Ausdauer immer stärker gewachsen ist, gehört trotz mehrerer Besetzungswechsel aktuell zu den aufregendsten Live-Acts in Deutschland. Auch im übrigen Europa sind TALCO inzwischen gut bekannt, nur im Heimatland Italien funktioniert nichts, wie sich die Musiker das vorstellen – nicht nur musikalisch, sondern auch politisch. Und so bleibt ihr Wunsch nach einer funktionierenden Linken ungebrochen und sie werden auch nicht müde dies mitzuteilen, nicht nur als Sympathieträger für St. Pauli. Details verrät Dema, Sänger und Gitarrist von TALCO.Ihr seid nun seit gut zehn Jahren unterwegs und habt euch inzwischen an die Spitze der europäischen Indie-Szene gespielt. Ihr habt ein neues Album und es stehen jede Menge Gigs an – was wollt ihr 2013 darüber hinaus noch erreichen?Jetzt steht erst mal das Promoten des Albums im Vordergrund, auf das wir superstolz sind, dann sehen wir weiter. Wir wollen mit „Gran Galà“ möglichst viele Leute erreichen, denn wir identifizieren uns mit dem Album voll und ganz. Oft waren wir mit unseren Alben nicht hundertprozentig zufrieden. Man findet immer etwas, das man hätte besser machen können, oder wir hätten uns auch die Veröffentlichung schon einmal anders vorgestellt. Bei „Gran Galà“ dagegen passt einfach alles. Wir haben uns in jeder Einzelheit wiedererkannt – in den Stücken, in der künstlerischen Produktion, in den Videos ...Wo seht ihr den Unterschied bei eurer Musik von euren Anfängen zu dem Sound heute? Mit „Gran Galà“ seid ihr nun sehr zufrieden; glaubt ihr, dass sich eure Musik dennoch weiter verändern wird, oder ist das jetzt der definitive TALCO-Sound, auf den sich euer Publikum schon einmal längerfristig einstellen kann?Es ist sehr schwierig, musikalisch etwas Neues zu schaffen. Wenn du dir die Musikgeschichte ansiehst, stößt du auf nur sehr wenige Bands, die in der Lage waren, etwas Besonderes zu erschaffen. Du kannst sie an einer Hand abzählen. Genau genommen, haben wir uns nie großartig darum bemüht, neue Arten von Musik für uns zu entdecken, das wäre auch vermessen. Punk, Ska und Folk sind unsere Einflüsse und die Genres, die wir lieben, und die so funktionieren, wie sie sind. Die Evolution, die in ihnen steckt, ist das Resultat eines ganz natürlichen Prozesses und nicht die Entwicklung eines einzelnen Projektes. Und ich denke schon, dass wir uns hier dazuzählen dürfen. Mag sein, dass wir unseren eigenen Sound innerhalb dieser Genres gefunden haben, und natürlich sind wir besser geworden darin, aber es ging uns nie darum, etwas neu oder anders zu machen. Auf der anderen Seite bin ich sehr froh darüber, dass wir die Chance hatten, unser Ding zu machen und unsere Musik auf unsere persönliche Art spielen können. Mit „Gran Galà“ haben wir nun unseren größten Schritt nach vorne gemacht und sind uns dabei doch treu geblieben. Was ich über das Album bisher gelesen habe, deutet immer wieder darauf hin, dass wir „anders“ klingen und im Vergleich zu früheren Alben vitaler, was der Absicht und unserem Bild von TALCO klar entspricht. Diese Aussage gefällt mir richtig gut, denn wir haben von Anfang an stets aus dem Bauch heraus Musik gemacht und uns dabei natürlich weiterentwickelt, ohne uns radikal zu ändern. Wir haben eine große Bindung zu unserem Sound und es gibt keinen Grund, ihn zu ändern.Schneller Ska ist ein Teil eurer Musik, aber nicht so sehr wie Punk, italienische Folklore oder Einflüsse des Balkans. Oder auch Patchanka – was viele Leute nicht so recht einzuordnen wissen. Könnt ihr das aus eurer Sicht erklären?Wir hören verschiedene Genres, vor allem Punk, Ska und Folk in all ihren Facetten – Klezmer, Balkan, italienische Songwriter, Folk-Metal ... Patchanka ist ein Genre, das MANO NEGRA erfunden haben, um ihren Sound zu definieren. Als wir vor zehn Jahren ausloteten, wo wir musikalisch hinwollten, waren MANO NEGRA unsere Referenz. Also definierten wir unsere Musik als „Punk-Chanka“, eine Mixtur aus all dem, das wir hören und in unseren Songs verarbeiten. Punk ist dabei stets das konstante Fundament gewesen. Unsere Alben haben sich immer ein wenig zwischen den Genres hin und her bewegt. „Combat Circus“ war mehr Punk, „Mazel Tov“ mehr Folk, „La Cretina Commedia“ orientierte sich stark am italienischen Songwriter-Stil. Mit „Gran Galà“ haben wir schließlich all diese Ausprägungen in einem Sound verschmolzen, da wir ihn mit mehr Erfahrung präziser arrangieren konnten.Ist die Ska-Szene für euch wichtig oder habt ihr euch aus verschiedensten Szenen ein ganz eigenes Publikum erspielt habt?Wir beziehen uns auf die Ska- und Punk-Szene, da dort unsere Wurzeln liegen, die wir niemals vergessen werden. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass wir uns nur innerhalb enger Szenegrenzen ausdrücken können. Wir haben das enorme Privileg und Glück, zur europäischen alternativen Musikszene zu gehören, und das ganze Schubladendenken ist aus unserer Sicht auch kein Problem – von unserem Heimatland einmal abgesehen. Das ist ein glücklicher Umstand für die Musik und zeigt die Offenheit und Intelligenz der Menschen. Auf Italien lässt sich das allerdings nicht wirklich übertragen, von einigen Ausnahmen abgesehen, die dann aber auch von oben konstruiert sind. Es ist offensichtlich, dass wir weiterhin unsere Musik machen werden, weil wir darauf stehen und weil wir genauso geschnitzt sind. Und wenn jemandem gefällt, was wir machen, dann hat er keine Vorurteile und braucht auch keine Abgrenzungen. Wir würden aber sicherlich nichts an unserer Musik ändern, um ein größeres Publikum zu erreichen. Das kommt für uns nicht in Frage.Seht ihr einen großen Unterschied zwischen der deutschen und italienischen Szene, in der euer Stil neben ein paar anderen italienischen Acts auch als „Combat Ska“ bezeichnet wurde?Er wurde als „Combat Ska“ definiert, da wir politisch, sozial und kulturell aktiv sind. Ich glaube aber nicht, dass diese Konnotation aus der italienischen Ska-Szene kommt, zumal es keine gibt. Genauso wie es keine italienische Musikszene gibt. Es ist nicht leicht, darüber so schlecht zu sprechen, aber Italien ist wirklich das einzige Land, in dem ich überhaupt nicht gerne spiele. Früher haben wir schon auch auf Italien gesetzt, aber inzwischen sind wir den Lebensstil in unserem Land leid. Oberflächliche und leere Trends werden von oben herab vorgegeben, die Leute beschränken sich auf DJ-Partys oder Coverbands. Von der angeblichen alternativen Musikszene ganz zu schweigen, die aus einem alten, kümmerlichen Rest an Bands besteht, die keine fünf Fans bei ihren Konzerten haben und die sich selbstsüchtig spezielle Internetseiten, Booking-Agenturen und Fernsehprogramme zu eigen machen, mit dem Ziel, sich selbst zu promoten und Popularität zu erreichen, ganz zum Leidwesen der unabhängigen Musikszene, der damit jegliches Entwicklungspotenzial genommen wird. Wir wurden immer dafür kritisiert, dass wir vor allem im Ausland spielen und kaum in Italien. Aber wir hatten hier nie die Gelegenheit, ehrlich daran zu arbeiten, wie das zum Beispiel in Deutschland funktioniert. Und Ehrlichkeit ist für uns die Grundvoraussetzung für Zusammenarbeit. Es gab über all die Jahre jede Menge Begebenheiten, bei denen unser vermutlich viel zu naiver Enthusiasmus ausgebeutet wurde, man hat sich über uns lustig gemacht und einige Leute haben uns aus ihrem Mikrokosmos einer vorgegaukelten Alternativ-Kultur gestrichen. Und wer hat dabei stets verloren? TALCO! Denn diese Leute haben uns ausgesaugt und uns dabei so aussehen lassen, als würden wir Italien ablehnen. Von den vielen Künstlermanagements, mit denen wir zu tun hatten, können wir genau zwei anhaltende Kooperationen verbuchen: Die mit unserem katalanischen Bruder und Soundmann und die mit dem richtigen Manager für uns, Kai in Berlin – mit einer ehrlichen und klaren „Familienarbeit“, wie wir uns das vorstellen. Unser ebenso loyales Label ist deutsch-amerikanisch, was also verbindet uns groß mit Italien? Vermutlich lediglich unser Wohnsitz. Wir mögen die Indie-Mentalität, ein offenes Klima zwischen Bands und Musikfirmen, bei der du dich darauf verlassen kannst, dass dich niemand ausbeutet, weil das Verhältnis schlicht ehrlich und klar ist. Diese Situation finden wir überall, nur nicht in Italien. All diesen Aussagen gehen entsprechende Erfahrungen voraus und daher können wir euch mit Gewissheit sagen, dass es genau einen Unterschied zwischen der italienischen und der deutschen Punk-Szene gibt: in Deutschland gibt es eine wirklich unabhängige Punk- und Ska-Szene, es gibt die Möglichkeit, bekannt zu werden und verschiedenen musikalischen und kulturellen Realitäten zu begegnen. Das gibt es in Italien nicht, was auch auf den Berlusconismus zurückzuführen ist.Würdet ihr sagen, dass eure Punkrock-Wurzeln, verbunden mit eurer Leidenschaft für Fußball, insbesondere für St. Pauli, und eurer klaren linkspolitischen Haltung Teile eures Erfolgsrezeptes sind – da das Lebenseinstellungen beinhaltet, mit denen sich euer Publikum selbst stark identifizieren kann?Darauf sind wir vor allem sehr stolz, denn das sind die Dinge, mit denen wir uns auch selbst komplett identifizieren, dazu gehört auch klar die Botschaft der St. Pauli-Fans. Aber natürlich sind Fußballfans nicht unsere einzigen Anhänger. Es ist gerade mal ein Punkt, den wir in unseren Songs thematisieren. Aber die Nähe zu St. Pauli, die wir über unseren Song „Mazel Tov“ bekommen haben, tut uns schon sehr gut. Und ja, es stimmt, wir spielen Punk, wie du sagst, und transportieren damit linke Ideen. Dabei geht es uns aber um Ideen, nicht um Ideale – eine Misere, die die italienische Linke während der letzten zwanzig Jahre Berlusconi kaltgestellt hat. Was noch wichtiger ist: Wir wollen damit niemanden indoktrinieren, wir leben nun einmal in einer politischen Welt und haben daran teil.
 
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TALCO - Bella Italia?

Kaum eine andere Band beschäftigt sich so konsequent mit politischen Missständen im Nach-Berlusconi-Italien wie TALCO. Die Ska-Band aus Marghera, einem Vorort von Venedig, steht seit 15 Jahren für hochpolitischen Highspeed-Ska, der gehörig Druck von unten macht. Auch das neue Album „Silent Town“ beschäftigt sich mit korrupten Politikern, erzählt von fehlenden politischen Idealen und der Gier nach Macht und Ruhm. „Silent Town“ ist ein Konzeptalbum und stellt den Abschluss einer Album-Trilogie dar. Und nicht nur das: Parallel zum Album „Silent Town“ hat Sänger Dema auch einen gleichnamigen Roman geschrieben.Wie bist du auf die Story zu „Silent Town“ gekommen? Gibt es eine echte Stadt als Vorbild?„Silent Town“ ist keiner realen Stadt nachempfunden. Die Bewohner dieser fiktiven Stadt leiden an den gleichen Symptomen wie überall in Italien: Populismus, Diskriminierung und Rassismus. Ohne Bildung, Vorbilder und Ideale geht in „Silent Town“ auch nichts voran. Ich versuche mit der Geschichte, die Ideale von Leuten aus der Partisanenzeit zu beleuchten. Das sind Ideen, die die Menschen in Italien aufgrund gezielter Propaganda nicht mehr kennen. Ein großer Einfluss auf „Silent Town“ war aber auch das Werk des kolumbianischen Schriftstellers Gabriel García Márquez, speziell das Buch „Hundert Jahre Einsamkeit“, in dem der Autor seine Leser in die fiktive Welt von Macondo entführt.Wie kann ein korrupter Politiker wie Silvio Berlusconi nach all den Skandalen überhaupt noch politisch aktiv sein?Weil er in dreißig Jahren ein System aufgebaut hat, das die Kultur Italiens Stück für Stück ruiniert hat. Durch seine Medienmacht hat er die Herrschaft über Moral und Information im Land. Und diese Mentalität, die er erschaffen hat, lässt ihn alles machen, was er will, ohne jeglichen Widerstand. Sein Triumph ist sein mafiöses System, das sein Denken in den staatlichen Institutionen und in den Köpfen der Menschen verankert hat. Und es ist eine Art von Krankheit, die immer noch schwer zu bekämpfen ist.Zusammen mit dem Album „Silent Town“ soll auch ein Buch herauskommen. Wie sieht der Plan hinter dem Buch aus? Ist es das nächste Kapitel nach der Musik?Es ist die gleiche Geschichte wie auf der Platte. Das Buch erzählt die Geschichte der Stadt und das Album versucht die Hauptdarsteller der Geschichte zu beleuchten. Mein Ziel ist es, Aufmerksamkeit auf die Probleme unserer Tage zu lenken: Populismus, Rassismus, Kulturkrise, Trash-TV und wichtige Persönlichkeiten unserer Zeit. Aber natürlich sind wir in erster Linie Musiker und wollen so viele Konzerte wie möglich spielen. Die Idee für das Buch hatte ein Freund von mir. Zuerst habe ich gesagt: Nein, das kann ich nicht. Aber dann habe ich es einfach ausprobiert. Und jetzt sitze ich hier und spreche über mein erstes Buch! Die Schriftstellerei ist eine Sache, die mir großen Spaß gemacht hat, aber nicht mehr.Gibt es eine Verbindung zwischen „Silent Town“ und den beiden Vorgängeralben „La Cretina Comedia“ von 2011 und „Gran Gala“, 2013?„La Cretina Commedia“ erzählt die Geschichte von Peppino Impastato und jeder Song bezieht sich auf ein aktuelles Problem Italiens, zum Beispiel die Krise der linken Parteien im Land. „Gran Gala“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der nach vielen Jahren im Ausland wieder nach Hause kommt und sich wundert, wie sein Land so tief in eine gefährliche politische und moralische Krise rutschen konnte. Der Song „A picco“ handelt von einem Schiffbruch, bei dem Bürger, Politiker und Paten mit einem Schiff vor ihrer Schuld fliehen wollen und untergehen. Und an diesem Punkt von „Gran Gala“ setzt „Silent Town“ an.Wie steht es um die Punk-Szene in Italien und speziell in eurer Heimatstadt Marghera?Ziemlich schlecht. Ehrlich gesagt gibt es gar keine Szene mehr. Und verantwortlich dafür sind ein paar alte Bands, die ein mafiöses System aufgebaut haben, um zu überleben. Und das existiert immer noch, obwohl es diese Bands schon lange nicht mehr gibt. Und Promoter, Fernsehen und Fanzines haben das ganze Schlamassel noch schlimmer gemacht. Alle diese Dinge haben Punkrock in Italien zerstört und viele gute Bands haben keine Möglichkeit mehr, Konzerte zu spielen. Wir konnten zum Glück den Sprung ins Ausland schaffen und in einer ehrlicheren Szene spielen. Dafür sind wir sehr dankbar. Wenn wir in Italien geblieben wären, hätten wir wahrscheinlich über all die Jahre hinweg nicht auftreten können.Wie sieht aktuell die Lage mit den Flüchtlingen in Italien aus?Solange Bürger und Politiker keine echte Willkommenskultur entwickeln und eine bessere Lösung für die Unterbringung finden, profitieren die Populisten und Rechtsradikalen von der Situation und verbreiten ihre Bullshit-Propaganda. Einwanderung hat schon immer eine großartige Chance für ein Land mit sich gebracht. Aber in Italien erkennt man diese Möglichkeiten nicht.In Deutschland gewinnen Rechtsradikale und Populisten immer mehr an Einfluss. Und die Zahl der rechten Anschläge und Gewalttaten steigt rasant. Ist das in Italien ähnlich?Das hat schon unter Berlusconi angefangen und jetzt macht der Populismus Parteien wie Lega Nord groß. Die italienische Geschichte lehrt uns, dass Ausländerhass und Rechtsradikale immer dann gefährlich werden, wenn es eine wirtschaftliche oder kulturelle Krise gibt. Sie haben, unterstützt vom Volk, das Land ruiniert, und als die Bürger dann kapiert haben, dass all das zu einer Diktatur geführt hat, haben sich die Menschen versteckt und auf glorreiche Partisanen gewartet, die wieder einen Umsturz herbeiführen sollten. Das ist immer der gleiche Kreislauf in Italien, weil die Menschen hier immer alles vergessen.Wie reagieren die Menschen in Italien auf eure sozialkritischen Texte?Ich denke, da gibt es kein großes Problem. Nur einmal hat eine Zeitung geschrieben, dass wir den Partisanen-Song „Bella ciao“ singen und der Konzertveranstalter sich beschwert habe, weil er unpolitisch sei. Aber später haben wir herausgefunden, dass das eine Erfindung der Zeitung war und wir kein echtes Problem mit dem Promoter hatten. Es gibt eine Menge politische Bands, die in Italien Konzerte spielen, ohne Probleme zu bekommen. Natürlich bekommen sie keinen Platz in einem Sender von Berlusconi, aber wenn du politische Musik machst, sind das auch nicht unbedingt die Medien, in denen du auftreten willst.Ihr habt eine sehr enge Verbindung zu Berlin. Dort haben euer Label und eure Booking-Agentur ihren Sitz. Woher kommt das?2005 haben wir dort auf dem Punkitalia-Festival unsere erste große Show gespielt. Mehr als 900 Leute haben zu unserer Musik getanzt. Das war für uns als Band eine Art Startschuss und Berlin ist dadurch zu unserer zweiten Heimat geworden. Bis heute sitzt unser Management in Barcelona, das Booking läuft zwischen Berlin und Barcelona und deshalb bezeichnen wir uns als Barcelona-Berlin-Band, die in Marghera wohnt.Es gibt noch eine weitere italienische Band in Berlin, die auch bei Destiny unter Vertrag ist: THE OFFENDERS. Habt ihr zu denen einen besondere Verbindung? Und gibt es noch mehr italienische Punkbands in Berlin?Klar kennen wir die. Wir haben sie letztes Jahr drei oder vier Mal getroffen. Das sind gute Jungs und einige von ihnen kennen wir schon seit Jahren. Ich weiß aber nicht wirklich, ob es noch weitere italienische Punkbands gibt, die in Berlin leben. Ich glaube nicht.Im Frühjahr wollt ihr mit einer bayerischen Band auf Tour gehen: THE PROSECUTION. Kennt ihr diese Jungs? Habt ihr sie als Support ausgesucht?Kai Mutti von Muttis Booking und unser Manager David von HFM hat uns THE PROSECUTION vorgeschlagen und wir waren sehr glücklich damit. Sie spielen wirklich guten Skacore und machen eine gute Show. Das passt gut mit TALCO zusammen. Wir kennen sie bisher nicht persönlich.Ihr seid auch große Fans vom FC St. Pauli, habt sogar einen Song über diesen Verein geschrieben. Wie seid ihr zu den Hamburgern gekommen? Gibt es keine linksgerichteten Clubs in Italien?Wir haben den Club 2006 für uns entdeckt, so etwas kennen wir aus Italien nicht. Natürlich gibt es auch bei uns linksgerichtete Vereine, aber nicht so groß und organisiert wie der FC St. Pauli. Zwei Jahre später haben wir beschlossen, dem Verein auf unserem Album „Mazel Tov“ einen Song zu widmen. Und 2009 haben wir die Verbindung intensiviert durch die Single „St. Pauli“ und das Fanräume-Projekt. Wir lieben den Verein und wir sind sehr stolz auf diese Verbindung.
 

Reviews

TALCO

© Ox Fanzine #115 / Lars Weigelt

10 Years – Live In Iruna

Combat Ska, immer nur Combat Ska! Kometenhaft ist der Werdegang dieser zappeligen Norditaliener, und das obwohl diese seit dem 2004er „Tutto Assolti“ an ihrem Sound wenig bis überhaupt nichts geändert haben.Wahrscheinlich wussten die damals schon, dass ihr schnittiger Mix aus Italo-Folk, Polka-Punk, Highspeed-Ska in Verbindung mit kämpferischen Texten und aufputschenden Refrains einfach unschlagbar gut und erst recht partytauglich ist.Vielleicht blieb zwischen den unzähligen Gigs, die sie nicht nur kreuz und quer durch Europa führten, auch gar keine Zeit, etwas zu hinterfragen. Ees läuft einfach für die perfekt eingespielte Kapelle – und außerdem: Never change a winning sound! Wer sich von der TALCO-Patschanka nicht mitreißen lässt und wie wild auf und ab springt, dem kann zwar ich nicht helfen, aber garantiert dieser (!) brandheiße Live-Mitschnitt vor grandioser Kulisse im spanischen Iruna (baskisch für Pamplona).Scheuklappen gegenüber Crossover-Soundclashs absetzen, Hüften lockern und dann 72 Minuten (21 Songs) lang durchschütteln lassen. Klasse Live-Retrospektive in guter Soundqualität, die entweder als Doppel-Gatefold-LP oder Digipak plus coole Doku-DVD (86 Min.) erscheint.Valium-Ska-Punk-Highlight!

 

TALCO

© Ox Fanzine #105 / Lars Weigelt

Gran Galà

Willkommen zur neuesten Runde „Bella Ciao“ auf 180: 15 fetzige Lektionen Punkchanka auf tanzbarstem Niveau. Als die Norditaliener 2003 mit „Tutti assolti“ debütierten, wurden sie abfällig belächelt und in die Kirmes-Ecke geschoben.Nun, vier Alben, hunderte Gigs und einige Achtungserfolge später, dürfte auch der letzte Pessimist von der positiven Aura der Band angestachelt sein. Und mal ehrlich, wer bei Hymnen, und es sind wirklich welche, wie „Danza dell’autunno rosa“, „La macchina del fango“ und „Teleternita“ nicht wenigstens mit seinem Popo wackelt, muss sich ernsthaft Gedanken über seine körperliche und seelische Verfassung machen.Still sitzen? Hau ab! Springen, skanken, toben – mitmachen ist angesagt. Stock raus und ab aufs Parkett. Oder in die erste Demoreihe, denn mit dieser Band kehrt das Lächeln auch in Kreise zurück, die sich gerne in Selbstmitleid ertränken.Geschickt verpackt die Band Politisches und Persönliches in ausgefeilte Arrangements, die zweifelsohne tanzbar sind. Der Sound ist dabei so kompakt und vielfältig wie nie, fährt einem sofort in die Knochen.Viele Chöre, mitreißende Bläser, effektives Schlagzeugspiel mit coolen Dancebeats. Alles rund, alles eingängig, Kurzweil par excellence. Scheiß auf morgen, heute wird getanzt! Schickes Digipak inklusive aller Texte und englischer Übersetzung.Farbige LP-Erstpressung. Galareif!

 

TALCO

© Ox Fanzine #92 / Simon Brunner

La Cretina Commedia

Da ist es also, das Konzeptalbum der Italiener von TALCO, das sich dem Leben und Sterben des linken Aktivisten und Mafia-Gegners Giuseppe „Peppino“ Impastato widmet. Angesichts der Aussagen im Interview in der letzten Ox-Ausgabe wünsche ich mir, dass TALCO mit diesem Album vor allem in Italien für Aufsehen sorgen werden, denn was hilft es, wenn wir in Deutschland zwar die Wahrheit kennen, aber die Menschen in Italien nicht erreicht werden? Musikalisch wird an das Erfolgsalbum „Mazel Tov“ angeknüpft, alle Stücke sind beim Gesang und den Bläsersätzen voll von eingängigen folkloristischen Melodiebögen.Diese werden temporeich mit einem unglaublich treibendem Schlagzeug und fetten Gitarren begleitet. Was sind das für fette Ohrwürmer geworden! Erneut haben TALCO ihr eigenes Niveau übertroffen gesteckt.Ich hoffe, die Band kommt im Oktober auch mal in die Nähe des Rhein-Main-Bermudadreiecks, um mit ihr gemeinsam gegen welche Mafia auch immer anzutanzen.

 

TALCO

© Ox Fanzine #80 / Simon Brunner

Mazel Tev

Da auf Black Butcher erschienen, rechnete ich eigentlich mit einer Ska(Punk)-Band. TALCO hat aber mit Offbeat nicht viel zu tun. Fette Gitarren, ein wuchtiges Schlagzeug, ein straighter Bass, aber scharfes Gebläse peitschen das italienische Wortgefecht des Sängers voran.Die ganz eigene Note verschaffen sich TALCO durch Verwendung italienisch-folkloristischer Musik, die vom traditionellen Intro meistens in ein heftiges, wenn auch sehr melodisches Punk-Gewitter umschlägt.Gekonnt verwenden TALCO Akustikgitarren, Ziehharmonika, Trompeten, Tuba und Violine, bis die fett produzierten Drums und die Gitarrenwände aus einer bekömmlichen mediterranen Küche ein teuflisch scharfes Gericht machen.Unterm Strich schneller, energischer und aggressiver Punkrock, der durch die folkloristische Seite höchst melodisch und vielseitig ist. Eine sehr positive Veröffentlichung, die sich aus dem Folkloristischen angenehm vom parallelen Latin-Punk abhebt - eine Band, die ich mal live sehen will.(8)

 

TALCO

© Ox Fanzine #89 / Joachim Hiller

Mazeltov

2008 erschien diese Album bereits auf Mad Butcher, jetzt gibt es eine Neuauflage auf Destiny und ich zitiere Simon Brunners damalige Rezension: „Da auf Black Butcher erschienen, rechnete ich eigentlich mit einer Ska-(Punk-)Band.TALCO hat aber mit Offbeat nicht viel zu tun. Fette Gitarren, ein wuchtiges Schlagzeug, ein straighter Bass, aber scharfes Gebläse peitschen das italienische Wortgefecht des Sängers voran.Die ganz eigene Note verschaffen sich TALCO durch Verwendung italienisch-folkloristischer Musik, die vom traditionellen Intro meistens in ein heftiges, wenn auch sehr melodisches Punk-Gewitter umschlägt.Gekonnt verwenden TALCO Akustikgitarren, Ziehharmonika, Trompeten, Tuba und Violine, bis die fett produzierten Drums und die Gitarrenwände aus einer bekömmlichen mediterranen Küche ein teuflisch scharfes Gericht machen.Unterm Strich schneller, energischer und aggressiver Punkrock, der durch die folkloristische Seite höchst melodisch und vielseitig ist. Eine sehr positive Veröffentlichung, die sich aus dem Folkloristischen angenehm vom parallelen Latin-Punk abhebt – eine Band, die ich mal live sehen will.“

 

TALCO

© Ox Fanzine #123 / Wolfram Hanke

Silent Town

Es gibt ja nicht viele Bands aus Italien, die man kennen sollte. LITFIBA vielleicht, aber von denen hat man auch schon lange nichts mehr gehört. TALCO bilden da eine echte Ausnahme. Die Ska-Band aus Marghera, einem Vorort von Venedig, steht seit 15 Jahren für hochpolitischen Highspeed-Sound, der Berlusconi und Konsorten gehörig Druck von unten macht.Auch das neue Album „Silent Town“ beschäftigt sich mit korrupten Politikern und dem Zerfall der italienischen Musikszene, erzählt von fehlenden politischen Idealen und der Gier nach Macht und Ruhm.Zwölf Songs, die stramm nach vorne gehen, ohne Pausen und Balladen. Eine wilde Mischung aus Partisanen-Musik, Punkrock und Ska. Konsequent auf Italienisch gesungen. „Silent Town“ ist ein Konzeptalbum über eine fiktive Stadt, die unter Populismus, Diskriminierung und Rassismus leidet.Das Sextett vergisst neben der Botschaft aber nie die Party. Konzerte der Italiener sind schweißtreibend und enden oft mit Schrammen und blauen Flecken. Pogo italiano! Parallel zum Album „Silent Town“ arbeitet Sänger Dema übrigens auch an einem gleichnamigen Roman, der die Geschichte der fiktiven Stadt konsequent weitererzählt.Für die stillen Momente am Rande der Tanzfläche.

 

TALCO

© Ox Fanzine #108 / Lars Weigelt

Teleternità

Schick sieht sie aus, die Picture-EP der italienischen Party-Revoluzzer! Die A-Seite im Style des aktuellen Langspielers „Gran Galà“ und die B-Seite mit einem sieben Zoll großen Live-Shot eines gefeierten Gigs auf und für St.Pauli. Logisch, dass es da eben jenen Song zu hören gibt! Das schnittige „Teleternità“ ließ mich schon in Ausgabe #105 nicht still sitzen und ob als Frisbee, Wanddeko oder doch zum Hören, die 500 Exemplare werden wohl genauso schnell weg sein wie es TALCO verstehen, Massen mitzureißen.

 

TALCO

© Ox Fanzine #60 / Jan Eckhoff

Tutti Assolti CD

Na endlich mal was mit etwas Feuer im Hintern aus Italien von TALCO bzw. von den verrückten Metzgern aus Göttingen. Sehr rockiger Ska-Core kommt hier, der seinesgleichen zwar auch nicht lange suchen muss, der aber auch nicht allzu schnell langweilt. Referenzen gibt es bei STROH oder den diversen südamerikanischen Bands wie etwa SEKTA CORE oder so ohne Ende. Denkt auch einfach irgendeine Band, die schnellen (Punk)rock spielt und dazu Trompeten und Saxophon beistreut. TALCO verbinden das - wie es ja auch bei vielen Bands des Genres ist - mit extrem linken Aussagen in ihren Texten, politischem Engagement über die Musik hinaus, und zum besseren Verständnis dessen sind auch die englischen Textübersetzungen im Booklet abgedruckt. Kein Must-Have, aber bestimmt live eine tolle Band. (35:17) (5)