SEPULTURATourdaten, Infos, Interviews, Reviews

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Genre

Metal

Shows

257 Shows in 195 Städten / 25 Ländern

Zeitraum

19.03.2006 - 27.07.2015

Letzte Show

27.07.2015 - DE-Bertingen, Rock unter den Eichen Open Air

Nächste Show

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Tourdaten (Archiv)

Archiv
Mär.
19
2006
Sonntag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
Mär.
20
2006
Montag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
Apr.
10
2006
Montag
Konzert
Tickets Tickets Tickets
 
Apr.
11
2006
Dienstag
Konzert
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123
...
3233
Aug.
1
2007

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SEPULTURA - A-LEX | 2 LP

Die Brasilianer Sepultura sind das Parabeispiel einer intelligenten Thrash Metal-Band, die in ihren kraftstrotzenden Kompositionen immer wieder spannende und geistreiche Themen aufgreift. 1996 widmete sich die Gruppe in ihrem Meilensteinwerk Roots dem Schicksal der Xavante-Indianern an der Grenze zwischen Brasilien und Bolivien, im Frühjahr 2007 setzten die Musiker auf ihrem Album Dante XXI ein Werk des italienischen Dichters und Philosophen Dante Aligherie um. Jetzt erreicht dieses Konzept einen neuen Höhepunkt: Mit ihrer neuesten Veröffentlichung A-Lex greifen Gitarrist Andreas Kisser und seine drei Bandkollegen Derrick Green (Gesang), Paulo Jr. (Bass) und Neuzugang Jean Dollabella (Schlagzeug) das Buch 'A Clockwork Orange' von Anthony Burgess auf und zelebrieren um dieses zeitlos-spannende Thema herum ein grandioses Thrash Metal-Opus der Extraklasse. A-Lex wird am 23. Januar 2009 (Europa: 26. Januar 2009, USA: 27. Januar 2009) über Steamhammer/SPV veröffentlicht und hat zweifellos das Zeug dazu, die Grundfeste der Metal-Szenerie erzittern zu lassen: So ambitioniert und überzeugend klingt kaum ein anderes Album dieser Musikrichtung. "Viele Leute kennen den Film 'A Clockwork Orange' von Stanley Kubrick, den Klassiker der Filmgeschichte, aber nur wenige wissen, dass im Film leider das letzte Kapitel des Buchs fehlt. Und gerade das ist meiner Meinung nach ungemein wichtig für die Botschaft, die Anthony Burgess verbreiten wollte: Es ist dein freier Wille, deine freie Entscheidung, in welchem Umfeld du dich bewegst", erklärt der musikalische Kopf Andreas Kisser sein Verständnis der historischen Lektüre. "Nach seinem Krankenhausaufenthalt kehrt die Hauptfigur des Buchs, Alex, nämlich in die Gesellschaft zurück, trifft alte Freunde, findet Frau und Familie. Er entscheidet nach seinem eigenen Willen und nicht danach, was die Regierung für ihn vorgesehen hatte." Ein interessanter Aspekt, den Sepultura auf A-Lex (übrigens ein Albumtitel mit Doppeldeutung: im russischen bedeutet "A-Lex" so viel wie ,gesetzlos") mit den für sie so typischen hammerharten Thrash Metal-Kompositionen unterlegen. Das Werk ist in vier Kapitel unterteilt, von denen die drei ersten den bekannten Rahmen des Kinofilms abstecken und Kapitel vier den nur im Buch zu findenden Schluss der Geschichte reflektiert. "Jedes Kapitel beginnt mit einem kurzen Intro, also von 'Alex I' bis 'Alex IV' so dass der Zuhörer der Story jederzeit folgen kann", erläutert Kisser. Neben den gewohnt rabiaten Metal-Tunes, die man auf dem einstündigen Werk reichlich vorfindet, haben Sepultura auch die Affinität der Romanfigur Alex zu Ludwig van Beethoven authentisch umgesetzt: Mit Unterstützung klassischer Symphoniemusiker aus Sao Paulo wird in dem Stück 'Ludwig Van' die 9. Symphonie Beethovens aufgegriffen und in einen schwermetallischen Kontext gebracht. Man muss dieses Stück gehört haben, denn besser kann man Klassik und rigorosen Thrash Metal nicht miteinander kombinieren. Produziert wurde das Material in den 'Trama Studios' Sao Paulo von Sepultura und Stanley Soares, das Mastering stammt von George Marino im New Yorker 'Sterling Sound Studio'. A-Lex ist das erste Sepultura-Album von Neu-Schlagzeuger Jean Dolabella, der während der Tour zu Dante XXI bei den Brasilianern anheuerte. "Wir kennen Jean schon seit mehr als drei Jahren, er stammt wie wir aus Belo Horizonte und kam zu uns, als Roy Mayorga zu Stone Sour wechselte", stellt Kisser seinen neuen Drummer vor. "Er ist zehn Jahre jünger als wir anderen Bandmitglieder und bringt deshalb einen neuen frischen Ansatz mit in die Band. Jean besitzt unglaublich viel Energie und Motivation. Wir sind sehr glücklich, ihn bei uns zu haben, und stolz darauf, welch positiven Einfluss er auf die Songs von A-Lex genommen hat." Mit Dolabella als treibender Motor und einer erneut herausragenden Gitarrenarbeit von Andreas Kisser erweist sich A-Lex als vitales und überaus packendes Metal-Opus, das in nur drei Monaten geschrieben wurde und mehr oder minder auf der Grundlage ausgedehnter Studio-Jams entstand. Diese Spontaneität und Lebendigkeit kann man in jeder einzelnen Note spüren. Gegründet im Frühjahr 1984 gelang Sepultura bereits 1989 mit ihrer dritten Veröffentlichung Beneath The Remains der Durchbruch. Anschließend folgten Klassiker wie Arise (1991) und Chaos A.D. (1993). Das daran anknüpfende Roots (1996) beendete die Zusammenarbeit mit Sänger Max Cavalera. Zu seinem Nachfolger bestimmten die drei Sepultura-Musiker Igor Cavalera, Paolo Pinto und Andreas Kisser den farbigen Amerikaner Derrick Green. Mit dem stimmgewaltigen Green produzierte die Band 1998 das Opus Against, auf dem auch der damalige Metallica-Bassist Jason Newsted zu hören ist. Ihr großes soziales Engagement fand im Titel des 2001er Werks Nation seinen Ausdruck. Erstmals seit Beneath The Remains produzierten Sepultura wieder ein Album in ihrer brasilianischen Heimat. Als illustre Gäste lud die Band unter anderem Jello Biafra (Ex- Dead Kennedys), Jamey Jasta (Hatebreed) sowie die Dub/Reggae-Legende Dr. Israel ins Studio ein und ließ den Song 'Valtio' von den finnischen Metal-Cellisten Apocalyptica bearbeiten. Und die Band zeigte, dass sie über den Tellerrand ihres Genres hinausblicken kann. ,Die Idee war, Lieder von Gruppen zu nehmen, die auf den ersten Blick keinerlei Beziehung zu unserer Musik haben, und sie auf den Sepultura-Stil zu trimmen. So kamen wir auf Formationen wie U2, Massive Attack oder auch Jane's Addiction", erklärt Kisser und beschreibt damit Revolusongs, eine EP mit sieben Coverversionen, die 2002 postwendend für eine weltweite Aufmerksamkeit sorgte. "Mit Revolusongs haben wir uns mental frei gespielt", wusste Kisser schon unmittelbar nach der Veröffentlichung und deutete damit bereits an, dass ihr anschließendes Werk Roorback aus echtem brasilianischem Tropenholz geschnitzt sein würde. "Jedes Album ist immer eine direkte Reaktion auf das vorherige oder auf gleich mehrere vorherigen", erklärte er. "Es war eine tolle Erfahrung, auf Roots, Against und Nation mit anderen Musikern zusammengearbeitet zu haben. Aber auf Roorback wollten wir die Sache simpler haben, direkter, brutaler, mit weniger Jam-Parts." Wie direkt Sepultura seither spielen, zeigten anschließend die Live-Aufnahme aus Sao Paulo vom April 2005, die das Fundament von Live In Sao Paulo darstellen. Mit dem anschließenden Dante XXI (2006) und der aktuellen Veröffentlichung A-Lex wenden sich Sepultura seit drei Jahren verstärkt literarischen Themen zu und setzen diese auf faszinierende Weise in Thrash Metal-Kompositionen um.
 
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SEPULTURA - KAIROS | 2 LP

 
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SEPULTURA - MEDIATOR BETWEEN HEAD AND HANDS MUS | 2 LP

Produced in LA / USA by Ross Robinson (KORN, MACHINE HEAD, FEAR FACTORY) welcher auch das Sepultura Debütalbum »Roots« produziert hatte (1996)! Special guest ex-SLAYER drummer Dave Lombardo!
 
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SEPULTURA - METAL VEINS - ALIVE AT ROCK IN RIO | 2 LP

Im 13. Jahr ihrer beeindruckenden Karriere verkünden Sepultura die Veröffentlichung des Live-Albums ,Metal Veins - Alive At Rock In Rio". Teil dieser atemberaubenden Show - die auf dem größten Musikfestival der Welt stattfand - ist die französische Percussion Gruppe Les Tambours Du Bronx. Die Show auf der World Stage des Rock In Rio (2013) beinhaltet einige der größten Hits der Band - u.a. ,Refuse/Resist", ,Territory" und ,Roots Bloody Roots", welche von den 85.000 Fans von Anfang bis Ende mitgegröhlt wurden. Zudem beinhaltet die LP eine Coverversion des Prodigy-Klassikers ,Firestarter" und ,Sepulnation" - DIE Hymne der Sepultura Fans weltweit.
 
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SEPULTURA - NATION | 2 LP

Die allerfrischesten in der Musikszene sind Sepultura sicherlich nicht mehr. Als alte Hasen wissen sie natürlich, daß sie es durchaus nicht nötig haben, den jungen Hüpfern zu zeigen, wo der Hammer hängt und was eine Harke ist. Lieber demonstrieren sie, wie man den Hammer effektiv einsetzen und mit der Harke richtig fiese Stolperfallen bauen kann: Der Stiel trifft punktgenau zwischen die Augen. Desweiteren halten sie für das staunende Publikum einige Lektionen darüber bereit, was sich alles mit einer handelsüblichen Metal-Axt anstellen läßt. Es ist den Brasilianern also wieder einmal gelungen, sich selbst und ihre Musik neu zu erfinden, was nach dem Weggang von Max Cavalera und dem eher durchwachsenen Vorgängeralbum "Against" nicht unbedingt zu erwarten war. Damit keine Mißverständnisse entstehen: Der ein oder andere alte Fan wird es mit dieser Scheibe schwer haben, und das ist gut so. Platten, die alten Fans nicht auch einmal vor den Kopf stoßen, zeichnen sich in der Regel vor allem durch künstlerische Stagnation aus. Stillstand aber kann man Sepultura mit ihrer "Nation" nicht vorwerfen. Die Bewegung ist konsequent, wenn auch nicht unbedingt zwingend. Das wichtigste aber: Es geht in die Breite. Und aufwärts, steil aufwärts. Derrick Green, der neue Sänger zur Band, war diesmal am Songwriting beteiligt, wie ein paar sehr deutliche Ausflüge in die Gebiete des Knüppel-aus-dem-Sack-Hardcore eindrucksvoll belegen. Andererseits nimmt aber auch kraftstrotzendes Midtempomaterial einen größeren Raum ein als auf den Vorgängerwerken. So abwechslungsreich war noch kein Sepultura-Album. Neben der schon erwähnten Vielfalt im Songwriting ist die Stimme von Derrick Green, respektive ihre Variabilität, an diesem Umstand ausschlaggebend beteiligt. Die "One man army" erinnert teilweise beeindruckend an Mike Patton, bevor dem Zuhörer der Refrain heiser gebellt vor die Füße gespuckt wird. Anderswo wartet man mit dunklen, hypnotischen Gesangslinien und den dazu passenden Tribal-Grooves auf oder erweckt kurz den Geist von Alice In Chains. Nebenan wird man knackig in unter einer Minute auf die Glocke getrommelte Hardcore-Bretter, Killerriffs oder zähfließende Dampfwalzenstücke finden, die vor Kraft kaum laufen können. Es geht aber auch anders: Bei "Water" fließen lediglich drei Bässe und Percussion. Im Schlußstück "Valtio" erklingen sogar - von ein paar akustischen Zupfgitarren abgesehen - ausschließlich die Celli von Apocalyptica. Auch bei der sonstigen Auswahl von musikalischen Gästen zeigen sich Sepultura gewohnt experimentierfreudig und geschmackssicher: Der göttliche Jello Biafra trägt seinen Teil bei und erklärt "Politricks". Wer Sepultura ohne Max Cavalera für zahnlos hielt und sich mit "Against" bestätigt sah, möge "Nation" hören und verstummen. Abgesehen vom erfrischend abwechlungsreichen Gesang hätten manche Songs auch älteren Sepultura-Alben gut gestanden. Trotz einer beachtlich breiten Palette an Einflüssen und Referenzen wirkt die Zusammenstellung von "Nation" nicht beliebig. Die neu eingeschworene Truppe legt ein in sich geschlossenes Album vor. Sepultura selbst sehen in "Nation" den wahren Nachfolger des bahnbrechenden "Roots". Die Meßlatte jedenfalls haben sie mal wieder verdammt hoch gehängt. Plattentests.de / Rüdiger Hofmann
 
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SEPULTURA - ROOTS | 2 LP

Nur wenige Bands schaffen es, zeitlose Werke von andauernder Faszination zu kreieren. Sepultura ist zweifelsohne eine dieser Bands.und ihr Album "Roots", das 1996 die Metal-Welt überrollte, ist eines dieser Werke, die mit beispielloser Intensität nie an Aktualität verlieren und stets aufs Neue Menschen in ihren Bann ziehen. Auf der Suche nach neuen musikalischen Horizonten besuchte die Band seinerzeit eine Woche lang einen brasilianischen Ureinwohnerstamm und nahm dort Material für ihr neues Album auf. In der Folgezeit schufen sie eine einmalige Symbiose aus knüppelhartem Metal und brasilianischem Spirit.zum ersten Mal wurde gnadenlose Härte mit traditioneller Tribalmusik vermischt. Herausgekommen ist letztendlich ein gigantisches Ausnahmealbum, das sofort an die Spitze der Rock- und Metalcharts stürmte und dessen Tracks auch heute noch im Club die Tanzfläche füllen.
 

Interviews

[[Issue]]

SEPULTURA - Alte Liebe rostet nicht

... heißt ein eigentlich ziemlich abgedroschener Spruch, den schon meine Oma zu sagen pflegte. Wie Recht sie aber eigentlich hat, habe ich erst jetzt verstanden. Alles begann mit dem Erscheinen der neuen SEPULTURA-DVD "Live In São Paulo", die ich ja auch im Ox #63 besprochen habe. Mein Interesse an den Brasilianern war wieder geweckt, und als sich mir die Gelegenheit zu einem Interview mit Sänger Derrick Green und Gitarrist Andreas Kisser in einem Dortmunder Hotel bot, nahm ich dankend an. Ich traf auf zwei sehr eloquente Gesprächspartner, die sich ihr DAB-Bier schmecken ließen und mit mir in gemütlicher Runde über die DVD, das kommende Album, die Tour mit IN FLAMES und die Fußballweltmeisterschaft sprachen.Andreas, du hast mal gesagt, dass jedes neue Album eine direkte Reaktion auf das vorherige Album darstellt. SEPULTURA sind ja bekannt dafür, bei jedem neuen Album immer ein bestimmtes Konzept zu verfolgen wie zum Beispiel bei "Nation" und "Roorback". Wie würdest du deine jetzige Reaktion auf das letzte Album beschreiben?Andreas: Nun, es stimmt, wir haben auf "Nation" mit sehr vielen Gastmusikern zusammen gearbeitet und es war großartig, sich von so vielen interessanten Künstlern inspirieren zu lassen. Denk nur mal an Jello Biafra, Jamey Jasta von HATEBREED oder Dr. Israel. Auf "Roorback" wollten wir es dann wieder direkter halten, ohne zuviel Einfluss von außen. Für das neue Album inspirierte uns nun der italienische Dichter und Philosoph Dante Alighieri.Derrick, du hast ja das Buch "Die Göttliche Komödie" des besagten Philosophen Dante Alighieri gelesen, und es muss dich ja nachhaltig geprägt haben, denn wie sonst kommst du auf die Idee, das neue Album "Dante XXI" zu nennen und auch in deinen Texten der Reise, die einst Dante selbst in seinem Buch antrat, nun selber nachzugehen?Derrick: Ich habe das Buch während meines Studiums gelesen und es hat mich schwer beeindruckt. Ich gab das Buch auch Andreas und wir beide waren uns einig, es als Vorlage für unser Album zu nehmen. Alighieri beschreibt in seinem Roman eine Reise durch die drei Reiche der Toten. Die Hölle, das Fegefeuer und das Paradies. Er prangerte in seinem Roman die damaligen politischen Missstände in seinem Land an und auch SEPULTURA verschließen nicht die Augen vor den heutigen Ungerechtigkeiten. Das Album heißt deshalb "Dante XXI", weil wir mit diesem Titel das Buch in das 21. Jahrhundert transformieren wollten. Wir fanden in Alighieri eine große Inspiration, hatten von Anfang an eine Vision des Endprodukts und sind stolz auf das Ergebnis.Ist "Dante XXI" das vielseitigste SEPULTURA-Album?Derrick: Ja, wir haben uns immer weiterentwickelt und die musikalische Reise, die wir dieses Mal antreten, gibt auch mir als Sänger die Gelegenheit, die Fans von meiner stimmlichen Vielseitigkeit zu überzeugen. Viele Fans werden überrascht sein, mich auch mal singen zu hören.Ihr habt einen Videoclip zu "Convicted in life" gemacht. Um was geht es in diesem Video und wo habt ihr gedreht?Andreas: Wir haben das Video noch gar nicht gedreht. Wir werden jetzt bald zurück nach Brasilien fliegen und dann anfangen zu drehen. Aber eigentlich ist Derrick derjenige, der mit dem Videoregisseur das Konzept ausgearbeitet hat.Derrick: Es wird überraschend sein. "Convicted in life" ist ein Song, der in der Hölle spielt, und wir wollen einen Clip drehen, der das ganze Schema des neuen Albums repräsentiert. Unser Regisseur hat einige Vorstellungen von einer "modernen Hölle", also Dinge, mit denen man sich heutzutage sehr gut identifizieren kann. Es gibt Sachen, die die Leute sehen wollen, und vieles, was sie eben nicht sehen wollen. Oft sagen die Leute, ich will nichts damit zu tun haben, aber manchmal musst du dich eben den Dingen stellen, um etwas verändern zu können, ja, um überhaupt zu merken, dass du am Leben bist! Die Hölle kann vieles sein, unser soziales Umfeld, Politik, alles Mögliche, und so geht es uns eben auch. All das wollen wir in dem Clip in einer rohen Form zum Ausdruck bringen. Es wird zwar keine übertriebenen Phantasiegebilde geben, aber es wird das totale Gegenteil der letzten beiden Videos sein, die wir gedreht haben. Der Fokus liegt also im Wesentlichen nicht auf uns als Band, sondern auf dem Umfeld, das im Song beschrieben wird.Lasst uns über eure neue DVD "Live In São Paulo" sprechen. Wie war das "Heimspiel" für euch und wo liegen die Unterschiede zwischen einem Auftritt in Brasilien und einem hier in Europa?Andreas: Nun, es ist immer gut, zu Hause zu spielen. Vor allem, wenn wir von der neuen DVD sprechen. Unser letzter Livemitschnitt ist aus dem Jahr 1992 in Barcelona, und besonders als Derrick dann bei uns einstieg, kamen immer wieder Fans und fragten nach einer neuen DVD. Aber er benötigte einige Zeit und wir auch, um sich aneinander zu gewöhnen, bis es sich gut anfühlte, auch die alten Songs zu spielen.Derrick: Es hätte auch keinen Sinn gemacht, eine DVD zu Zeiten von "Against" zu machen, denn dann wäre es ja eine DVD mit fast ausschließlich altem Material gewesen. Also drei Songs von "Against" und sonst das alte Set. Das war auch einer der Gründe dafür, warum es so lange gedauert hat, bis wir diese DVD machen konnten.Andreas: Unser Fanclub in São Paulo ist unglaublich! Du musst dir vorstellen, dass fast 90 Prozent der Leute dort SEPULTURA-Shirts tragen. Das sind verdammte Die-Hard-Fans, weißt du, und somit konnten wir nirgends in der Welt ein besseres Publikum haben, als zu Hause in São Paulo. Wir haben 2004 hier in Düsseldorf mit MOTÖRHEAD gespielt und haben auch zwei Songs von dieser Show mit auf der DVD. Das war auch großartig, aber es war nicht unsere Bühne und nicht unser Publikum, und wir wollten ein Konzert nur mit unseren Leuten, verstehst du? Das ist der Unterschied. In dieser Nacht, als wir das Konzert filmten, war das Publikum einfach nur spektakulär.Auf eurer DVD begeleitet euch ein ganzer Haufen von Gastmusikern und Freunden während des Sets. Das wird wohl auf der Europatour so nicht klappen ...Andreas: Nein, das wird natürlich nicht möglich sein, insofern war der Abend in São Paulo schon etwas ganz Besonderes.Freut ihr euch auf die anstehende Tour mit IN FLAMES?Derrick: Es wird ein großer Spaß werden. Und ja, wir spielen auch zum ersten Mal mit ihnen zusammen. IN FLAMES gibt es schon lange, sie haben viele Fans und wir haben viel Gutes über sie gehört. Es ist lange her, dass wir eine Europatour gemacht haben und wir freuen uns sehr darauf, das neue Material endlich live spielen zu können. Für uns ist es immens wichtig, live zu spielen, ganz egal, wie kurz der Auftritt auch sein mag. Ich glaube, dass der Mix aus den frischen Songs und den alten Klassikern der Show einen positiven Schub nach vorne geben wird.Andreas, im vergangenen Dezember hast du mit dem "Roadrunner Allstar Team" in New York die Jubiläumsshow zum 25-jährigen Bestehen gespielt. Erzähl doch bitte mal.Andreas: Ja, das war großartig! Allein schon die Idee, diese Teams aus verschiedenen Musikern zusammenzustellen, um so neue Bands und neue Musik zu erschaffen. Ich war sehr froh, dass ich eingeladen worden bin, dort mitzuwirken. Bei der Show waren so viele verschiedene Musiker: Scott Ian, Ripper Owens, DEICIDE, MACHINE HEAD, SLIPKNOT, Dino Cazares, es war echt ein historischer Moment, sage ich dir. Es war aber auch mit sehr viel Arbeit verbunden, besonders für Dino und mich. Wir mussten alle Songs vorbereiten und sicherstellen, dass alle Gäste zu ihren Plätzen kamen. Viel Organisationskram halt. All die verschieden gestimmten Gitarren - das war echt verrückt, sage ich dir! Die Show an sich lief perfekt und es war ein Riesenspaß.Wo der Name Dino gerade schon gefallen ist. Er hat eine neue Band namens ASESINO am Start und du hast für deren kommendes Album die Leadgitarren-Parts gespielt. Wie war die Zusammenarbeit im Studio mit ihm und wie kann ich mir den Sound des Ex-FEAR FACTORY-Mitglieds vorstellen?Andreas: Sie haben schon ein Album draußen. Alle in der Band haben Spitznamen, tragen Masken und den ganzen Kram. Ich habe auch eine Maske und einen Spitznamen.Der da wäre?Andreas: Sepulculo, haha! Es war einfach nur großartig, mit Dino zusammen zu arbeiten. Er ist ein toller Mensch und obendrein ein echter Riff-Master, just fucking amazing. Er verbindet den Oldschool-Vibe mit einem modernen Touch und genauso klingen letztlich auch ASESINO. Sehr heavy, die Lyrics sind komplett auf Spanisch und obendrein so scheiße, dass sie schon wieder lustig sind. Es ist insgesamt sehr gut geworden, mit Tony von STATIC-X am Bass und dieser spanisch-mexikanischen Combo in Los Angeles.In der Zwischenzeit ist euer Schlagzeuger Igor zum vierten Mal Vater geworden. Habt ihr ihn, seinen Sohn Antonio Leyton Cavalera und den Rest der Familie inzwischen schon gesehen? Es kursierten ja viele Gerüchte, dass Igor die Band verlassen will.Andreas: Nein, bis jetzt noch nicht. Ich war in Los Angeles, als sein Sohn geboren wurde, und hatte noch keine Zeit ihn zu sehen, aber meine Frau und meine Kinder sind nach São Paulo geflogen, um sie zu besuchen. Ist aber auch egal, weil seine Kinder sowieso alle gleich aussehen. Die sehen alle aus wie Igor und sind total hässlich, haha! Nein, ich denke, es geht im gut. Aber das ist auch der Grund, warum er uns auf Tour nicht begleiten wird. Er wird die Band nicht verlassen, sondern möchte einfach nur Zeit mit seiner Familie verbringen. Wir haben viel Arbeit vor uns und Igor ist einfach gerade zu sehr mit seiner Familie beschäftigt, als dass er mit uns reisen könnte. Wir verstehen das, aber zum Glück haben wir Roy Mayorga, ex-SOULFLY. Er ist seit Jahren eng mit uns befreundet und hilft uns während der Tour als Schlagzeuger aus. Er spielte ja mit Max Cavalera zusammen und ist großer SEPULTURA-Fan. Er ist total involviert bei uns und freut sich sehr auf die anstehende Tour.Zum Schluss: Wer wird Fußballweltmeister 2006?Andreas: Brasilien! Ich meine, wir haben die besten Spieler. Es ist schon verrückt, wie viele gute Spielernamen mir auf Anhieb einfallen würden. Wir sind einfach so verrückt nach Fußball und nach der Meisterschaft, es wird ganz einfach für uns sein. Let's roll over Germany and pick up that fucking trophy! So in der Art. Wenn Brasilien nicht gewinnt kann jeder gewinnen - außer Argentinien.Und, Derrick? Stimmst du ihm zu?Derrick: Ja, ich stimme zu. Aber natürlich möchte ich eigentlich die USA vorne sehen.Andreas: Also, wenn die USA Weltmeister werden, dann werde ich mir dieses verdammte Spiel nie wieder ansehen!Danke für das Interview.
 

Reviews

SEPULTURA

© Ox Fanzine #82 / Tobias Ernst

A-Lex

Andreas Kisser hat einmal gesagt, dass jedes neue Album seiner Band eine Reaktion auf das vorherige darstellt. So ist es kein Wunder, dass das Faible für Literatur, das die Brasilianer in den letzten Jahren entwickelt haben, nach „Dante XXI" nun mit „A-Lex", der musikalischen Umsetzung des Klassikers „A Clockwork Orange" seine Fortsetzung findet.Der Titel „A-Lex" bezieht sich auf Alex, die Hauptfigur des Films, bedeutet aber gleichzeitig im Russischen „gesetzlos". SEPULTURA wollen sich also weiterhin nicht bändigen lassen und haben ein Werk mit vier Kapiteln geschaffen, das den Hörer in die Welt von Stanley Kubrick entführt.Die ersten drei Kapitel des Albums zeichnen den Verlauf des Films nach, während im Kapitel IV ihres Albums der Teil musikalisch umgesetzt wird, der nur im Buch und nicht im Film vorkommt.Unterstützt werden sie dabei von Neuzugang Jean Dollabella, der Roy Mayorga am Schlagzeug ersetzt. Musikalisch serviert das Quartett den gewohnten hohen Standard und bleibt somit vom ersten Ton an unverkennbar die Institution, die man im Thrash Metal kennt und liebt.Und doch fehlt mir trotz aller Struktur und der Unterteilung in die vier Kapitel der Bezug der einzelnen Songs untereinander. Zwar machen die Songs für sich genommen allesamt Spaß, besonders „Ludwig Van" gefällt, das mit einem klassischen Orchester umgesetzt wurde und natürlich ebenfalls als Hommage an den Film gedacht ist.Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass das Album eher wie eine Ansammlung von Singles wirkt, statt wie ein homogenes Gesamtkunstwerk. Vielleicht tue ich der Band damit Unrecht, aber von „A-Lex" hätte ich mir im Endeffekt ein wenig mehr versprochen.

 

SEPULTURA

© Ox Fanzine #65 / Tobias Ernst

Dante XXI CD

Habe ich in letzter Zeit versucht, einige Reviews im Stil einer Reise zu formulieren, wird mir diese Arbeit beim neuen SEPULTURA-Opus "Dante XXI" dankend abgenommen, denn das Album selbst beschreibt schon eine Reise. Inspiriert vom italienischen Dichter und Philosophen Dante Alighieri und seinem Buch "Divina Comedia", durchschreiten auch unser aller Lieblings-Brasilianer auf ihrem Album die drei Reiche der Toten. Da ist es nicht verwunderlich, dass das Album in vier(!) Intros unterteilt wird. Eine etwas ungewöhnliche Herangehensweise, die den Vieren aber gut zu Gesicht steht. Beginnend in der Hölle, baut "Dark wood of error" zunächst instrumental schön die Spannung auf, bevor nach anderthalb Minuten die Bombe platzt. Derrick steigt mit wütenden Lyrics ein und schon ist man dabei - im Reisegepäck, in der Hölle, mit der Band. Anschließend geht es weiter mit "Convicted in life". Ein fieser Brecher, und ich möchte denjenigen sehen, der bei Andreas' Schredder-Gitarre und seinem Solo nicht die Matte schüttelt! Noch drei weitere Songs spielen sich, ganz der Romanvorlage folgend, in der Hölle ab, bevor das zweite Intro das Tor zum zweiten Reich bzw. dem Fegefeuer öffnet. "Buried words" dürfte wohl zu den tanzbarsten Stücken der Band seit langem gehören. Ein unglaublicher Punch und Groove durchzieht den gesamten Song und im Mittelteil darf kräftig durch den Moshpit gewalzt werden. Igors Schlagzeug klingt eher nach einem Maschinengewehr als nach Doublebass, so schnell feuert er aus seiner Schießbude. Unglaublich. "Nuclear seven" schließt sich unmittelbar an und ist düster, düster, düster. Mittleres Tempo und der Gesang von Derrick überraschen an dieser Stelle, fügen sich aber nahtlos in das Gesamtkonzept ein. Langsam geht es in Richtung Paradies. Ein weiteres Intro und "Crown and miter" tritt wütend vor das Tor der Erlösung. Keine Gefangenen machen steht hier auf der Fahne, selbstbewusst singt Derrick "There is a way out / There is a way out (...) / I have my own two feet / Don't need you to walk for me". "Still flame" mit Streichern und Hörnern bildet den Abschluss dieser fulminanten Reise und lässt den Hörer endlich wieder zur Ruhe kommen. Keine Frage, "Dante XXI" erschließt sich nicht beim ersten Hördurchlauf und braucht seine Zeit, um sich zu entfalten. Nimmt man sich aber die Zeit, kann man Erstaunliches zwischen den Zeilen entdecken. Das einzige Manko dieser Scheibe stellt für mich aber die etwas dünne Produktion dar. Da hätte man an so manchem Knöpfchen noch etwas drehen können. Nichtsdestotrotz sollte man dieses Album unbedingt gehört haben. Viel Spaß auf eurer Reise! (39:05) (09/10)

 

SEPULTURA

© Ox Fanzine #63 / Tobias Ernst

Live In São Paulo 2DVD

Was für eine Überraschung. SEPULTURA live im Doppel-DVD-Format. Ich hatte die Band seit dem Ausstieg von Max Cavalera damals nach "Roots" nicht mehr mit so großem Interesse verfolgt wie zuvor. Speziell der 1998 neu eingestiegene Sänger Derrick Green war für mich etwas gewöhnungsbedürftig. Und nun also dieser, in Bild- und Tonqualität sehr gute Livemitschnitt vom 03. April 2005 in São Paulo, der meine alte Leidenschaft für SEPULTURA wieder aufflammen ließ. Zu sehen und hören gibt es alte Klassiker wie "Beneath the remains", "Innerself" und "Arise", ebenso wie die neueren Stücke "Mind war" und "Choke". Insgesamt 20 Tracks umfasst das Konzert, in dem weder die Band noch die Fans sich eine Pause gönnen. Speziell die alten Songs werden groß abgefeiert und mit frenetischen SEPULTURA-Sprechchören goutiert. Schnelle Schnitte dominieren das ganze Konzert über und lassen beim Zuschauen teilweise eine gewisse Hektik aufkommen. Speziell bei den Gastauftritten verschiedener Sänger scheint der Kameramann etwas überfordert von so viel Bühnenpräsenz. Das abschließende "Roots bloody roots" hat bei mir aber schon ein mulmiges Gefühl hinterlassen, habe ich es doch so zum ersten Mal ohne Max Cavalera am Mikro gehört. Alles in allem aber ein gutes Konzert, das Lust macht, sich SEPULTURA selbst noch mal live anzusehen. Obendrein bietet die erste DVD noch ein 11-minütiges Making-Of, das aber nicht besonders viel hergibt, und eine Band-Biografie, die zwar ausführlich, aber anstrengend zu lesen ist, weil der Text von selbst durch das Bild läuft und einen somit gnadenlos zum schnellen Lesen zwingt. Auf der zweiten DVD befinden sich neben drei Videoclips zu den schon oben erwähnten Songs "Choke", "Mind war" und "Bullet the blue sky" auch noch Livevideos zu "Nomad" und "Desperate city". Nicht zu vergessen die von Derrick Green selbstgedrehte Dokumentation, die die Band in verschiedensten Situationen präsentiert, aber hauptsächlich nur mit Musik unterlegt ist und somit den Titel "Dokumentation" nicht so wirklich verdient. Highlight ist hier auf jeden Fall das Kurzinterview mit Andreas Kisser auf der Toilette. Zusammen genommen eine sehr Runde Sache und für Fans (oder Wiederentdecker so wie mich) auf jeden Fall eine gute Anschaffung.

 

SEPULTURA

© Ox Fanzine #42 / Thomas Podranski

Nation

SEPULTURA, du Blüte meiner Jugend. Ach, was hab ich die vier Herren aus Sao Paolo früher vergöttert. Und dann trennen die sich einfach. Ex-Frontmann Max, der aufgrund dieses Zwistes mit Schlagzeuger und Bruder Igor angeblich noch nicht mal mehr mit seiner Mutter telefoniert, grunzt ja bekanntlich seit zwei Alben ins Mikro von SOULFLY. Und SEPULTURA liefern jetzt mit "Nation" auch das zweite Album der Post-Max-Ära. Während ich das erste Werk "Against" mit dem neuen Shouter Derrick Greene noch mit einem konservativen Bannstrahl belegte, da ich mir SEPULTURA mit neuem Sänger nicht vorstellen wollte, habe ich mich jetzt schweren Herzens auf dieses zweite Werk eingelassen. Und siehe da: keine schlechte Entscheidung. Der Opener "Sepulnation" fängt ungefähr da an, wo SEPULTURA in ihren "Chaos.A.D."- Zeiten aufgehört haben und ich habe mich erst mal gefragt, ob ich denn die Reunion verpasst habe. Denn wenn nicht im Songbook etwas anderes stehen würde, könnte man glatt denken, hier würde immer noch Max singen. Derrick Greenes Gesang bedient sich so ziemlich der gleichen Gesangsfarbe und unterscheidet sich erst nach mehrmaligen Hören von seinem Vorgänger. Neue Töne erklingen jedoch, wenn einer der diversen Gastmusiker ins Geschehen eingreift. So ist das nur 57 Sekunden lange "Human cause", das Derrick Greene abwechseln mit HATEBREED-Sänger Steve Evetts ins Mikro brüllt, eindeutig eine Abkehr vom schleppenden Metal hin zum treibenden Hardcore. "Politricks" hingegen lebt von der unverkennlichen Stimme von Jello Biaffra und ist eine eindrucksvolle Synthese von Metal-Gitarren und Punk-Elementen. Gleichfalls interessant ist der Einbau von Dr. Israels Reggae-Gesang in das wuchtige "Tribe to a nation". Insgesamt ist "Nation" ein eindeutiges SEPULTURA-Werk, neuer Sänger hin oder her. Und eben die erwähnten Gastmusiker bringen die Abwechslung mit, die gerade wegen diesem unverkennbaren Sound nötig ist. Trotzdem macht auch dieses Album nicht meine musikgeschmackliche Evolution der letzten Jahre rückgängig, meine alten Metal-Shirts bleiben unten im Schrank.

 

SEPULTURA

© Ox Fanzine #52 / Dominik Winter

Roorback CD

Machen wir uns nichts vor: SEPULTURA sind seit Max Cavaleras Ausstieg nicht mehr das, was sie mal waren. Die Misere fing eigentlich schon an, als der jetzige SOULFLY-Boss noch dabei war. Nach Kultalben wie "Arise" oder "Chaos A.D." verzettelte man sich mit "Roots" in nervigen Tribal-Frickeleien, dann der Ausstieg des meiner Meinung nach viel zu überschätzten Cavaleras, der Einstieg Derrick Greenes (der als Hardcore-Sänger absolut tough ist), tja, und auf der "Nation"-Tour konnte ich mich dann selbst davon überzeugen, wie den einstigen Metal-Heroen vor einer lächerlich geringen Zuschauerzahl der Arsch richtig von den Openern HATEBREED getreten wurde, die eigentlich die wirklichen Headliner waren. Mit "Roorback" versuchen SEPULTURA, wieder an metallischere Zeiten anzuknüpfen, doch gelingen tut es ihnen nicht. Die Songs sind zu monoton, keine Highlights sind zu finden, in jedem Ton klingt durch, dass die Band nicht den Absprung geschafft hat. Einziges Kaufargument ist die Bonus-EP der limitierten Version mit einigen Coverversionen, die allesamt besser als die eigenen Kompositionen sind. Schade.

 

SEPULTURA

© Ox Fanzine #49 / Dominik Winter

Under A Pale Grey Sky DoCD

Nachdem SEPULTURA im vergangenen Jahr ihr Stammlabel, dem sie sicherlich nicht in unbedeutender Weise zum Erfolg verholfen hatten, verlassen mussten, lassen Roadrunner Records mit „Under A Pale Grey Sky" die letzten Stunden des Original-Line-Ups auferstehen. Die Doppel-CD beinhaltet den Live-Mitschnitt des letzten Konzertes mit Max Cavalera, welches am 16.12.1996 in der Londoner Brixton Academy mitgeschnitten wurde. Ein Zufall, dass ausgerechnet der letzte Gig festgehalten wurde? Wie auch immer, jedenfalls wurde an diesem Abend ein „Best Of"-Feuer entzündet, wobei die Songs des wohl erfolgreichsten Albums „Chaos A.D." („Territory", „Refuse/Resist") sich die Hände mit alten Perlen der Sorte „Troops Of Doom", „Beneath The Remains", „Desperate Cry", „Arise", oder „Inner Self" schüttelten. Dank Meistermischer Colin Richardson erstrahlen die betagten Aufnahmen in druckvollem Glanz und verdeutlichen, dass SEPULTURA mit „Arise" und „Chaos A.D." zwei Meilensteine geschrieben haben, an die sie heutzutage weder als SEPULTURA noch unter dem Banner SOULFLY anknüpfen können.