MAKE DO AND MENDTourdaten, Infos, Interviews, Reviews

Nächster Termin:

nicht bekannt
No Votes
Bewertung:
Artist Foto
Artist Foto

Genre

Punkrock/Hardcore

Shows

20 Shows in 14 Städten / 7 Ländern

Zeitraum

12.08.2011 - 10.05.2015

Letzte Show

10.05.2015 - DE-München, Backstage

Nächste Show

nicht bekannt

Booking

Tourdaten (Archiv)

Archiv
 
Aug.
21
2011
Sonntag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
1
2013
Freitag
Konzert - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
2
2013
Samstag
Konzert - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
3
2013
Sonntag
Konzert - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
4
2013
Montag
Konzert - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
5
2013
Dienstag
Konzert - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
6
2013
Mittwoch
Konzert - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
123
Mär.
8
2013

Interviews

[[Issue]]

MAKE DO AND MEND - Do what feels right to you!

Für einen kleinen Kreis von Eingeweihten war die Veröffentlichung der ersten beiden MAKE DO AND MEND-EPs „We’re All Just Living“ (2007) und „Bodies Of Water“ (2009) ein echte musikalische Offenbarung. Mit ihrem Debütalbum „End Measured Mile“ (2010) setzten sich MAKE DO AND MEND dann langsam aber sicher in Europa durch. Im letzten Jahr veröffentlichte das aus West Hartford, Connecticut stammende Quartett sein zweites Studioalbum „Everything You Ever Loved“ über Rise Records. Vielleicht sind es auf „Everything You Ever Loved“ die großen Gesten, erzeugt durch ein orchestrales Klangbild in den häufigen ruhigen wie atmosphärischen Passagen, und eine unüberhörbare größere Eingängigkeit der Songs, wegen denen einige Leuten MAKE DO AND MEND nach wie vor ignorieren. Dennoch scheinen sie genug Interessierte anzuziehen, so dass viele Konzerte ihrer im März gespielten Headlinertour ausverkauft waren. Im Kölner MTC traf ich mich mit Sänger und Gitarrist James Carrol.Wenn wir ein wenig in eurer Bandgeschichte zurückgehen, war es für euch durch die abgesagte Tour 2010 und ein Vertriebsproblem anfänglich schwierig, in Europa Fuß zu fassen. Nach Touren mit HOT WATER MUSIC und EVERY TIME I DIE, kamt ihr im vergangenen Winter zusammen mit LA DISPUTE und TITLE FIGHT wieder. Wie ist es für euch, endlich als Headliner auf Tour zu gehen?Ich bin sehr dankbar dafür. Die ersten Touren, die du genannt hast, waren fantastisch und sehr wichtig für uns. Natürlich sind viele Leute vor Ort und warten auf die Headliner des Abends. Aber jedes Mal, wenn wir zurückgekommen sind, kamen mehr und mehr Leute nach den Konzerten zu uns und waren begeistert. Genauso auf der letztjährigen Tour mit LA DISPUTE und TITLE FIGHT. Es ging uns immer sehr gut in Europa und wir konnten jedes Mal ein wenig mehr Fahrt aufnehmen. Und nun hat sich das alles auf der jetzigen Tour ausgezahlt.Gibt es allgemein irgendwelche Ängste kurz vor einem Tourstart?Wir machen uns nicht viele Gedanken oder sind abergläubisch, aber ich war sehr nervös vor der Tour. Ich hatte keine Ahnung, wie es werden würde. Werden genug Leute kommen? Kümmert es irgendwen dass wir wiederkommen – als Headliner? Aber nachdem die ersten Shows ausverkauft waren – und alle Abende waren großartig –, war unser Nervosität verschwunden.Gibt es eine andere Herangehensweise an eine Headlinertour?Es ist definitiv ein anderes Gefühl. Anspannung einerseits, aber auch eine gewisse Zuversicht, die damit einhergeht. Ich weiß nicht, ob es Sinn ergibt oder blöd klingt, aber nach den ersten paar Shows schien es mir, als würden die Leute begeistert nachhause gehen. Wenn wir andere Bands supporten, herrscht ein gewisses Maß an Anspannung, weil man versucht neue Leute zu beeindrucken. Diese Tour nun ist unser eigenes Ding. Wir spielen für die Leute, denen unsere Band etwas bedeutet, und das nimmt einiges von dem Druck raus.Im Vergleich zum Debüt „End Measured Mile“ klingt „Everything You Ever Loved“ schon etwas anders.Das ist einfach so passiert. Wir haben die Songs unserer Gefühlslage angepasst. „End Measured Mile“ ist ein temporeiches und energisches In-your-face-Album. Auf der aktuellen Platte gehen wir in eine andere Richtung und ich bin auf die Songs stolzer als auf alles andere, was wir bisher veröffentlicht haben.Manche sehen es kritische, wenn Punk- und Hardcore-Bands eingängigere Elemente in ihren Sound integrieren. Kannst du das nachvollziehen?Absolut. Als ich jünger war und eine Band ein „eingängigeres“ Album veröffentlicht hat, habe ich mich oftmals gefragt, warum sie das gemacht haben. Aber das ist eine Sache, die sich niemals ändern wird. Wir haben wirklich hart gearbeitet, um an den Punkt zu gelangen, an dem wir sind, nämlich Songs zu schreiben, mit denen wir zufrieden sind. Aber ich kann mich nicht darum kümmern, was andere Leute von mir erwarten. Ich mache das, was sich für mich richtig anfühlt, egal, ob die Leute es mögen oder nicht.Um die Zeit bis zum nächsten Release ein wenig zu verkürzen, habt ihr das ein JETS TO BRAZIL-Cover „Cat heaven“ online veröffentlicht.Wir hatten einfach Lust darauf und haben es kurzerhand mit dem Laptop in meinem Wohnzimmer aufgenommen. Wir haben herumgeblödelt und dann hörte es sich so gut an, dass wir entschieden haben, es in dieser Form zu veröffentlichen.Wenn man einen Song covert, tut man das mit dem nötigen Respekt gegenüber der Band, die man sich da ausgesucht hat und die man meist schon jahrelang kennt. Oder kam euch die Idee rein zufällig?Es war definitiv situationsbedingt. Aber es ist komisch, wenn man versucht, eine gute Version von einem bereits großartigen Song zu schaffen. Jeder hofft natürlich, dass es klasse wird. Wir haben auf jeden Fall Respekt vor dem Lied, es ist einer meiner Lieblingssongs aller Zeiten. Wir haben diesen Song gecovert, weil er mir viel bedeutet und ich ihn damit würdigen wollte. Hoffentlich werden wir dem auch gerecht. Ich persönlich bin mehr JETS TO BRAZIL- als JAWBREAKER-Fan. Versteh mich nicht falsch, ich bin Fan von beiden Bands und jedes JAWBREAKER-Album ist großartig, aber ich konnte musikalisch eher eine Beziehung zu JTB aufbauen. Ich habe Blake auch mal getroffen, als wir mit seiner neuen Band THE FORGETTERS gespielt haben. Er ist ein supernetter Kerl.Angesichts der letztjährigen Gerüchte über eine JAWBREAKER-Reunion die Frage: Bist du eher der ewige Nostalgiker oder denkst du, dass man einige Sachen besser in der Vergangenheit ruhen lassen sollte?Schwer zu sagen. Ein Teil von mir will, dass aufgelöste Bands oder Bands, die sich eine Auszeit genommen haben, es auf sich beruhen lassen. Denn es gibt viele, die mit ihrer Reunion jeglichen Charme verloren haben, zumindest für mich. Das ist vielleicht egoistisch gedacht und unfair, aber so fühlt es sich oftmals an. Andererseits gibt es aber auch genug Bands, die dich, wenn du sie dann live siehst, zurück zu dem Punkt transportieren, an dem sie dir viel bedeutet haben. Wie zum Beispiel AMERICAN NIGHTMARE, eine meiner Lieblingsbands, oder HOT WATER MUSIC. Ihr Comeback-Album ist meiner Meinung nach ihr bestes Album aller Zeiten. Aber das ist ein Glücksfall. Meistens bevorzuge ich, dass Bands Teil der Vergangenheit bleiben. Aber genauso gibt es viele Bands, die in ihren besten Jahren nicht ihr ganzen Potenzial ausschöpfen konnten. Erst nach der Auflösung bemerken die Leute, wie gut eine Band war, und dann nimmt die Verehrung posthum plötzlich Fahrt auf. Deswegen ist es für Bands auch so reizvoll, sich wiederzuvereinigen.
 
[[Issue]]

MAKE DO AND MEND - Prägen und geprägt werden

Wenn Songs mit „There is a light that never goes out / But try as I might, I can’t seem to find it now“ (aus „Each of us“) beginnen und die Mitglieder der Band das bekannte Flamme-Wasser-Musik-Tattoo auf ihrer Haut tragen, muss alles gut werden. „Don’t Be Long“, das dritte Album von MAKE DO AND MEND, hat das Potenzial, zum besten der Bandgeschichte zu werden. Nie ihre Wurzeln außer acht gelassen und hart gekämpft zu haben, das zeichnet die Band aus, die aus Sänger James Carroll, dessen Bruder Matt, Luke Schwartz und Mike O’Toole besteht. Dass sie mal eben ein ganzes Genre auf ein neues Level heben werden, interessiert sie unterm Strich jedoch einen feuchten Dreck.Unsere Wurzeln liegen ganz klar bei Bands wie HOT WATER MUSIC oder THE SMITHS. Ich habe mich verstanden gefühlt von Chuck Ragan und Chris Wollard, die mit ihren Geschichten sicherlich dazu beigetragen haben, dass ich jetzt so bin, wie ich bin, und dass ich mich an Dingen erfreuen kann, die manchmal eben nur mir etwas bedeuten können.“ Sänger James Carroll ist aufgeschlossen und mitteilungsfreudig, wenn es um das neue Album „Don’t Be Long“ seiner Band MAKE DO AND MEND geht. Dass im Zusammenhang mit dem Quartett aus Boston die üblichen Verdächtigen genannt werden, wenn man musikalische Querverweise ziehen will, stört ihn dabei ganz und gar nicht: „Wir alle sind mit Bands wie TEXAS IS THE REASON, BRAID und vor allem HOT WATER MUSIC groß geworden. Dass wir mal mit ihnen in einem Atemzug genannt werden könnten, und auch wenn es nur für eine kurze Zeit sein mag, ist uns eine große Ehre.“ Hinter ihren in die Jahre gekommenen Vorbildern muss sich hier jedoch niemand verstecken, und so offensichtlich sind die Parallelen nun auch wieder nicht.Es sind jedoch Songs wie „Each of us“, das mit einem der sicherlich am häufigsten zitierten THE SMITHS-Zitate beginnt und damit einige Gedanken anstößt. Sind es die gleichen Lieblingsbands, die Künstler wie Carroll und seine Hörer verbinden? Was steckt noch hinter den Texten auf „Don’t Be Long“? „Es gibt tatsächlich so etwas wie einen roten Faden, der sich inhaltlich durch das Album zieht. Man glaubt es kaum, aber auch als Musiker, der sich eigentlich darüber freuen sollte, dass er durch seine Musik an die verschiedensten Orte auf der Welt reisen und überall die interessantesten Leute treffen kann, hat man Sorgen und Existenzängste. Das menschliche Miteinander und dass jeder Mensch, den man im Laufe seines Lebens trifft, Einfluss auf einen selbst hat, ist eigentlich eine ganz interessante Sache. Mit einigen dieser Menschen müssen wir besser klarkommen, andere tangieren uns nur kurz und verschwinden dann für immer aus unserem Leben. Vom Miteinander unter Freunden handeln die meisten Songs auf der neuen Platte. Manchmal geht es um Zweckbeziehungen, die wir nur durchziehen müssen, um eine bestimmte Sache zu erreichen. Manchmal geht es aber auch darum, aneinander zu glauben, sich Hoffnung zu geben und Mut zu machen, etwas zusammen zu durchzustehen.“Woher diese Gedanken kommen, erklärt James nach einer kurzen Pause. „Rückblickend betrachtet, ist unsere letzte Platte, ,Everything You Ever Loved‘, bei den Leuten überhaupt nicht gut angekommen. Wir sollten live immer die alten Songs spielen und haben uns die schlechten Kritiken sehr zu Herzen genommen. Für uns als Band ist es das Größte, dass wir die Chance haben, mit unserer Musik unseren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Solange du merkst, dass die Leute an dich glauben, ist das wirklich wundervoll. Sobald aber das, was du machst und wo du vor allem dran glaubst, in Frage gestellt und an dir gezweifelt wird, gerät alles ins Wanken. In diesen Zeiten mussten wir als Band sehr zusammenhalten – was uns glücklicherweise sehr leichtfiel. Jedoch geht auch so eine Zeit nicht spurlos ein einem vorbei.“Über mangelnde Aufmerksamkeit konnte sich die Band in den letzten Jahren eigentlich auch nicht beschweren, gehören sie doch zur Speerspitze des Emo-Revivals rund um Bands wie BASEMENT, TITLE FIGHT, MOOSE BLOOD und LA DISPUTE. Natürlich haben sie auch auf den großen Festivals gespielt, sowohl in Amerika als auch in Europa. Dazu zählt ein Auftritt auf dem belgischen Groezrock Festival, neben Bands wie TEXAS IS THE REASON und GRADE. „Ich finde es fantastisch wenn eine Band wieder zusammenfindet und es noch einmal wissen will. Sie müssen auf der Bühne dann aber auch ein wirkliches Feuerwerk abbrennen; sei es emotional oder mit einer actiongeladenen Bühnenshow. In den letzten paar Jahren wollen es aber irgendwie alle alten, eigentlich schon toten Helden scheinbar noch einmal wissen. Ich finde es bedenklich, wenn sich Bands aus rein wirtschaftlichen Gründen wieder zusammentun und noch einmal Profit aus ihrem Werk schlagen wollen. Natürlich kann ich es verstehen, wenn man sich den wohlverdienten Ruhm gönnen möchte. Dabei ist es jedoch wichtig, authentisch zu bleiben. Sonst zerstört man ganz schnell das, was einen mal ausgemacht hat.“Manche Songs und Gefühle gehören also in ihre Zeit oder in den entsprechenden Lebensabschnitt der Hörer einer Band. Dass Authentizität für James bei MAKE DO AND MEND eine große Rolle spielt, zeigt sich nicht nur in den aufs Wesentliche beschränkte Bühnenshows. „Ich könnte kein guter Popmusiker sein. Mir sind meine Gefühle und das Wissen um die zeitliche Begrenztheit meiner Themen zu wichtig, als dass ich über irgendetwas Belangloses singen wollte. Es ist nicht zeitlos? Na und! Dafür kommt es von Herzen.“
 

Reviews

MAKE DO AND MEND

© Ox Fanzine #98 / Robert Meusel

End Measured Mile

Momentan schießen zahllose HOT WATER MUSIC-2.0-Bands im Flanellhemdenwahn mit widerspenstigem Bartwuchs und unkontrollierter Tattoobildung aus dem Boden und alle wollen einen Schluck aus der Gainesville-Whiskeyflasche abhaben.So auch die (noch) bartlosen MAKE DO AND MEND, von denen nach zwei EPs und einer Split-CD mit TOUCHÉ AMORÉ dieser Tage der erste Longplayer „End Measured Mile“ erschien. Die überbordende Begeisterung des Labelwischs und die der wachsenden Fangemeinde kann ich nur bedingt teilen.Klar, „Ghostal“ „Keep this“ und „Firewater“ sind erstklassige Song-Granaten bei denen einfach alles stimmt. Kräftige Gitarren, tightes Drumming, die beeindruckende Stimme von James Carroll, wie auch die gute Produktion lassen aufhorchen, doch zwischendurch schwindet die Aufmerksamkeit.Obwohl die Songs nie kraftlos sind, klingen sie manchmal zu sehr nach Genrestandard und das dürfte der große Schwachpunkt bei MAKE DO AND MEND sein. Die Band wirkt wie eine High-End-Version von HWM, die lediglich einen mittlerweile salonfähigen Stil adaptiert und für meinen Geschmack zu wenig andere Einflüsse zulässt.Besser machen es da zum Beispiel PAPER ARMS oder auch TITLE FIGHT. Und im Vergleich zu deren aktuellen Platten ist „End Measured Mile“ nur eine durchschnittliche Rock-Platte mit wenigen echten Highlights.

 

Konzert

Event Foto

LYVTEN

05.05.2016Köln, YUCA
Mai.
5
2016