TOCOTRONICTourdaten, Tickets, Interviews, Tonträger

Nächster Termin:

17.06.2016
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Früher begannen junge Leute mit dem Gitarrespielen, indem sie das Riff von Smoke On The Water und die Akkorde für das Traditional House Of The Rising Sun lernten. Wenn sie heute mit Instrumenten anfangen, lassen sie sich dazu gerne durch Lieder von Tocotronic anspornen.

Diese aufmüpfige und fröhlich schöpferische Band übt hierzulande einen überall spürbaren Einfluss aus. Musikalisch und modisch versorgt sie Jungs und Männer mit dem Selbstbewusstsein, das Madonna bis heute an Mädchen und Frauen weitergibt. Der Gitarrist Rick McPhail findet mit Leichtigkeit prägnant erzählende Töne. Er setzt sie wie Punkte und Kommas auf und zwischen Strophen und Refrains. So verwandelt er einen Entwurf in einen Song.
Der Bassist Jan Müller hat ein romantisches Verhältnis zu Musik, die apart aus der Zeit fällt. Er ist der aufgeschlossenste Rock-Fan der Band. Sein Bass klingt wie das Auge des Sturms in den Songs von Tocotronic.
Der Schlagzeuger Arne Zank reist schon mal auf die andere Seite der Erdkugel, um Klänge zu entdecken wie seltene Schmetterlinge. Anschließend kehrt er als musikalischer Antipode zurück, um in angenehmen Bars in Berlin-Kreuzberg interessante, sonderbare Klanglandschaften vorzustellen.
Der Sänger Dirk von Lowtzow steht morgens auf und hat einen Song fertig. Er frühstückt und hat einen zweiten Song fertig. Dann geht er um den Block und telefoniert vielleicht kurz. Wenn er mittags nach Hause zurückkommt, ist die Demo-Version eines dritten Songs so gut wie aufgenommen.

Genre

Indie/Alternative

Shows

209 Shows in 53 Städten / 4 Ländern

Zeitraum

20.10.2002 - 27.08.2016

Letzte Show

09.04.2016 - DE-Kiel, Die Pumpe e.V.

Nächste Show

17.06.2016 - DE-Ulm, Ulmer Zelt

Booking

KKT

Tourdaten

Archiv
Jun.
17
2016
Freitag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 
Jul.
14
2016
Donnerstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 
Jul.
14
2016
Donnerstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 
Jul.
16
2016
Samstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 
Aug.
27
2016
Samstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 

Tonträger bei finestvinyl

Cover

TOCOTRONIC - >20< | 2 L+C

Zweite, definitiv letzte Auflage der Jubiläums-LP (nicht nummeriert). Liveaufnahmen, Raritäten, Obskures und Okkultes zum 20. Jubiläum der Indie-Rock-Band. 20 Jahre Tocotronic! Nicht möglich, oder? Wer hätte gedacht, dass aus drei hässlichen Entlein einmal vier stolze schwarze Schwäne werden würden? Die Band wohl am wenigsten. Um so glücklicher ist man im Hause Tocotronic, gemeinsam mit der ehrwürdigen Firma Buback Tonträger zu diesem Jubiläum ein liebevoll zusammengestelltes und mit ausführlichen Linernotes versehenes Sammelsurium aus Liveaufnahmen, Raritäten, Obskurem und Okkultem veröffentlichen zu können - Aufnahmen von 1993 bis 2013, vom Übungsraum bis zum Wiener Burgtheater. Die Band dankt an dieser Stelle für Treue und Aufmerksamkeit und freut sich auf die nächsten 20 Jahre. Denn: Toc-o-roll can never die! Dies ist die zweite und letzte Auflager der Doppel-LP mit 20 Titeln und über 75 Minuten Spielzeit! Doppel-Picture-Disc, inklusive einer CD.
 
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TOCOTRONIC - DIGITAL IST BESSER | 2 LP

Meilenstein deutscher Popmusik: Wiederveröffentlichung mit neun Bonus-Tracks. Das in wenigen Wintertagen aufgenommene erste Tocotronic-Album "Digital ist Besser" ist bis heute ein Meilenstein deutscher Popmusik. Treibend punkige Slogans ("Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein", "Jungs, hier kommt der Masterplan", "Digital ist besser") und Abgrenzung von deutscher Alltagskultur ("Freiburg", "Samstag ist Selbstmord", "Hamburg rockt") trafen 1995 den Nerv der Zeit. Sowohl Pop-Intellektuelle, die in dem Hamburger Trio den Ausdruck einer neuen Generation entdeckten, als auch eben diese Generation identifizierten sich mit Tocotronics Wut und liebten ihre leicht sentimentale Melancholie. Die LP-Wiederveröffentlichung des Debütalbums erscheint erstmalig als Doppel-Vinyl (76 Minuten Spielzeit) auf dem Label Buback, 180 Gramm schwer, inkl. 9 Bonustracks, Linernotes und Beiblatt.
 
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TOCOTRONIC - ICH WILL FÜR DICH NÜCHTERN BLEIBEN | 7"

Exklusive Vinylsingle mit den brandneuen TOCOTRONIC-Remixen von EGOTRONIC und FRITTENBUDE auf AUDIOLITH. Parallel zur zeitgleich erscheinenden TOCOTRONIC-Digitalsingle ,Ich will Für Dich Nüchtern Bleiben", der zweiten aus dem aktuellen Erfolgsalbum ,Wie Wir Leben Wollen", präsentiert AUDIOLITH die eigentlich überfällige Verbrüderung zweier seiner Topacts mit der Indie-Ikone aus Hamburg und Berlin. Obwohl TOCOTRONIC gut 10 Jahre vor AUDIOLITH die heimische Musikszene betraten und eine völlig andere Soundästhetik zur Perfektion weiterentwickeln, gibt es auf ideeller und politischer Ebene auffällig viele Bezüge zu Acts wie FRITTENBUDE und EGOTRONIC. Die gemeinsame starke Ablehnung jeglicher Anfl üge von Nationalismus, Patriotismus und Heimattümelei, das Engagement für emanzipatorische politische Ziele und nicht zuletzt auch die immer noch zugrundeliegende gemeinsame ,antiprofessionelle" D.I.Y.- Szeneherkunft und -Haltung. EGOTRONIC präsentieren auf der A-Seite eine behutsam elektronisierte Adaption des Titelsongs. FRITTENBUDE reißen sich den Albumsong ,Abschaffen" derart resolut unter den Nagel, dass man glauben könnte, er stamme 1:1 von ihrem eigenen letzten Werk ,Delfi narium". Beide Songs sind genaugenommen vollkommen unverzichtbar und sollten zukünftig jede ernstzunehmende Indie-Disco in Dauerrotation beschallen. Limitierte Edition (1.000) im wunderschön gestalteten TOCO-Style-Kartoncover, weißes Vinyl!
 
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TOCOTRONIC - K.O.O.K. | 2 LP

Reissue des 1999er-Albums. Jetzt auch als 180 Gramm Vinyl mit Bonustracks erhältlich! Mit ihrem fünften Album gelang Tocotronic im Jahr 1999 endgültig der große Durchbruch. Die erste Single "Let There Be Rock", die mit der Fanfare von Europes "The Final Countdown" und anderen Classic-Rock- Referenzen jongliert, erwies sich schnell als stadionkompatibel, ebenso wie "Jackpot", eines der schönsten Liebeslieder in deutscher Sprache. Und Songs wie "Das Unglück muss zurückgeschlagen werden", "Das Geschenk" und "17" zeugen musikalisch wie textlich vom Fortschreiten des Reifungsprozesses. Für die Bläser- und Streicherarrangements zeichnet Micha Acher (The Notwist) verantwortlich. Die Hassausbrüche früherer Texte wichen auf "K.O.O.K." Andeutungen, mit denen man einer beunruhigenden Zeitenwende ("Die neue Seltsamkeit") beizukommen suchte, ohne sich über das Gefühl der eigenen Ohnmacht hinwegzutäuschen. Die Reissue erscheint mit dickem Booklet und den beiden Bonustracks "Ja" und dem zweiten Take von "K.O.O.K.".
 
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TOCOTRONIC - KAPITULATION | 2 LP

Ein Rockalbum allerreinsten Wassers: Neues von den fantastischen vier Der Titel ihres achten Albums führt in die Irre. Von wegen "Kapitulation", auch im 14. Jahr ihres Bestehens gibt sich eine der erfolgreichsten und bedeutendsten deutschen Rockbands kämpferisch und unverzagt. Nach wie vor geht es bei Tocotronic um Wahnsinn und Ekstase, immer noch haben die vier uns etwas zu sagen, vielleicht mehr denn je. Da, wo andere Bands müde werden, legen Tocotronic noch mal richtig los und schreiben die vielleicht wildesten und wagemutigsten Stücke ihrer Geschichte. Wie schon das Vorgängeralbum "Pure Vernunft darf niemals siegen" wurde "Kapitulation" unter der Regie des Produzenten Moses Schneider in einem Berliner Hinterhofstudio aufgenommen. Es entstand ein Rockalbum allerreinsten Wassers, das klar stellt, warum Tocotronic eine der wichtigsten Bands dieses Landes sind. Wut und Erschöpfung sind Themen der Texte, den Titel bezeichnet Sänger Dirk von Lowtzow auch als Gegenentwurf zu der seltsamen Aufbruchstimmung in Deutschland.
 
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TOCOTRONIC - PROLOG | EP

TRANSPARENTES VINYL! Tocotronic veröffentlichen am 06. März 2015 "Prolog". Das Stück leitet das generelle Thema des am 1. Mai 2015 erscheinenden neuen Albums ein: Veränderung und Liebe. Die Vinyl kommt im transparenten Granulat. Ein Sammlerstück!
 
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TOCOTRONIC - REBEL BOY | 12"

Freundinnen und Freunde des Hauses Tocotronic, nach einer wahren Flut überschwänglicher Pressereaktionen auf das selbstbetitelte "rote Album" und einem Chartseinstieg auf #3 folgt nun die nächste Zündstufe. Tocotronic, seit 22 Jahren Deutschlands innovativste Band, veröffentlichten ihre neue Single REBEL BOY. Ein perfekter Popsong, eine Westentaschen-Symphonie der Liebe, ein Teenage Pop Dream, der nicht von ungefähr an The Who, Lee Hazelwood oder Morrissey denken lässt. Campier than ever, poppiger und eingängiger denn je. Ein Autoradiosommerhit! Rock on, Rebel Boys und Girls! Die silberfarbige 12" Vinyl Single kommt inkl. Non Album Track.
 
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TOCOTRONIC - TOCOTRONIC | LP

Weisses Vinyl inkl. Bonustrack! Es ist Popmusik: Wiederveröffentlichung des weißen Albums; mit Bonus-Track. Ganz in weiß gehalten und mit Beatles-Verweisen spielend erschien 2002 "Tocotronic", das bis dahin mit Abstand musikalischste Album des Hamburger Underground-Pop-Trios. Dank der langwierigen Arbeit mit Produzent Tobias Levin verließ man die gewohnten Indierock-Soundwelten, stattdessen fielen Vergleiche mit Roxy Music, David Bowie und The Smiths. "Tocotronic" ist Popmusik - sanft, melodisch, optimistisch - und doch als Tocotronic-Platte erkennbar. Dazu haben sich Dirk von Lowtzows Texte wieder verändert: Sie sind bewusst offen für Interpretationen, sprechen ebenso von Fantasy wie von Politik, von Märchenhaftigkeit ebenso wie von Intellektualismus, Science-Fiction und Poesie. Aus der Identifikationsmaschine haben sich Tocotronic befreit, an ihre Stelle ist Schönheit getreten. Mit den Single-Hits "This Boy Is Tocotronic" und "Hi Freaks", das außerdem als fast neunminütiger "Beautiful Freaks Mix" von Superpitcher den Bonus-Track bildet.
 
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TOCOTRONIC - TOCOTRONIC (DAS ROTE ALBUM) | 2 LPD

2015, im 22. Jahr ihres Bestehens, hat sich die einflussreichste Band Deutschlands noch einmal komplett neu kodiert. Aus der Asche der gerade verglommenen Hamburger Schule steigen Tocotronic wie ein Phoenix empor mit ihrem 11. Album. Schlicht und einfach: TOCOTRONIC. Reduzierter, klarer und tanzbarer denn je besingen Tocotronic in diesem Popsong eine Existenz, die nah am Wasser gebaut ist. Dem Abstieg in die Tiefe folgt der Ausblick ins Paradies: Liebe wird das Ereignis sein. Produziert hat wiederum Moses Schneider, der zurecht als der Kreuzberger Rick Rubin gilt. Tatkräftig unterstützt wurde er diesmal vom jungen Sounddesigner und Produzenten Markus Ganter (Casper, Sizzar).Tyler Pope (ex-Bassist der Dance-Punk Band !!! und LCD-Soundsystem) bringt uns seine Remix-Version nochmals als Krautrock-Electro Fusion auf den Floor der Liebe zurück. A match made in heaven: Tocotronic sind zurück, und nie zuvor klangen sie entschlossener, nie waren sie abgründiger und zugleich zärtlicher. So eine Musik hat es in Deutschland sehr lange nicht gegeben! Die Vinyl kommt im transparenten Granulat. Ein Sammlerstück!
 
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TOCOTRONIC - WIE WIR LEBEN WOLLEN | 2 LP

2LP+Download Nachdem Tocotronic anno 2010 die Berlin-Trilogie, bestehend aus ,Pure Vernunft darf niemals siegen",,Kapitulation" sowie ,Schall und Wahn" für beendet erklärten, riefen sie für 2011 den Sabbat aus. In aller Stille sammelten sie jedoch bereits frühzeitig Ideen für neue Lieder. Im Sommer 2011 reifte bei ihnen und dem Produzenten Moses Schneider der Plan für ein neues Album unter veränderten Vorzeichen. Moses Schneider hatte in Erfahrung gebracht, dass sich das, in Berlin ansässige, ,Candy Bomber Studio" in Besitz einer analogen Telefunken-T9-Vier-Spur-Tonbandmaschine aus dem Jahr 1958 befände. Im Zuge dieser sehr heiteren Produktion öffneten sich für Tocotronic sprichwörtlich stetig neue Räume und sie waren am Ende in der glücklichen Lage, ein neues Kapitel in der Zwanzigjährigen Geschichte aufschlagen zu können.Dabei ist es sicherlich kein Zufall, dass die beträchtliche Anzahl der Lieder des neuen Albums der des Doppelalbums K.O.O.K. aus dem Jahr 1999 entspricht, das seinerseits und -zeit eine Schwelle im eigenen Kosmos markierte.
 

Reviews

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #75 / Joachim Hiller

Digital ist besser CD

Suche nach "Interview Tocotronic": "Es wurden keine Beiträge gefunden". Sagt die Ox-Website. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum es nie ein TOCOTRONIC-Interview im Ox gab. Es gab keinen bewussten Boykott der Hamburger, aber obwohl der ein oder andere Ox-Schreiber mehr oder wenig begeistert die ein oder andere Platte besprach, hatte keiner das Bedürfnis, das mit einem Interview zu krönen. Hätte ich als diktatorischer Chefredakteur nein gesagt? 1995 vielleicht, später nicht mehr. Es reichte vielleicht schon aus, dass Dirk von Lowtzow, Jan Müller und Arne Zank von Anfang an als "Spex-Band" galten, und Spex fand ich schon Scheiße, als ich gerade Abi machte. Verkopftes Geschwurbel statt Punkrock, obwohl man auch mal die gleichen Bands gut fand. Als man in Köln 1994 TOCOTRONIC entdeckte, war ich seit fünf Jahren BOXHAMSTERS-Fan und fragte mich, wie jemand auf eine so dreiste und zudem noch lahmarschige Boxies-Kopie reinfallen kann. Abgesehen davon, dass auch der ganze "Hamburger Schule"-Hype furchtbar nervte. Vielleicht waren es also die "falschen Freunde", die mich und den Dreier nie zusammenkommen ließen, und später dann war es nicht mal aktive Ablehnung, sondern einfach, dass da draußen noch hunderte andere Bands waren, die mich mehr interessierten. MUFF POTTER zum Beispiel. Die waren Punk, auch wenn Nagel heute Texte macht, die nicht weit von TOCOTRONIC 1994 entfernt sind. Oder DINOSAUR JR, die wir aber wohl beide mochten. Das Cover von "Digital ist besser", auf dem drei sich verlegen in den Haaren nestelnde Typen in Cordhosen(?) und engen T-Shirts zu sehen sind, bringt es womöglich auf den Punkt: So sah keiner von meinen Freunden aus. Die trugen Docs und Jeans. Und heute? Da bitte ich um Zusendung der auf dem damals gegründeten und jetzt wiederbelebten, bandeigenen Rockotronic-Label erschienenen Rereleases von "Digital ist besser" (1995), "Nach der verlorenen Zeit" (1995) und - Sprung in die Beinah-Gegenwart - "Tocotronic" von 2002 - das alte L'Age D'Or ist nicht mehr, zumindest nicht mehr aktiv. Da boten sich aufgesuperte Neuauflagen an, mit dicken Booklets mit lustigen Geschichten und dem alten Artwork obendrauf, mit reichlich Bonustracks, so dass auch noch jene was davon haben, die die Alben eigentlich schon haben - man kennt das. Und ich weiß, jetzt kommt die Frage, ob ich TOCOTRONIC wenigstens jetzt, heute leiden mag. Ja, durchaus. Meine Lieblingsplatten aus jenen Jahren sind andere, aber für Titel (nicht unbedingt die Musik, ich meine allein die Worte!) wie "Digital ist besser", "Die Idee ist gut, die Welt aber noch nicht bereit", und vor allem "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" muss man ihnen ewig dankbar sein. Außerdem: Mit BOXHAMSTERS und DINOSAUR JR hatten wir ja immer schon gemeinsame Freunde, da muss man ja irgendwie klarkommen. Und vielleicht klappt es ja doch noch irgendwann mit einem Interview, vor der Auflösung ...

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #37 / Erik J President

Jackpot CS

Jaja, da wird man im Ox-Büro ziemlich schief angeguckt, wenn man darum bittet eine TOCOTRONIC-CD zum Besprechen mitnehmen zu dürfen. Allerdings war es, dank Tom van Blast auf meiner Seite, dann doch zahlenmäßig wieder relativ ausgeglichen (Image-Verlust? Da ist wohl wieder mal ein neues Tattoo fällig!). Egal. Ich habe mir diese CD erkämpft. Gelohnt hat es sich nicht wirklich. Es bedurfte bei der letzten CD ("Es ist mir egal, aber...") schon einiger Hördurchgänge, bis ich mit ihr zufrieden war. Das mag bei ihrem neuen Langspieler, der mir noch unbekannt ist, auch so sein, aber ich habe hier ja nur eine Single-Auskupplung erwischt. Die Album-Version von "Jackpot" ist dann auch gleich recht vielversprechend. Leider wird dieses Lied dann aber noch in zwei Remixen dargeboten. Der "Maxi Mix" klingt ja ganz nett ( also unnötig), aber der Techno-Pop-Mix ist eine Schande. Überflüssig ist ebenfalls das Lied "Das Geschenk". Ob Schorsch Kameruns Boliden Remix von "Let there be Rock" sein muß, weiß ich auch nicht. Wer braucht bitte so eine CD-EP? Meine Mutter nicht. Ich würde gerne mal die LP in die Hände bekommen. Ganz witzig finde ich übrigens, dass da irgendwie ein gewisser Christian Mevs als Produzent und Techniker mitmischt, der seinerzeit mal SLIME-Gitarrist war (falls da keine zufällige Namensgleichheit vorliegt) - ich weiß Sachen... Das Release-Info lasse ich aus Peinlichkeitsgründen mal ganz außen vor - "...Dirk gerät in "WooHoo"-Stimmung..." - Aha!

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #73 / Arne Koepke

Kapitulation CD

Es gab eine Zeit, in der schlimme Logoshirts in meinem Schrank lagen und ich studentische Cordschlaghosen nicht peinlich fand. Damals ließ ich mir so manchen Song von TOCOTRONIC gefallen, auch wenn diese bei mir nie den Status einer Lieblingsband erreichten. Später waren sie mir egal. Jetzt höre ich "Kapitulation", das neue Album der intellektuellen Antirocker. Von außen betrachtet: Ja, sie haben sich weiterentwickelt, musikalisch und bestimmt auch textlich. Wobei die Sloganmacher TOCOTRONIC schon immer ein gutes Gespür für kurze Sätze hatten, die das Lebensgefühl einer ganzen Schlaghosengeneration ausdrückten ("Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein."). Viele haben auf sie gewartet, viele sind mit der Hamburger Band erwachsen geworden, da kann man es in Sachen Musik ruhiger angehen. TOCOTRONIC sind lahm wie nie. Wer kapituliert denn hier? Sie oder die? Mögen ihre Verse besser und subtiler denn je sein, die polternde Wut von einst ist weg. Endgültig. Das verstehe ich nicht. (5)

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #31 / Joachim Hiller

Live In Roskilde

Hä? "Are you ready for some German punk rock?" fragt der Ansager das Publikum beim Roskilde-Festival, und das applaudiert. PUNKROCK??? TOCOTRONIC? Was hat das miteinander zu tun??? Ich jedenfalls schüttle mich schon nach wenigen Minuten vor Grausen angesichts dessen, was ich da so hören muss, nämlich den "in live" noch tranigeren Studentenwanderrock, für den TOCOTRONIC von aller Welt so geliebt werden. Bäh! Bäh! Bäh! Fakten? 20 Songs querbeet durch's Programm, gute Aufnahmequalität und limitiert auf 2.222 Stück, erhältlich nur via Mailorder.

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #75 / Joachim Hiller

Nach der verlorenen Zeit CD

Suche nach "Interview Tocotronic": "Es wurden keine Beiträge gefunden". Sagt die Ox-Website. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum es nie ein TOCOTRONIC-Interview im Ox gab. Es gab keinen bewussten Boykott der Hamburger, aber obwohl der ein oder andere Ox-Schreiber mehr oder wenig begeistert die ein oder andere Platte besprach, hatte keiner das Bedürfnis, das mit einem Interview zu krönen. Hätte ich als diktatorischer Chefredakteur nein gesagt? 1995 vielleicht, später nicht mehr. Es reichte vielleicht schon aus, dass Dirk von Lowtzow, Jan Müller und Arne Zank von Anfang an als "Spex-Band" galten, und Spex fand ich schon Scheiße, als ich gerade Abi machte. Verkopftes Geschwurbel statt Punkrock, obwohl man auch mal die gleichen Bands gut fand. Als man in Köln 1994 TOCOTRONIC entdeckte, war ich seit fünf Jahren BOXHAMSTERS-Fan und fragte mich, wie jemand auf eine so dreiste und zudem noch lahmarschige Boxies-Kopie reinfallen kann. Abgesehen davon, dass auch der ganze "Hamburger Schule"-Hype furchtbar nervte. Vielleicht waren es also die "falschen Freunde", die mich und den Dreier nie zusammenkommen ließen, und später dann war es nicht mal aktive Ablehnung, sondern einfach, dass da draußen noch hunderte andere Bands waren, die mich mehr interessierten. MUFF POTTER zum Beispiel. Die waren Punk, auch wenn Nagel heute Texte macht, die nicht weit von TOCOTRONIC 1994 entfernt sind. Oder DINOSAUR JR, die wir aber wohl beide mochten. Das Cover von "Digital ist besser", auf dem drei sich verlegen in den Haaren nestelnde Typen in Cordhosen(?) und engen T-Shirts zu sehen sind, bringt es womöglich auf den Punkt: So sah keiner von meinen Freunden aus. Die trugen Docs und Jeans. Und heute? Da bitte ich um Zusendung der auf dem damals gegründeten und jetzt wiederbelebten, bandeigenen Rockotronic-Label erschienenen Rereleases von "Digital ist besser" (1995), "Nach der verlorenen Zeit" (1995) und - Sprung in die Beinah-Gegenwart - "Tocotronic" von 2002 - das alte L'Age D'Or ist nicht mehr, zumindest nicht mehr aktiv. Da boten sich aufgesuperte Neuauflagen an, mit dicken Booklets mit lustigen Geschichten und dem alten Artwork obendrauf, mit reichlich Bonustracks, so dass auch noch jene was davon haben, die die Alben eigentlich schon haben - man kennt das. Und ich weiß, jetzt kommt die Frage, ob ich TOCOTRONIC wenigstens jetzt, heute leiden mag. Ja, durchaus. Meine Lieblingsplatten aus jenen Jahren sind andere, aber für Titel (nicht unbedingt die Musik, ich meine allein die Worte!) wie "Digital ist besser", "Die Idee ist gut, die Welt aber noch nicht bereit", und vor allem "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" muss man ihnen ewig dankbar sein. Außerdem: Mit BOXHAMSTERS und DINOSAUR JR hatten wir ja immer schon gemeinsame Freunde, da muss man ja irgendwie klarkommen. Und vielleicht klappt es ja doch noch irgendwann mit einem Interview, vor der Auflösung ...

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #58 / Simon Brüggemann

Pure Vernunft darf niemals siegen CD/2LP

Kein weiteres Ausufern, kein Fortführen der Alben "K.O.O.K" und "Tocotronic", sympathisch anmaßend auch als "das weiße Album" bekannt. Geradezu als Paradox mag es da erscheinen, dass man nun zu Viert unterwegs ist. Wäre mit Rick McPhail als zweiten Gitarristen doch ein weiteres Studioalbum möglich gewesen, das sich aufgrund der Komplexität live nicht mehr hätte umsetzen lassen, so wie es die letzten beiden Alben halt auch kaum noch waren. Ein einfaches Zurück ist es aber auch nicht, es fängt nicht wieder alles von vorne an, könnte man sagen, wollte man besonders witzig sein und sich als TOCTOTRONIC Kenner ausgeben. Witzigkeit, in der tocotronischen Form der überspritzten Alltagsbeobachtungen und Nonsens-Aussagen, und pubertäre Rebellion - die doch aber auch immer bewusst pubertär gesetzt zu sein schien - werden also nicht zu neuem Leben erweckt. Musikalisch gibt es eine Rückbesinnung zum Rock, ohne den schrillen Dilettantismus, aber alles wirkt wieder kompakter. Der erste Track "Aber hier leben, nein danke" erscheint im Vergleich zu den letzten Alben geradezu simpel gestrickt und eröffnet ziemlich eingängig ein Album, das sich im folgenden Verlauf dann doch nicht so einfach offenbaren möchte, obwohl alles so transparent wirkt. Man muss sich also nicht reinknien, um ein Verständnis zu erzielen, das kommt mit wiederholten Durchläufen von ganz allein. Auf die Texte aus der Feder von Lotzows trifft dies hingegen gar nicht zu, noch kryptischer, noch verschlossener gestaltet und für Interpretationen ziemlich offen. Eine Zeile wie "Aber hier leben, nein danke" mag man als bewusste Absage an die neue deutschsprachige Wohlfühlmusik verstehen, die mit großem Pathos einen neuen Patriotismus predigt und am liebsten auch TOCOTRONIC, DIE STERNE und BLUMFELD ins Boot holen würde. Laut Bekunden der Band ist dies auch so gemeint. Und mit "Gegen den Strich" findet man für die neuen lyrischen Verhältnisse TOCOTRONICs ungewohnt klare Worte. Doch kann sich auch der Trainingsjacken tragende Oberstufenschüler in Zeilen wie "vor den Spießern auf der Flucht" wiederfinden, ohne sich dabei an dem Bundesadler auf der Brust seiner Bundeswehrtrainingsjacke zu stören. Natürlich möchte man auch keine plakativen Parolen von den Hamburgern hören. Und vielleicht hat auch gerade die Erwartungshaltung einiger Kreise diesbezüglich die Band Abstand davon nehmen lassen, hier deutlicher zu werden. Aber etwas mehr Direktheit hätte dem Album auch nicht gerade geschadet. So bleibt immerhin ein Abtauchen und Kopfzerbrechen über die Gedankenwelt des Texters möglich, die dann letztendlich doch nicht durchleuchtbar scheint. Hier gibt es keine auf Festivals mitgrölbaren Refrains, keine Zeilen mehr, an denen man sich festhalten kann, keine simpel Sinn stiftenden Inhalte, die zu seltsamen Verbrüderungsszenen vor der Bühne führen, sondern eine Verweigerungshaltung, die in Zeiten, in denen Kritik als Nörglerei abgewertet wird, vielleicht die einzig richtige Antwort ist. Vielleicht haben TOCOTRONIC somit wirklich eine Antihaltung geschaffen, die in den Chor der neuen Vaterlandsliebe und Schlussstrichdebattenzieher nicht nur schrill hineinruft und intelligent widerspricht, sondern den Chor auch zum Verstummen und Zuhören bringt. Vielleicht, es wäre zu schön. (8)

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #75 / Joachim Hiller

s/t CD

Suche nach "Interview Tocotronic": "Es wurden keine Beiträge gefunden". Sagt die Ox-Website. Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, warum es nie ein TOCOTRONIC-Interview im Ox gab. Es gab keinen bewussten Boykott der Hamburger, aber obwohl der ein oder andere Ox-Schreiber mehr oder wenig begeistert die ein oder andere Platte besprach, hatte keiner das Bedürfnis, das mit einem Interview zu krönen. Hätte ich als diktatorischer Chefredakteur nein gesagt? 1995 vielleicht, später nicht mehr. Es reichte vielleicht schon aus, dass Dirk von Lowtzow, Jan Müller und Arne Zank von Anfang an als "Spex-Band" galten, und Spex fand ich schon Scheiße, als ich gerade Abi machte. Verkopftes Geschwurbel statt Punkrock, obwohl man auch mal die gleichen Bands gut fand. Als man in Köln 1994 TOCOTRONIC entdeckte, war ich seit fünf Jahren BOXHAMSTERS-Fan und fragte mich, wie jemand auf eine so dreiste und zudem noch lahmarschige Boxies-Kopie reinfallen kann. Abgesehen davon, dass auch der ganze "Hamburger Schule"-Hype furchtbar nervte. Vielleicht waren es also die "falschen Freunde", die mich und den Dreier nie zusammenkommen ließen, und später dann war es nicht mal aktive Ablehnung, sondern einfach, dass da draußen noch hunderte andere Bands waren, die mich mehr interessierten. MUFF POTTER zum Beispiel. Die waren Punk, auch wenn Nagel heute Texte macht, die nicht weit von TOCOTRONIC 1994 entfernt sind. Oder DINOSAUR JR, die wir aber wohl beide mochten. Das Cover von "Digital ist besser", auf dem drei sich verlegen in den Haaren nestelnde Typen in Cordhosen(?) und engen T-Shirts zu sehen sind, bringt es womöglich auf den Punkt: So sah keiner von meinen Freunden aus. Die trugen Docs und Jeans. Und heute? Da bitte ich um Zusendung der auf dem damals gegründeten und jetzt wiederbelebten, bandeigenen Rockotronic-Label erschienenen Rereleases von "Digital ist besser" (1995), "Nach der verlorenen Zeit" (1995) und - Sprung in die Beinah-Gegenwart - "Tocotronic" von 2002 - das alte L'Age D'Or ist nicht mehr, zumindest nicht mehr aktiv. Da boten sich aufgesuperte Neuauflagen an, mit dicken Booklets mit lustigen Geschichten und dem alten Artwork obendrauf, mit reichlich Bonustracks, so dass auch noch jene was davon haben, die die Alben eigentlich schon haben - man kennt das. Und ich weiß, jetzt kommt die Frage, ob ich TOCOTRONIC wenigstens jetzt, heute leiden mag. Ja, durchaus. Meine Lieblingsplatten aus jenen Jahren sind andere, aber für Titel (nicht unbedingt die Musik, ich meine allein die Worte!) wie "Digital ist besser", "Die Idee ist gut, die Welt aber noch nicht bereit", und vor allem "Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" muss man ihnen ewig dankbar sein. Außerdem: Mit BOXHAMSTERS und DINOSAUR JR hatten wir ja immer schon gemeinsame Freunde, da muss man ja irgendwie klarkommen. Und vielleicht klappt es ja doch noch irgendwann mit einem Interview, vor der Auflösung ...

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #63 / Manuel Möglich

The Best Of Tocotronic CD/2CD

Nach sieben Studioalben, etlichen Singles und diversen EPs darf man berechtigter Weise auch ein Best Of Album veröffentlichen. Das erste TOCOTRONIC Best Of ist TOCOTRONIC satt. Egal, ob man sich für die Basisversion (22 Stücke) oder die Limited Edition (43 Stücke auf zwei CDs) entscheidet. Aber eins nach dem anderen. TOCOTRONIC Fan oder nicht, diese Hamburger Band ist in den letzten zehn Jahren zu einer der heute gegenwärtig größten Rock Gruppen unseres Landes herangewachsen. Daneben wurde kaum eine andere Truppe so oft mit dem Begriff Hamburger Schule in einem Atemzug genannt. Lange ist das her. Genau, wie die ersten Stücke auf der Platte ("Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein" & "Freiburg"). Das Tracklisting führt in chronologischer Reihenfolge von den Anfängen TOCOTRONICs in Trainingsjacken, bis hin zur Gegenwart in Bundfaltenhose und Oberhemd ("Gegen den Strich" & "Pure Vernunft darf niemals siegen"). Fast zwei Dutzend Songs, darunter etliche Klassiker, die das Facettenreichtum des mittlerweile zu einem Quartett herangewachsenen Gespanns dokumentieren. Die Basisversion von "The Best Of Tocotronic" kommt mit einem 28 Seiten starkem Booklet. Darin enthalten sind neben diversen Fotos und Flyer-Abbildungen jeweils kurze Geschichten, die die Entstehung der auf dem Album enthaltenen Stücke erzählt. Beschrieben natürlich von den TOCOTRONIC Herren persönlich. Die Spezialedition dagegen erscheint im Doppel Digipack und dem umfassendem 48 Seiten dickem Booklet. Auf CD 2 gibt es nahezu alle 7"-Raritäten, unveröffentlichte Songs, Demos und reichlich live Material, das somit selbst die härtesten TOCO Fans glücklich werden dürften. Let there be Rock! (79:08) (09/10)

 

TOCOTRONIC

© Ox Fanzine #47 / Thomas Kerpen

Tocotronic CD

Die erste TOCOTRONIC-Platte schätze ich immer noch sehr, aber danach war die Vereinnahmung durch die deutsche Popintelligenz bei dieser Band einfach zu groß, was so weit ging, dass ich Dirk von Lowtzow am liebsten mal richtig in die Schnauze gehauen hätte. TOCOTRONIC waren so was von "pain in the ass", da ausschließlich diese Band landesweit als deutsche Indierock-Hoffung gesehen wurde. Das aktuelle Album heißt jetzt schlicht "Tocotronic", na toll, und bereits die alberne Single "This boy is Tocotronic", die das Album eröffnet, nervt schon ganz gewaltig. Wo TOCOTRONIC damals aufmüpfig, clever und punkig waren, seifen sie einen jetzt mit einem arschglatten, überambitionierten Gitarrenpop ein, den kleine Mädchen mit Rucksack sicher schrecklich süß finden werden. Richtig schlecht ist die Platte in handwerklicher Sicht natürlich nicht, aber in sich extrem vorhersehbar, langweilig und unoriginell - kommerziell gesehen natürlich eine perfekte Mischung -, was durch alberne Elektronikspielerein kaschiert werden soll, aber letztendlich nur dazu führt, dass man schnell das Interesse verliert, denn irgendwann regen einen Lowtzow und seine Mitstreiter noch nicht einmal mehr auf. Eine der Platten, auf die ich wirklich nicht gewartet habe.

 

Konzert

Event Foto

ABWÄRTS

Der Rest
Mai.
27
2016