SPIDERSTourdaten, Infos, Interviews, Reviews

Nächster Termin:

26.05.2016
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Bewertung:
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Genre

Shows

55 Shows in 36 Städten / 6 Ländern

Zeitraum

29.11.2012 - 01.06.2016

Letzte Show

22.11.2015 - DE-Kassel, Hellroom

Nächste Show

26.05.2016 - DE-Berlin, Wild At Heart

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Reviews

SPIDERS

© Ox Fanzine #104 / Joni Küper

Flash Point

Ich wette, dass die Zeitungen demnächst titeln: „Sensation geglückt! Schweden erfinden Zeitmaschine“. Anders kann ich mir das nicht erklären, wie es den SPIDERS sonst gelungen sein soll, eine Platte wie „Flash Point“ einzuspielen.Das ist kein Retro-Rock, das ist purer Anachronismus. Schon allein für das Coverfoto müssen irgendwann in den Siebzigern sämtliche Schiffschaukelbremser und Autoscooterhelden der Umgebung zusammengetrommelt und konserviert worden sein, so wie sich dort Mittelscheitel, Bärte und enge Lederkluften tummeln.Scheiß auf den Hype, das hier ist der wahre Shit. Die SPIDERS schaffen es, dem manchmal etwas schwergängigen Genre ein bisschen Feuer unter dem Hintern zu machen, und Sängerin Ann-Sofie besitzt die Magie, mit ihrer Stimme die Geister von Bands wie COVEN oder SHOCKING BLUE heraufzubeschwören, um gleich darauf Suzi Quatro zu huldigen.Nehmt die Handbremse bei GRAVEYARD raus, stellt euch die RUNAWAYS ins Jahr 2012 gebeamt vor, dazu noch ein paar alte AC/DC-Blues-Riffs und ihr könnt euch ungefähr vorstellen, was euch auf „Flash Point“ erwartet.Für mich als analoges Mädchen in einer digitalen Welt auf jeden Fall Anwärter auf die Jahres-Top 10.

 

SPIDERS

© Ox Fanzine #117 / Joni Küper

Shake Electric

Als die SPIDERS 2012 mit „Flashpoint“ ihr Debüt veröffentlichten, war nicht nur ich von ihrem rotzigen Seventies-Autoscooter-Rock hingerissen, GRAVEYARD und KVELERTAK schienen auch nicht ganz unbeeindruckt und nahmen die Schweden prompt als Special Guests mit auf Tour.Bei der ich sie fast live erleben durfte, aber dann dank der (un)christlichen Anfangszeiten für Supportbands in der Hamburger Markthalle nur noch „Thank you, das war’s“ hörte und Sängerin Ann-Sophies schicken Lederoverall von hinten bewundern durfte.Nichtsdestotrotz war „Flashpoint“ für mich eine der Top-Ten-Platten des Jahres, denn die knapp dreißig Minuten schafften es, dem längst ein wenig fußlahm gewordenen Genre des Retrorocks die Sporen zu geben, indem sie MOTÖRHEAD und SHOCKING BLUE in einen Kessel schmissen, ordentlich einheizten und diese herrlich ungehobelte Platte aufnahmen.Damit legten sie die berühmte Messlatte natürlich ganz schön hoch. Zeitsprung. Einmal 2014 und direkt wieder vierzig Jahre zurück. Es ist immer noch gefühlt Mitte der Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts.„Shake Electric“ erscheint. Statt Leder und Mopeds zieren nun Stardust und Glitzer das Cover, statt wie frisch aus der Garage klingen die SPIDERS wie T-REX mit Jinx von COVEN am Gesang, wie David Bowie, der vom Geist von GIRLSCHOOL besessen ist, wie GRAVEYARD feat.HEART. Das ist nicht mehr Hinterhof, das ist schon fast große Bühne. Rasant wird klar, dass die Schweden nicht nur sagenhafte Live-Qualitäten besitzen, sondern dass sie es bei der Aufnahme geschafft haben, diese gleichermaßen zu konservieren.Mit dem Opener „Mad dog“, der sich mit seinem stampfenden Riff wie ein tollwütiger Hund in der hirninternen Festplatte festbeißt, zünden die vier die Triebwerke ihres Rock’n’Roll-Starships, mit dem (und mit jedem weiteren Song) sie die oft zur Hilfe geholte Latte nicht nur überspringen, sondern sie mit einem Sternenstaubschweif in Lichtgeschwindigkeit überfliegen.Weiter geht’s mit dem Titelsong „Shake electric“, der zeigt, dass die Göteborger so viel mehr Facetten besitzen, als sie auf dem Vorgängeralbum gezeigt haben. Sie sind psychedelisch, protorockig, glampunkig, bluesig, mystisch, aber laufen dabei niemals Gefahr, die rauhen Wurzeln zu verlieren.Dafür sorgt auch die begnadete Frontfrau Ann-Sophie Hoyles mit ihrer wunderbar leidenschaftlichen Stimme. Bei „Lonely nights“ beschwört sie den Geist Phil Lynotts herauf, mit „Control“ tritt sie ordentlich Hintern, um im nächsten Moment mit dem Herzbrecherblues „Hard times“ deine Seele wie ein kleines, flauschiges Kätzchen vor der Dunkelheit zu retten.Lange Rede, kurzer Sinn: mit diesem Raketenalbum haben die SPIDERS sich in die erste Riege der skandinavischen Schlaghosenrocker katapultiert.

 

Präsentationen

Event Foto

STRIFE

23.06.2016Zürich, Werk21
Jun.
23
2016