FESTIVAL DER SCHLECHTEN LAUNE Wuppertal

Kategorie: Tourdaten, Festival, Präsentationen

EGOTRONIC, HAMMERHEAD, SHITLERS, REIZ

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Lange, lange hat die Suche nach dem besten Ort für das „Festival der schlechten Laune“ gedauert, dafür war die Entscheidung dann um so klarer: Alle Fakten sprachen für Wuppertal. Kaum ein Negativ-Ranking, in dem Wuppertal nicht ganz vorne mit dabei wäre: Niederschlag, Kriminalität, Nazis, unbeliebtester Bahnhof Deutschlands. Ein scheiß Image ist die beste Voraussetzung für schlechte Laune, da helfen auch keine Scharia-Polizei und kein neuer Primark.

Als Headliner ist es gelungen, die am miesesten gestimmte Band 2017 zu gewinnen: EGOTRONIC. Das aktuelle Album „Keine Argumente“ mit den Smashhit „Scheiße bleibt Scheiße“, zeigt anschaulich, dass Drogen offensichtlich nicht glücklich machen. Depressionen und Party sind bei Egotronics Elektropunk allerdings keine Gegensätze, sondern zwei Seiten der selben Kukident-Brausetablette. In seinen Texten zerreißt Frontmann Torsun eigentlich alles, einzig die Band HAMMERHEAD wird mit Euphorie abgefeiert, wobei wir beim Co-Headliner des Abends wären:

HAMMERHEAD sind im Bezug auf Negation Profis, nach über 25-jährigem Bestehen ist noch eine gute Portion Altersverbitterung dazugekommen. Trotzdem findet jeder, der auch nur einen Hauch subkulturellen Spirits besitzt, HAMMERHEAD geil. Eine Band, die Hardcore wieder zurück zur Basis, nämlich zum Punkrock brachte, diesen wieder mit der verlorenen gegangenen Kompromisslosigkeit ausstattete und mit einer Spur Humor verzierte.

DIE SHITLERS sind wohl die deutschen Punk-Shootigstars des Jahres: Musikalisch Skatepunk aus Californien, textlich Bochumer Gossenjargon mit Doktorhut. Die Bandmitglieder sehen aus, wie zu alt gewordene Besucher einer integrativen Waldorfklasse. Passend zum Festivalmotto dissen sie alle(s) und jeden, der nicht bei bzw. um drei an der Nachttanke ist.

REIZ dagegen passen so gar nicht ins Festivalkonzept. Sie machen straighten Zappelpunk, sehen blendend aus, haben clevere Texte und sind einfach nur super. Aber Irgendwie muss der Abend ja auch erträglich bleiben und man sollte es mit den Konzepten nicht übertreiben, das wäre reaktionäre, kleinbürgerliche Hochkulturscheiße.

Das „Festival der schlechten Laune“ versteht sich ausdrücklich als Statement zur derzeitigen politischen Situation in Deutschland. Es vereint vier der zur Zeit spannendsten deutschsprachigen Punkbands, die in ihrem Stil und ihrer Generationszugehörigkeit dabei sehr heterogen sind. Diese Kombination verspricht schon im April das Konzerthighlight des Jahres 2018 zu werden.

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