BRONXTourdaten, Tickets, Interviews, Tonträger

Nächster Termin:

11.07.2016
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Bewertung:
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Genre

Indie/Alternative, Punkrock/Hardcore

Shows

25 Shows in 11 Städten / 1 Ländern

Zeitraum

25.10.2006 - 16.07.2016

Letzte Show

07.12.2015 - DE-Köln, Gebäude 9

Nächste Show

11.07.2016 - DE-Dortmund, FZW

Booking

Tourdaten

Archiv
 
Jul.
11
2016
Montag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 
Jul.
12
2016
Dienstag Tickets Tickets Tickets
 
Jul.
12
2016
Dienstag Tickets Tickets Tickets
Konzert - Indie/Alternative
 
 
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2016
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Konzert - Indie/Alternative
 
 
Jul.
16
2016
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Konzert - Indie/Alternative
 

Interviews

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BRONX - „Welcome to your shitty future!“

Zugegeben, bei einer Band wie THE BRONX fällt es mir schwer objektiv zu bleiben, aber das ist ja meistens so, wenn es um die eigene Lieblingsmusik geht. Nichtsdestotrotz, in den letzten zweieinhalb Jahren ist mir nichts Besseres zu Ohren gekommen als eben jener Vierer aus Los Angeles. Die Band ist die perfekte Essenz aus allem, was mich seit jeher an Gitarrenmusik begeistert. Und davon mal ganz abgesehen, die Typen sind verflucht cool. Wenn man sich anschaut, was für eine Haltung andere Kapellen an den Tag legen, muss man geradezu dankbar sein für die rotzige Mittelfingermentalität, mit der hier Musik präsentiert wird. Es war mir also eine Ehre, mit Gitarrist Joby Ford, der zusammen mit Sänger Matt Caughthran auch noch bei den nicht minder genialen DRIPS tätig ist, über den Stand der Dinge zu sprechen. Hier kann man sich vielleicht schon mal ein kleines Bild von der Band machen, die, spätestens auf ihrer Europatour im Oktober, sämtliche Ungläubigkeit an ihrer Relevanz vernichten wird. Dummerweise wurde mir für das Frage-Antwort-Spiel nur eine Viertelstunde zur Verfügung gestellt. Zusammen mit einer Telefonverbindung, welche daran zweifeln ließ, dass das Gespräch im 21. Jahrhundert stattfand, sind es nicht gerade die besten Voraussetzungen für ein Interview ...Als ich das erste Mal von THE BRONX gehört habe, war die Rede von einer aufgedrehten Mischung aus Hardcore und Rock’n’Roll – eine Beschreibung, die den Sound des Debüts ganz gut trifft. Alles was man sonst noch über die Band lesen konnte, wurde der Musik ganz und gar nicht mehr gerecht. Was sollen zum Beispiel die ständigen BLACK FLAG-Vergleiche? Bis auf eine ähnliche Attitüde beziehungsweise Angepisstheit sind keine Ähnlichkeiten feststellen. Auch das Unwort „Metalcore“ wurde des Öfteren zur Umschreibung genutzt, verfehlt die Sache aber meilenweit. Und was die Plattenfirma in den Anzeigen zum neuen Album schreibt, ist einfach nur noch peinlich, hier ist von kompromisslosem Metal-Grunge-Core die Rede. Auch die Band selbst sieht es etwas anders, „Die Vergleiche, die bei unserer Musik gebracht worden sind, gehören zu den lächerlichsten Dingen, die ich jemals gehört habe. Auf der anderen Seite ist es für uns interessant zu sehen, was die Leute von uns halten. Es ist unglaublich, dass eine einzelne Band mit soviel unterschiedlichen Dingen verglichen wird. Ich selbst sehe es so, dass all unsere Musik, unsere Riffs und die Art, wie wir spielen, auf dem Blues basiert. Dort liegen die Wurzeln des Rock’n’Roll, dort kommt alles her.“Ähnlich einfach sind für Ford die Unterschiede zwischen den beiden Alben. „Soweit ich das beurteilen kann, ist das erste Album eine Explosion. Das zweite Album hat mehr mit Groove zu tun.“ Genauso einen abgeklärten Eindruck macht der gute Herr, wenn es darum geht die labeltechnische Situation der Band zu beschreiben. Was gar nicht mal so einfach ist, immerhin gibt es auf dem Cover der zweiten Platte Danksagungen an acht verschiedene Plattenfirmen. „Wir haben mit all den erwähnten Labels zusammengearbeitet. Es ist uns wichtig dass unsere Platten auf der ganzen Welt erhältlich sind, also haben wir uns darum gekümmert. Es hat nichts damit zu tun die Leute zu verwirren.“Schön, wenn sich jemand die Mühe macht und versucht die eigene Situation zu kontrollieren, zumal es für den Gitarristen dafür gute Gründe gibt. „Heutzutage ist sehr schwierig, seinen Platz in der Musik zu finden, ohne dass man dabei von den Leuten in eine bestimmte Kategorie geschubst und abgestempelt wird. Ich weiß nicht, wie es woanders ist, doch in Amerika haben zu viele Bands das Ziel, den Sound einer erfolgreichen Band zu kopieren, um eine ähnliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Uns ist es wichtig, dass wir etwas zustande kriegen, das besser ist als der langweilige Standard, der sich momentan Musik schimpft.“Man merkt, Abgrenzung scheint der Band sehr wichtig zu sein. So wurden die Aufnahmen der beiden Alben dann auch häufig in die Richtung beschrieben, dass es der Band darum ging unvollkommene Musik auf Band zu hinterlassen. Sprich: es wurde analog und live aufgenommen, ohne etwaige Fehler im Nachhinein zu korrigieren. Das Problem ist nur, auf den Alben lassen sich keine Fehler entdecken. Spricht man Ford darauf an und fragt ihn, ob es sich bei THE BRONX tatsächlich um perfekte Musiker handelt, muss dieser erst mal lachen und stellt direkt klar, „die Platte wimmelt nur so von Fehlern. Allerdings sind Fehler für uns als Musiker etwas anderes als für jemanden, der sich die Platte zu Hause anhört.“Anders ist da schon seine Meinung, wenn es um Artworks geht. Für ihn gibt es da einen klaren Zusammenhang zwischen dem Rückgang von Verkäufen in der Musikindustrie, und der Einstellung in Bezug auf die Verpackung von Musik. „Für mich ist die Covergestaltung genauso wichtig wie die Musik selbst. Dabei geht nicht mal so sehr um eine inhaltliche Verbindung von Musik und Artwork. Trotzdem muss den Leuten auch optisch etwas geboten werden, es gibt zu viele Platten mit einer miesen Gestaltung. Früher hat man sich da noch wesentlich mehr Mühe gegeben.“Schaut man sich die beiden Alben oder ein paar der Flyer und Konzertposter an (für die der Gitarrist auch zuständig ist), erkennt man direkt, dass hier jemand am Werk war, der seine Hausaufgaben gemacht hat. Und auch inhaltlich hat die Band den Dreh raus, beim lesen der Texte des neuen Albums entsteht der Eindruck, die Band weiß sehr wohl um ihre momentane Situation bescheid, und hat kein Problem diese dementsprechend zu kommentieren. Ganz so einfach sieht Ford die Sache allerdings nicht. „Nun, ich denke, es ist schon ab und zu so, dass man in seinen Texten versucht, sich selbst zu erklären. Aber ich finde es scheiße, den Leuten Zeile für Zeile zu erzählen, was für eine Aussage hinter den einzelnen Wörtern steht. Es hat auch immer eine Menge mit dem Auge des Betrachters zu tun. Wenn ein Text für jemanden eine bestimmte Bedeutung hat, muss das nicht zwangsläufig mit der ursprünglichen Intention des Verfassers übereinstimmen. Das ist ja das Coole daran.“An dieser Stelle zitiere ich einfach noch mal eine Textzeile aus „Shitty future“ vom neuen Album, und überlasse es somit jedem selbst, was er von dieser großartigen Band halten soll: „Give me intervention baby, so sweet and slow. Half hearted misdirection, baby where will we go. Slit wrists are the latest fashion and your sheets see the dirtiest action, where independent mothers throw kids in loveless gutters.“
 
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BRONX - Grenzgänger

Die Überschrift dieses Interviews lässt sich wohl am ehesten mit ein paar Zeilen aus „Knifeman“ erklären: „Out here on the border line, you’ve got to hold it together / You’ve been deprived of dedication / You’ve been condemned by your dreams / And out here on the border line, it feels a lot like forever / We’ll all be damned if this machine turns life into routine“. Wem das nicht reicht, dem könnte man noch „Look at us now, look at the sky / We told ourselves to fly“ hinterherwerfen, übrigens ebenfalls aus einem Lied des neuen THE BRONX-Albums. Um ehrlich zu sein, das dritte Album der Band aus Los Angeles ist voll von solch scheinbaren Plattitüden, die sich im Zusammenhang mit der Musik dann aber doch als recht brauchbar erweisen. Die inzwischen auf fünf Musiker angewachsene Formation wusste schon immer, wie man – irgendwo abseits der gängigen Klischees – Eindruck schindet. Etwaige Erwartungen werden mit der nötigen Intensität weggewischt und wem das nicht gefällt, der hat eben Pech gehabt. Wer hingegen am Ball bleibt, wird gleich mit zwei neuen Alben belohnt. Und ja, die Band hat ihr Versprechen gehalten, neben dem erneut selbstbetitelten Album Nummer drei wird es auch eine Scheibe unter dem Banner MARIACHI EL BRONX geben. Als die Band Ende Oktober im Kölner Underground ihre einzige Deutschlandshow spielte, hatte ich Gelegenheit, mich ein wenig mit Sänger Matt und dem Gitarristen Joby zu unterhalten, die nebenbei beide auch bei den nicht minder genialen THE DRIPS tätig sind. Und trotz extremer Müdigkeit waren beide, nach ein paar herzhaften Gähnern, äußerst auskunftsfreudig ...Wie geht es euch? Es muss ja ein recht intensiver Sommer gewesen sein.Matt: Es war unglaublich, irgendwie so eine Art Wirbelsturm. Auf Tour kommt man früher oder später an einen Punkt, wo man einfach durchdreht, und ich denke, diesen Punkt haben wir erreicht. Wir sind schon eine Weile unterwegs und waren nur ab und zu für ein paar gefühlte Sekunden zu Hause. Insgesamt sind es so viele verschiedene Städte und Länder, alles vermischt sich zu einem riesigen verrückten Cocktail. Abgesehen davon, haben wir zwei verschiedene Alben aufgenommen, ich weiß gar nicht, ob ich momentan hier sitze. Wahrscheinlich sprichst du gerade mit meinem Geist.Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Mariachi-Musik zu spielen?Matt: Wir sind nun mal eine Band aus Los Angeles, ich bin dort geboren und aufgewachsen mit einem Haufen mexikanischer Freunde. Als Teil ihrer Kultur habe ich also schon immer eine Menge an mexikanischer Musik mitbekommen. Wir haben dann vor zwei Jahren ein Akustik-Set für fuel.tv aufgenommen, welches in Richtung Mariachi ging. Irgendwie hat das innerhalb der Band wohl etwas ausgelöst. Wenn andere Bands sagen, sie würden jetzt etwas Neues oder Anderes ausprobieren, geht es meistens nur um zehn bis zwanzig Prozent nach links oder rechts. Wir wollten etwas wirklich Entgegengesetztes machen, ich denke, das haben wir geschafft. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, wir sind alle verdammt stolz auf das Album.Wann wart ihr selbstsicher genug, um ein ganzes Album in diesem Stil aufzunehmen?Joby: Wahrscheinlich seit wir mit Brad einen neuen Bassisten in der Band haben, der zusätzlich Trompete spielt. Außerdem haben wir mit Vincent jemanden gefunden, der Guitarrón spielen kann. Vorher haben wir es nicht geschafft, der ganzen Sache eine Richtung zu geben, aber mit den beiden haben wir nach und nach unseren Platz gefunden, als weiße Typen Mariachi-Musik spielen.Kommen wir von „El Bronx“ zu THE BRONX: Wie würdet ihr die Reise von eurem letzten Album zum neuen beschreiben?Matt: Nun ja, zumindest war es eine sehr lange Reise. Unser zweites Album ist, was es ist, und ich bin sehr stolz darauf, aber es war schon ein Kulturschock für uns. Wir haben das Teil über Island Records veröffentlicht, und es, als es fertig war, aus den Händen gegeben. Letztlich war es schon ein bisschen enttäuschend, wie wenig daraus gemacht wurde. Dieses Mal haben wir uns ein eigenes Studio aufgebaut, es passiert alles unter unserer Kontrolle, ohne das von außen jemand reinquatscht. Es war erstmals möglich, alles etwas ruhiger anzugehen. Es ist gut zu wissen, dass wir für die Zukunft gerüstet sind. Wenn wir irgendwann mit dem Touren fertig sind, können wir ohne weiteres nach Hause gehen und neue Sachen aufnehmen. Ehrlich gesagt, kann ich es kaum abwarten, zurück im Studio zu sein und mehr großartige Musik rauszuhauen. Ich denke, das hört man auch der neuen Scheibe an, es ist, als feierten wir ...Joby: ... eine sehr, sehr lange Reise.Habt ihr wieder alles live eingespielt? Wer hat das Ding produziert?Matt: Die Jungs haben das meiste live eingespielt, mein Gesang wurde dann hinterher separat aufgenommen. Leider fehlt in unserem Studio die Möglichkeit, alles auf einmal zu machen.Joby: Dave Shiffman hat uns hier und da ein wenig als Tontechniker geholfen, bei den Dingen, von denen wir nicht wirklich Ahnung hatten. Aber alles in allem würde ich es schon als eine BRONX-Produktion verstehen.Ihr spielt schon eine Weile in verschiedenen Bands, hat sich die Art und Weise, sich mit neuer Musik zu beschäftigen, dadurch geändert?Joby: Ja klar, aber wir sind immer noch alle selber Fans. Ich finde es nach wie vor aufregend, mir neue Platten aufzulegen. Es ist schon komisch, wenn Leute behaupten, es gäbe nichts mehr zu entdecken und das alles schon mal da war. Besonders durch das Internet gibt es so viele Gelegenheiten, Neues zu finden. Es wird immer Menschen geben, die interessante Musik aufnehmen und ihr eigenes Ding durchziehen. Ich denke, das ist auch der Grund, warum wir selber noch immer Musik machen.Könnt ihr euch an den Moment erinnern, als euch Musik das erste Mal aus den Socken gehauen hat?Joby: Es war ein Song aus der Plattensammlung meiner Eltern, die Band hieß SWEET COMFORT, halt so Discozeug. Ich war noch ziemlich klein, aber es war definitiv das erste Mal, dass ich Groove gefühlt habe. Dieses unerklärliche Gefühl, dass dich Musik etwas machen lässt, ohne dass du weißt warum. Ob man sich nun auszieht, tanzt oder irgendwo gegenhaut, Musik hat eine Kraft, die man nicht leugnen kann. Sie beeinflusst unsere Gefühle und Gedanken Tag für Tag. Einige meiner frühesten Erinnerungen drehen sich um Emotionen, die von Musik ausgelöst worden sind. Zuletzt hat mich übrigens „Electric feel“ von MGMT sehr begeistert. Ich liebe diesen Song.Es gibt Menschen, für die Musik der Schritt von der Natur zur Kultur ist. Angenommen, wir gehen zurück: Wo fänden wir THE BRONX?Matt: Äähhh ... Wenn man die Steinzeit in das Weltall verfrachten könnte, hätten wir schon mal einen Ansatz. Ich meine, wir sind schon sehr weit draußen, aber auf der anderen Seite haben wir auch etwas von Höhlenmenschen. Aber nicht mit Dinosauriern und so, sondern halt wirklich eher im Weltraum.Wird es irgendwann ein zweites THE DRIPS-Album geben?Joby: Ja, es ist sogar schon einiges an Material vorhanden, von dem ich glaube, dass es gut ist. Ich denke nicht, dass wir länger als eine Woche bräuchten, um diese Ideen umzusetzen. Leider sind wir fünf alle mit so vielen verschiedenen Sachen beschäftigt, dass es bis jetzt noch nicht dazu gekommen ist. Aber Lust haben wir auf jeden Fall. Ich selbst kann es kaum erwarten, wieder mit diesen Typen Musik zu machen. Das DRIPS-Album ist definitiv eine der besten Sachen, an denen ich bis jetzt beteiligt gewesen bin.Matt, wie hat sich deine Herangehensweise an Texte seit dem ersten Album verändert?Matt: Ich bin besser darin geworden zu verstecken, wie persönlich alle Texte im Endeffekt sind. Auch mit Metaphern kann ich inzwischen besser umgehen, was wichtig ist, weil ich es nicht schaffe, Sachen zu schreiben, die nichts mit mir zu tun haben. Es soll sich nicht alles gleich anhören, also bin ich dazu gezwungen, meinen direkten Einfluss zu verbergen. Aber nach wie vor dreht es sich inhaltlich um mich und meinen Platz in dieser Welt, anders würde es nicht funktionieren. Es würde sich während des Singens nicht richtig anfühlen. Das große Geheimnis ist: es geht hier nur um mich.Joby, du kümmerst dich um das ganze Artwork. Wie steht es mit anderen Bands?Joby: Die letzten sechs oder sieben Jahre habe ich eine Menge Albumcover entworfen. Ich habe für verschiedene Bands und Labels gearbeitet, was mir sehr viel Spaß bereitet hat. Teilweise kannte ich die Musik vorher gar nicht, aber ich konnte auch mit ein paar Idolen von mir zusammen arbeiten. Beispielsweise hab ich ein paar Sachen für Paul Westerberg gemacht, ihn zu treffen, war für mich wirklich etwas Besonderes.Gibt es für dich einen Zusammenhang zwischen simplen, aber effektiven Artworks und simpler, aber effektiver Musik?Joby: Absolut. Die Cover, welche ich für uns mache, sehen für mich so aus, wie sich unsere Musik anhört. Das versuche ich auch hinzubekommen, wenn ich etwas für andere Bands entwerfe. Es geht darum, die jeweilige Musik zu visualisieren, deswegen höre ich mir die Sachen vorher immer an. Es sollte da einen Zusammenhang geben.Eine letzte Frage. Hat euer ehemaliger Bassist James die Band verlassen oder wurde er rausgeschmissen?Matt: Er hat die Band verlassen. Es war nicht einfach, es gibt aber keineswegs böses Blut. James ist einfach aus dem ganzen Prozess des Tourens herausgewachsen. Es ist schon ziemlich intensiv, wenn man nach einer Tour nach Hause kommt und sich sein Leben wieder zusammensuchen muss. Ich denke, James hatte genug davon und wollte etwas anderes machen.
 
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BRONX - Platten, die man kennen muss

THE BRONX beweisen nicht nur bei ihrer eigenen Musik Stilsicherheit, sondern auch bei ihren Einflüssen. Das hatte ich zwar schon vermutet, doch um sicher zu sein, sandte ich der Band eine Anfrage, um die Bestätigung zu erhalten. Hier ist also eine Liste der „Influential Albums“ von THE BRONX, die Gitarrist Ken Horne kommentierte.THE STOOGES „Raw Power“ (1973)Ein Album, das Punkbands auf der ganzen Welt beeinflusst hat! Es gibt kein Album, das den wilden Sound dieser Platte übertrifft. Roh, garstig und mit dreckigen Songs, welche die Zeit überdauert haben.MC5 „Back In The USA“ (1970)Zusammen mit THE STOOGES sind diese Typen die Blaupause für Punkrock. Keiner hat bessere Gitarrenriffs gespielt als Wayne Kramer und Fred Smith!TEENGENERATE„Savage!“ (1996)Das beste Album der besten Band, die jemals aus Japan kam! Großartige Songs, beeinflusst von 50s-Rock’n’Roll, Soul und „Killed By Death“-Punkrock. Das Artwork ist übrigens auch cool!BLACK FLAG „Jealous Again“ (1980)Wir mögen jede Phase von BLACK FLAG, aber für diese Liste haben wir diese EP ausgewählt. Ron Reyes hat einfach eine tolle Stimme. Diese EP ist keine sieben Minuten lang, aber sie kann mit jedem Album mithalten, das die Band veröffentlicht hat.T. REX „Bolan’s Zip Gun“ (1983)Eine unterschätzte Platte von einem unterschätztem Künstler. Der Pionier des Glamrock!SEX PISTOLS „Nevermind The Bollocks“ (1977)Wir haben vor ein paar Jahren mal mit einer Band getourt, von der ein Mitglied mir sagte, wie schlecht diese Platte sei. Er hatte offensichtlich keine Ahnung, wovon er redete.THE DAMNED „Damned Damned Damned“ (1977)Wenn du eine Punkband gründen willst, hör dir THE DAMNED an!RAMONES „Rocket To Russia“ (1977)Kompakter 50s-Bubblegum-Pop mit kreischenden Gitarren, Lederjacken, zerrissenen Jeans, billigen Sneakern und nichts zu verlieren. Und ganz wichtig: Gang-Mentalität! Bei den RAMONES ist einfach alles perfekt.JOHNNY THUNDERS & THE HEARTBREAKERS „L.A.M.F.“ (1977)Von vorne bis hinten eine großartige Platte mit coolen und eingängigen Rock’n’Roll-Songs. Johnny Thunders war ein großer Songschreiber und eine echte Rock’n’Roll-Ikone.THE ROLLING STONES ... jedes Album!Es sind die Stones!V.A. „Do The Pop! The Australian Garage-Rock Sound 1976-87“ (2002)Jetzt muss ich ein bisschen schummeln und ein V.A.-Album nennen, aber hier sind so viele fantastische australische Bands drauf! Einige Bands haben sich bereits aufgelöst, bevor sie eine Platte aufnehmen konnten. Dieses Album ist ein wahrer Glücksgriff mit so tollen Bands wie RADIO BIRDMAN, THE SAINTS, HARD-ONS, EASTERN DARK ...THE SONICS „Here Are The Sonics“ (1965)Es ist schon verrückt, wenn man bedenkt, dass Teenager aus Seattle so etwas in den Sechzigern veröffentlicht haben.LOS LOBOS „Pistola Y El Corazon“ (1988)Ein großer Einfluss für uns und eine der besten Bands aus Los Angeles. Mehr muss man nicht dazu sagen.X „Los Angeles“ (1980)Noch eine fantastische Band aus Los Angeles, die uns stark beeinflusst hat. Man muss nicht erwähnen, dass Billy Zoom ein ziemlich cooler Typ ist.THE REPLACEMENTS „Let It Be“ (1984)Amerikanischer Rock’n’Roll zum Erwachsenenwerden. Dieses Album war ein großer Schritt für THE REPLACEMENTS, hier gingen sie von ihren Punk-Songs über zu emotionalen, balladesken Stücken. Jeder 16-Jährige sollte sich diese Platte anhören. Sie hilft dir durch die peinlichen Jugendjahre bis zum Erwachsensein. Für mich das beste Albumcover aller Zeiten!
 

Reviews

BRONX

© Ox Fanzine #67 / Lars Koch

s/t CD

Verdammt, was soll man hierzu schreiben, ohne dass die Sache abgewertet wird? Es ist auf jeden Fall das beste Album, das ich seit langem in die Finger bekommen habe. Nachdem ich mir Anfang 2004 das Debüt des Vierers aus Los Angeles besorgt hatte, hat es fast ein ganzes Jahr gedauert, bis die Scheibe meine Anlage wieder ab und zu verlassen durfte. Danach war erst einmal Warten angesagt, und jetzt, wo THE BRONX zurück sind, weiß ich, dass es sich gelohnt hat. Allerdings hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, welche Richtung das zweite Album (die Band ist so unverschämt cool, die Sache ein zweites Mal selbstbetitelt zu belassen) einschlägt. Ja, das Ding ist ein ganzes Stück langsamer ausgefallen, geradezu zurückgelehnt und erschreckend durchdacht, hat nur noch an wenigen Stellen etwas mit der hyperventilierenden Aufbruchstimmung des Debüts zu tun. Was passiert ist? Die Band schreibt bessere Songs und scheißt auf Erwartungen. Nachdem seltsam anmutenden Intro "Senor hombre de tamale", legt die Band mit "Small stone" los und schafft es problemlos, das erste Album in zweiundfünfzig Sekunden zusammen zufassen. Was danach kommt, trotzt jeder Beschreibung und muss selbst gehört werden, damit man es versteht. Aber das war ja schon vorher das Problem einer Band, deren ungebündelte Energie nur schwer einzuordnen war und die damit ignorante und geradezu lächerliche Vergleiche provozierte. Ich denke, das wird sich auch beim Zweitwerk nicht ändern, die Aggression von Stücken wie "Shitty future", "Rape zombie", "Around the horn" oder "History's stranglers" entzieht sich meinem Wortschatz. Ganz zu schweigen von der unbeschreiblichen Schönheit, mit der ein Stück wie "Dirty leaves" aufwartet. "Welcome to your shitty future!" (33:57) (10/10)

 

BRONX

© Ox Fanzine #54 / Dominik Winter

s/t CD

Viele werden THE BRONX voreilig in die "The"-Band-Riege abstempeln, doch dahin gehören die Jungs keinesfalls. Dass die selbst betitelte CD in den USA via Ferret-Vertrieb veröffentlicht wird, ist zunächst irreführend, beweist aber abermals, dass wir es nicht mit einer weiteren Garagenband zu tun haben, die den STROKES oder WHITE STRIPES huldigt. THE BRONX spielen schlicht und einfach kantigen Punkrock, ergänzt durch die besten Zutaten aus Glam und Hardcore: Einprägsamkeit und Energie. Dem Glam half sicherlich Produzent Gilby Clarke, früher GUNS'N'ROSES, nach, doch ist es vor allem seine Zurückhaltung, die "The Bronx" so großartig macht. Der Wunsch der Band, eine möglichst live-ähnliche Atmosphäre aufs Band zu bringen, war absolut richtig, gelten die Herren doch momentan als eine der besten Livebands. Nicht nur deswegen werden viele ZEKE-Fans auch THE BRONX lieben.

 

BRONX

© Ox Fanzine #81 / Lars Koch

The Bronx (III)

Sie haben es ein weiteres Mal gemacht: mit einem dreckigen Grinsen rotzen uns THE BRONX die Platte des Jahres vor die Füße. Ehrlich gesagt, alles andere hätte mich auch enttäuscht, denn die beiden Vorgänger waren einfach zu stark und die Band zu selbstsicher.Album Nummer drei wurde im eigenen Studio eingespielt, was bedeutet, dass die Band sich entspannt darauf konzentrieren konnte, irgendwo im Mienenfeld von Punk, Hardcore und Rock ihre persönliche Synapsenmusik aufzunehmen.Herausgekommen ist dabei ein relativ kompaktes Album, das nach einer halben Stunde keine Fragen mehr offen lässt. Wenn man nach den ersten paar Durchläufen wieder zu Atem kommt, ist klar, dass da noch mehr geht.Nach und nach wird einem klar, warum Stücke wie „Knifeman“, „Inveigh“ oder „Pleasure seekers“ so einen Spaß bereiten: sie sind simpel, aber nicht stumpf, detailverliebt, aber nicht verkopft, unangestrengt, aber nicht unmotiviert.Es ist schon beeindruckend, was für eine Intensität hier transportiert wird und trotzdem wirkt das Ganze in jeder Sekunde so, als sei es locker aus der Hüfte geschossen. Simple Riffs und Melodien, eine äußerst dynamische aber dennoch brutal auf den Punkt gespielte Rhythmik, sowie eine Stimme, die literweise Rotz und Herzblut ausschüttet: „The Bronx (III)“ ist angepisst, verzweifelt und wütend und behält trotzdem durchweg das oben angesprochene Grinsen auf den Lippen.Genau das macht den Reiz an dieser Platte aus.

 

BRONX

© Ox Fanzine #106 / Christina Wenig

The Bronx IV

Die Mariachi-Zeit ist nicht ganz spurlos an THE BRONX vorbeigegangen. Das vierte Album klingt anders, irgendwie so nett. Die Hardcore-Anteile wurden an einigen Stellen gegen einen etwas rockigeren Sound getauscht, Sänger Matt Caughthran schont sein Stimmchen ein bisschen und schlägt auch gerne mal sanftere Töne an, man ist wohl „erwachsen geworden“.Aber ich will nicht übertreiben. Der Opener „The unholy hand“ hat ordentlich Schmackes und es gibt Songs wie „Too many devils“ und „Under the rabbit“, die an den aggressiven Sound von „Heart attack American“ oder „Knifeman“ anknüpfen.Auch die düstere Ballade „Life less ordinary“ geht vollkommen klar, Ähnliches kennt man ja schon von „Dirty leaves“ („The Bronx II“). Und Matt hat wirklich eine wunderschöne Stimme, die ganz viel Herzschmerz transportiert.Aber dann gibt es auf dem Album eben auch so Songs wie „Torches“ oder „Last revelation“, die man so gar nicht erwartet hätte. So melodiös, so feinfühlig, fast schon pop-rockig. Gewöhnungsbedürftig.Ganz unvoreingenommen betrachtet ist „ The Bronx IV“ jedoch echt ein gutes Ding geworden. Der Sound mag weniger aggressiv sein, aber nicht weniger energisch. Das liegt zum einen an den starken Gitarrenparts, zum anderen am großartigen Gesang von Matt Caughthran, der selbst in den ruhigen Momenten noch mehr kracht als so manch andere Stimme.Schon schön.

 

Präsentationen

Event Foto

STRIFE

23.06.2016Zürich, Werk21
Jun.
23
2016