ANTILLECTUALTourdaten, Infos, Interviews, Reviews

Nächster Termin:

23.07.2016 12:00 - 00:00 Uhr
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Genre

Punkrock/Hardcore

Shows

214 Shows in 132 Städten / 11 Ländern

Zeitraum

28.09.2007 - 12.08.2016

Letzte Show

02.04.2016 - CH-St. Gallen, Flon

Nächste Show

23.07.2016 - DE-Hormersdorf, KNRD Fest

Booking

Tourdaten

Archiv
Jul.
23
2016
Samstag 12:00 Uhr - 00:00 Uhr
Festival - Punkrock/Hardcore
Tickets Tickets Tickets
 
Aug.
12
2016
Freitag 12:00 Uhr - 00:00 Uhr
Festival - Punkrock/Hardcore
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Interviews

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ANTILLECTUAL - Anti-Intellektuell?

Mit "Testimony" veröffentlichten ANTILLECTUAL aus der Umgebung von Nijmegen, Niederlande Anfang des Jahres ihr zweites Album und stellten den Vorgänger damit klar in den Schatten. Zwar bleiben sie ihrem Stil treu und spielen weiterhin melodischen Punkrock der kalifornischen (beziehungsweise Winnipeg-) Schule der 90er Jahre mit durchdachten politischen Texten, diesen haben sie aber so perfektioniert, dass ihnen ein Platz in der Oberliga sicher sein dürfte. Gut für ANTILLECTUAL, aber auch gut für das deutsche Publikum, das bisher ziemlich stiefmütterlich behandelt wurde. ANTILLECTUAL starten durch und nach der Tour im Frühjahr wird es in Zukunft auch häufiger Shows im Ox-Land geben. Gitarrist und Sänger Willem beantwortete mir einige Fragen.Euer neues Album bekommt fast ausschließlich gute Kritiken, als Nächstes steht eine Tour durch die USA auf dem Programm. Es scheint momentan alles ziemlich gut für euch zu laufen. Seid ihr zufrieden?Es ist wirklich großartig, dass das Album anderen Leuten genauso gut gefällt, wie uns selbst. Wir kriegen echt super Resonanz, sowohl von Seiten der "offiziellen" Reviews als auch von Leuten auf unseren Konzerten. Dadurch fühlt sich die ganze Sache noch ein bisschen richtiger an, wobei wir nicht Musik machen, um irgendjemandem zu gefallen. "Testimony" erscheint im September in den USA auf Jump Start Records und im Anschluss sind wir dort dreieinhalb Wochen auf Tour. Auch wenn wir bereits zwei Mal dort waren, freuen wir uns echt darauf. Das Tollste ist, dass wir neben vielen großartigen Bands auf dem The Fest #7 spielen, dem wahrscheinlich besten Festival in den USA. In Deutschland wurde das Album von Fond Of Life veröffentlicht. Das ist das erste Mal, dass sich jemand ernsthaft darum kümmert, dass unsere Sachen auch dort rausgebracht werden. Wir sind also wirklich sehr zufrieden damit, wie es sich im Moment entwickelt.Bei eurem Bandnamen könnte man auf die Idee kommen, ihr nehmt euch als Band nicht besonders ernst und Spaß würde bei euch im Vordergrund stehen. Liest man aber eure Texte, die sehr reflektiert eine Vielzahl von Themen behandeln, sieht die Sache ganz anders aus. Seht ihr euch als eine politische Band und habt ihr eine besondere Message, die ihr eurem Publikum vermitteln wollt? Wie wichtig ist euch dieser Aspekt?Unser Bandname wird auf ganz verschiedene Arten interpretiert und das ist auch gut so, solange wir nicht einzig und allein darauf reduziert werden. Natürlich bedeutet Punkrock für uns Spaß und wir genießen es in der Band zu sein, aber der Name soll eigentlich etwas anderes ausdrücken. Er bedeutet vielmehr "anti" zu sein, aber auf einer intellektuellen Ebene. Dinge kritisch zu betrachten und seine eigenen Ideen zu verwirklichen und nicht blind allem Politischen zu folgen, was gerade in der Szene gehypet wird. Sich seines Handelns bewusst sein und es kritisch zu beleuchten sind Dinge, die wir mit der Band vermitteln oder anregen wollen. Wir werden oft als politische Band bezeichnet und ich habe damit auch kein Problem, schließlich versuchen wir auch Themen, die über das Persönliche hinausgehen, zu behandeln. Wir haben also einen politischen Anspruch. Die Message ist allerdings weder eine "Band-Ideologie" noch etwas, womit einer von uns nicht einverstanden wäre. Worüber wir singen, ist also Konsens in der Band. Ich bin sehr froh darüber, dass so etwas wie die Punk-Szene existiert, in der es die Möglichkeit gibt, eine Message weiterzugeben. Auf der anderen Seite denke ich aber nicht, dass jede Punkband auch eine politische Botschaft haben sollte. Für mich bedeutet Punk, dass man selbst entscheiden kann, was man tun möchte. Egal, ob politisch oder nicht.Als ich euch zum ersten Mal gehört habe, dachte ich sofort, dass ihr früher bestimmt sehr viel 90er California-Punk gehört haben müsst. Ist das euer musikalischer Background oder womit seid ihr aufgewachsen?Volltreffer! Genau damit sind wir aufgewachsen. Als Erstes sind wir mit dieser Musik durch die Skate-Szene in Berührung gekommen, zu der wir früher gehörten. Ich denke aber, dass wir Einflüsse aus vielen verwandten Musikstilen verarbeiten, wie Hardcore, Metal, Emo, Rock oder was auch immer, um die Sache interessant zu halten. Sowohl für uns, als auch für die Leute, die unsere Musik hören. Der Anfang kam aber ganz klar durch die Skate-Szene, durch die wir Punkrock und all die verschiedenen Spielarten erst kennen gelernt haben.Welche Band beziehungsweise welches Album war für euch am einflussreichsten, hat euch dazu bewogen, selbst Musik zu machen, oder dafür gesorgt, Dinge anders zu betrachten?Das ist wirklich schwierig, ich würde hier eher die ganze Punk-Szene und die Idee, die dahinter steckt, nennen. Wir haben nicht wegen irgendeinem Album oder einer Band angefangen, Musik zu machen. Am meisten hat mich aber wohl PROPAGANDHI beeinflusst. Ich habe mit "How To Clean Everything" angefangen und habe die Band mit jedem Album mehr gemocht. Für mich ist das die beste Band in Bezug auf großartige Melodien, kombiniert mit einer politischen Botschaft. Als wir im August mit ihnen gespielt haben, ist echt ein großer Traum von uns in Erfüllung gegangen. Beeinflusst haben uns aber auch Bands wie HOT WATER MUSIC, STRIKE ANYWHERE oder RISE AGAINST.Gibt es irgendwelche besonders spannenden Tourstorys? Was war das Lustigste, Faszinierendste oder Schockierendste, was euch bisher passiert ist?Wir sind ja ziemlich viel auf Tour und da passieren viele unglaubliche Sachen, deshalb ist es schwer, die krassesten Dinge herauszupicken. Wir haben sowohl in Vans als auch in teuren Villen geschlafen, hatten richtig miese Autopannen, abgerissene Anhänger, nackte Bandkollegen, durchzechte Nächte und was weiß ich noch alles. Was ich aber am meisten am Touren mag, ist das weit weg von zu Hause sein, eine ganz eigene Atmosphäre mit den anderen im Bus schaffen und zu realisieren, dass wir wegen unserer Band, der Musik und der Texte durch die Welt fahren können. Das Gefühl ist unbeschreiblich.Wo seht ihr ANTILLECTUAL in einem Jahr? Habt ihr besondere Ziele, die ihr unbedingt erreichen wollt?Als wir vor sieben Jahren mit der Band angefangen haben, hatten wir keine Ziele, und wir haben uns auch bisher auf lange Sicht keine gesetzt. Im Moment konzentrieren wir uns fürs Erste aufs Touren. Ein neues Album steht dann erst für Winter 2009/10 an. Falls es schneller geht oder sich verzögert, ist das aber auch okay. Wenn du deine Ziele zu hoch ansetzt, wirst du nur enttäuscht, ohne Ziele erreicht man aber auch nichts. Wir versuchen, uns irgendwo dazwischen zu bewegen.
 
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ANTILLECTUAL - Double Dutch: Niederlande vs. Niederlande (ANTILLECTUAL interviewt von GEWAPEND BETON)

Okay, im Auftrag von GEWAPEND BETON werde ich, Douwe, einige Fragen an Riekus und Willem von ANTILLECTUAL stellen. Das Konzept dieses Interviews lautet: „Fünf Dinge, die wir schon immer über die Band wissen wollten, aber uns nie zu fragen wagten.“ Obwohl ich mir fast sicher bin, dass es keine peinlichen Themen gibt, die ich ansprechen kann, fange ich mit etwas an, das mich neugierig macht und worüber wir noch nie gesprochen haben: neue Bandmitglieder.Bei GEWAPEND BETON spielen wir seit der Gründung in der gleichen Besetzung und außerdem waren wir von Anfang an gute Freunde. Das macht es für uns schwierig nachzuvollziehen, wie das ist, wenn man Teile des Line-ups auswechselt. Ich würde gerne wissen, wie sich das anfühlt und was einem in solchen Momenten durch den Kopf geht, wenn ein Bandmitglied erklärt, dass es aussteigen will, und dir wird klar, dass du jetzt einen Ersatz finden musst. Ich denke, es wäre ein Riesending, wenn jetzt einer von euch sagen würde, dass er eines der Bandmitglieder vermissen würde, das schon so lange mit ihm gespielt hat, aber vielleicht eröffnet es ja auch einfach neue Möglichkeiten ...Riekus: Ja, wir haben wirklich eine ziemlich bewegte Geschichte, wenn es um Wechsel im Line-up geht, deshalb bin ich nicht überrascht, dass du diese Frage stellst. Genau genommen haben ANTILLECTUAL auch als eine Gruppe von Freunden angefangen, und ich bezeichne immer noch alle früheren Mitglieder und Ersatzleute, mit denen wir je zusammengearbeitet haben, als gute Freunde, auch wenn sie sich dazu entschlossen haben, sich mehr auf andere Bereiche ihres Lebens zu konzentrieren.Willem: Wir als Band haben nie beschlossen, das Line-up der Band zu verändern. Es waren immer die Einzelnen, die ausgestiegen sind. Für uns bedeutete das, klären zu müssen, ob wir aufhören oder uns einen Ersatz suchen. Die Band macht viel zu viel Spaß, um aufzuhören, also machten wir uns auf die Suche – so einfach war das.Riekus: Es ist schon ziemlich entmutigend, mitansehen zu müssen, dass jemand die Band verlässt, aber das geschah immer aus guten Gründen, also konnten wir nichts dagegen sagen. Ich glaube, dass die Suche nach neuen Bandmitgliedern, mal abgesehen von den zeitfressenden und stressigen Aspekten, einem echt die Chance bietet, sich zu entwickeln. Zum Beispiel bin ich fest überzeugt, dass uns die Arbeit mit Tom und Tim in den letzten zwei Jahren als Band vorangebracht hat. Im Moment suchen wir nach einem neuen Bassisten und da schauen wir schon gezielt darauf, dass er etwas mitbringt, was unsere Entwicklung noch weiter vorantreibt. Das Wichtigste ist aber, dass man sich zwischenmenschlich gut versteht und Freundschaften bestehen oder sich entwickeln. Also die Antwort ist im Prinzip ja. Es hat schon ein paar Vorteile, wenn man Bandmitglieder ersetzen muss, außerdem bekommen wir so die Möglichkeit, mit vielen verschiedenen Musikern zu jammen.Was war der Effekt der vielen bandinternen Veränderungen bei ANTILLECTUAL während der letzten Jahre? Gab es neue, unerwartete musikalische Entwicklungen deswegen und hat es die „Inhalte“ der Band verändert, was zum Beispiel einzelne Texte betrifft oder generell neue Themen?Riekus: Ich glaube, das ist schwer zu beantworten, weil du ja immer versuchst, dich als Band und deine Musik zu verbessern. Bevor Yvo die Band verlassen hat, hatte er beim Songwriting und Texten schon seinen Teil beigetragen, so dass also sein Weggang schon die Arbeitsweise verändert. Jetzt beruhen alle Songs und Texte auf Ideen von Willem – das hat sich auf jeden Fall verändert. Mit Tom und Tim hatten wir mehr Möglichkeiten, melodischen Gesang einzubringen, was natürlich unseren Sound beeinflusst hat. Wer weiß schon, was der neue Typ oder das neue Mädchen bringt – wir sind selbst ganz schön neugierig!Gerade erst habt ihr ein neues Album mit dem Titel „Start From Scratch!“ herausgebracht. Ich habe hier und da einige Reviews gelesen und die waren durchweg positiv. Seid ihr zufrieden mit der neuen Platte und was glaubt ihr, wie sie von den Hörern aufgenommen wird?Riekus: Du hast aber nicht die Besprechung gefunden, in der wir eine „zweitklassige Version von PENNYWISE“ genannt werden, oder die, in der steht: „Einflüsse von PAPA ROACH“, oder? Ich bin total zufrieden damit, wie die Platte letztendlich geworden ist. Ich denke, dass die Songs um einiges strukturierter und auch dynamischer sind. Außerdem ist der Sound viel raffinierter als auf dem letzten Album. Bis jetzt waren die Reviews und Reaktionen auf die neuen Songs bei Shows aber sehr nett und herzlich. Im Großen und Ganzen hat uns dieses Album mehr Publicity gebracht als jemals zuvor. Seitdem es erschienen ist, spielen wir größere Shows und Touren und ich schätze, dass das auch zum Teil darauf zurückzuführen ist, wie das Album beim Publikum ankommt.Ihr spielt ja nun echt viel, absolviert jedes Jahr mehrere Touren, wenn ich da richtig informiert bin. Wie macht ihr das? Wie schafft ihr es, eure Rechnungen zu bezahlen?Riekus: Oh ja, wir spielen wirklich viel, in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt 100 Shows pro Jahr, die meisten davon im Ausland. Wie wir das machen? Wir mussten alles so organisieren, dass es uns erlaubt, sehr oft weg von zu Hause zu sein. Das bedeutet, dass wir nie in einer Festanstellung arbeiten können und jegliches soziales Leben vernachlässigen müssen. Wir verpassen Hochzeiten und Geburtstage von Freunden und investieren einen Haufen Zeit in die Band. Aber wir freuen uns natürlich riesig, dass wir ein paar Labels gefunden haben, die unsere Musik in ganz Europa, den USA und Russland veröffentlichen und promoten. Sie ebnen uns den Weg, in diesen Länder zu spielen. Aber weil man mit Punkrock nicht wirklich seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, versuchen wir zu Hause so viel wie möglich zu arbeiten und so billig wie nur möglich zu leben. Willem hat Gelegenheitsjobs als Gitarrenlehrer, Fahrer oder in der Pflege. Ich bin Teilhaber einer Software-Firma zusammen mit früheren Studienkollegen, also bin ich mein eigener Boss und kann mehr oder weniger selbst entscheiden, wo und wann ich arbeite. Meine Partner unterstützen mich aber sehr und sind sehr flexibel, was meinen Tourplan angeht.Ich weiß mittlerweile, dass eine ANTILLECTUAL Tour ein bisschen anders ist als beispielsweise eine „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“-Tour mit MÖTLEY CRÜE, deshalb bin ich neugierig, wie eure Art von Tour aussieht. Was ist eurer Meinung nach das Beste daran?Riekus: Ich bin mir gar nicht sicher, ob wir so was wie eine Philosophie des Tourens überhaupt haben, aber wir achten auf jeden Fall darauf, dass wir gesund und in Form bleiben, um den jetzigen Standard beibehalten zu können. Richtig besoffen sein und jede Nacht Partys sind also nicht unbedingt Teil unseres Tourlebens. Das bedeutet ja nicht, dass wir total langweilige Einsiedler sind, die ihre ganze Zeit nur fahren oder schlafen. Wir versuchen einfach, das so in Balance zu halten, dass wir in der Lage sind, 100 gute Shows im Jahr zu spielen.Willem: Touren ist für uns eher ein ernsthafter Job, keine Auszeit von unseren eigentlichen Jobs – also nicht der sorglose Urlaub, wie vermutlich für viele andere. Wir nehmen die Band sehr ernst und auch die Zeit, die sie in Anspruch nimmt, und wir wollen das Beste aus ihr rausholen – für uns und für die Leute, die kommen und sich unsere Shows ansehen.Riekus: Guter Schlaf und nicht jeden Tag neun Stunden unterwegs zu sein helfen da viel. Ich würde sagen, das Beste am Touren ist, neue Leute kennen zu lernen und für ein neues Publikum zu spielen, ebenso wie Freunde wieder zu treffen, die wir im Laufe der Zeit gewonnen haben. Daneben geht ein Großteil der Zeit auf Tour dafür drauf, die anfallende Arbeit zu erledigen: neue Touren buchen, Merchandise bestellen, Interviewfragen beantworten uns all das. Und wir lesen auch viel, schauen viel aus dem Fenster und staunen, wie die Landschaften an uns vorbeifliegen.Vor ungefähr drei Jahren wurden wir eingeladen, um bei der Release-Show von eurem Album „Testimony“ zu spielen. Das war ein großartiger Abend und sowohl unser als auch euer Auftritt war sehr cool und auch das Publikum reagierte extrem gut. Allerdings haben wir danach nicht viel häufiger zusammen gespielt, vielleicht ein oder zwei Mal in den letzten Jahren. Glaubst du, obwohl die Release-Show ja bewiesen hat, dass das Publikum die Kombination gut aufgenommen hat, dass es gewisse Unterschiede zwischen unseren Bands gibt und dementsprechend auch Unterschiede zwischen unseren Zuhörern, die dazu führen, dass wir nicht öfter zusammen spielen? Könnte es dabei vielleicht auch auf das jeweilige Land ankommen?Riekus: Das war eine fantastische Show für alle Beteiligten und ich glaube, dass bei unserem Publikum mehr Überschneidungen gibt, als wir selbst denken. Ich habe wirklich keine Ahnung, warum wir nicht viel öfter miteinander spielen. Vielleicht sind wir zu stur und zu D.I.Y., um öfter mit anderen Bands zusammenzuarbeiten. Das wäre aber seltsam, weil wir mit vielen fremden Bands zusammenarbeiten und ihnen bei Touren und Shows aushelfen. Klar sind wir vom Musikstil her ein bisschen unterschiedlich, aber trotzdem finde ich, dass die besten Shows die sind, bei denen die Bands sich auch ein bisschen unterscheiden. Dass geografische Gründe eine Rolle spielen. glaube ich nicht. Soweit ich weiß, seid ihr oft in Deutschland und habt auch weiter im Osten viele Fans. Das sind auch Regionen, in denen wir immer gerne gespielt haben. Nur ob die Leute daran interessiert wären, uns zusammen zu sehen, kann ich nicht beurteilen. Falls GEWAPEND BETON es gut fänden, mit einem Haufen nicht feiernder „27 ’til we die“-Einsiedlern zu touren, haha! Wer weiß, vielleicht hat das Ox dieses Interview angesetzt, um uns einander näher zu bringen.Ihr hattet schon einige wirklich coole Touren durch die ganze Welt und seid Vorband für verschiedene größere Bands gewesen, wie zum Beispiel RISE AGAINST, HOT WATER MUSIC, THE GASLIGHT ANTHEM oder PROPAGANDHI. Wenn es die Möglichkeit gäbe, eine Show oder sogar eine Tour mit einer Band, oder auch einem Package oder Line-up eurer Wahl zu spielen, wie sähe das aus?Riekus: Nachdem wir mit BOYSETSFIRE getourt sind und erst kürzlich für RISE AGAINST in Düsseldorf als Support gespielt haben, würde ich die Latte gerne ein bisschen höher legen. Ein Paket mit den FOO FIGHTERS, A DEATH IN THE FAMILY und uns wäre ein großartiger nächster Schritt, haha. Also realistisch gesehen wäre eine ganze Tour mit einer Band wie PROPAGANDHI auch die Erfüllung eines Traums.
 

Reviews

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #105 / Robert Meusel

Future History

ANTILLECTUAL aus Nijmegen wüten stilistisch im Epitaph-Regal der Neunziger, aber das mit einer herrlich heiseren Stimme und „erwachsenen“ Inhalten. Zeitweise erinnert mich der Sound an die ebenfalls niederländischen COOPER.Die vier abwechslungsreichen Songs kommen in einem schicken Retro-SciFi-Artwork.

 

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #109 / Robert Meusel

Perspectives & Objectives

Nach der „Future History“-EP folgt nun das neue Album des Nijmeger Trios. Die melancholisch erwachsene Stimmung der gelungenen EP wird hier glücklicherweise auf Albumlänge ausgelebt. Egal, ob nun der Umgang mit Homosexualität, die Frauenquote in Punkbands oder klassische Themen wie Politik, Leben, Liebe, Tod kritisch besungen werden, ANTILLECTUAL geben sich stets als die Bildungsbürger des Punk, ohne aber zu belehrend und monoton zu sein.Rein stilistisch kann man ANTILLECTUAL als eine aus dem Skatepunk herausgewachsene Rockband bezeichnen. Die Wurzeln nicht verleugnend, wird die klassische Gitarre-Schlagzeug-Bass-Instrumentierung dezent durch Streicher, Klavier und Orgel unterstützt, während das Tempo meist moderat bleibt.Zwischendurch aber wird dieser rockige Grundton immer wieder von Songs aufgelockert, die mit Highspeed einen gepflegten Circle Pit anzustacheln wissen. Insgesamt ist „Perspectives & Objectives“ eine authentische, grundsolide Rock-Platte für alle Frauen und Männer, die in den Neunzigern mit Epitaph, Burning Heart oder Bad Taste aufgewachsen sind und nun als „Erwachsene“ ihre Runden auf dem Skateboard im heimischen Wohnzimmer mit einem Glas Rotwein in der Hand drehen.(Diese Band war auf der Ox-CD #109 zu hören.)

 

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #87 / Sebastian Banse

Pull The Plug

Der Name deutet es bereits an: Anders als die bisherigen Veröffentlichungen von ANTILLECTUAL ist diese 7“ rein akustisch und zeigt die Band von einer neuen Seite. Herrschte bisher melodischer, stark von PROPAGANDHI und RISE AGAINST beeinflusster Punkrock vor, beweisen ANTILLECTUAL hier, dass ihre Songs auch auf das Wesentliche reduziert funktionieren und durchaus zu gefallen wissen.Zwei alte, zwei neue Songs, bei denen dem mittlerweile unverkennbar-typischen Gesang von Sänger Willem wesentlich mehr Raum gewährt wird als in ihrem normalen Punkrock-Kontext. Nicht zuletzt dieser Umstand macht diese 7“ zu einer lohnenswerten Anschaffung, die die Wartezeit bis zum nächsten regulären Album verkürzt, ohne dabei Lückenfüller zu sein.

 

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #59 / Paul Tackenberg

Silencing Civilization CD

Vor etwas mehr als zehn Jahren veröffentlichten PROPAGANDHI mit ihrer Scheibe "Less Talk, More Rock" einen absoluten Meilenstein in Sachen politischen Melodycore. Heute versuchen ANTILLECTUAL dem nachzueifern und fallen dabei voll auf die Schnauze. Hier werden total platt und ohne Tiefgang Themen wie Homosexualität, Politik, Soziales und natürlich die bösen Kapitalisten angegangen. Das Trio aus der Nähe von Nijmegen bedient sich dabei aus der musikalischen Trickkiste von HOT WATER MUSIC, PROPAGANDHI und GOOD RIDDANCE, um mal ein paar zu nennen. Das Geld, das für diese CD (kommt im edlen Pappklappcover) ausgegeben wurde, wird eh nie wieder reingeholt und hätte besser gespendet werden sollen. (27:51) (02/10)

 

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #83 / Sebastian Banse

Silencing Civilization

Kein neues Album, sondern eine Wiederveröffentlichung des Debüts von 2005 der Band aus Nijmegen, Niederlande. Im Gegensatz zum aktuellen Album „Testimony" klingt „Silencing ..." roher und verspielter oder, je nach Sichtweise, auch unausgereifter.Musikalisch waren auch hier schon PROPAGANDHI, RISE AGAINST und STRIKE ANYWHERE die großen Wegweiser, an der Umsetzung hat es aber noch gehapert. Textlich wird die große Polit-Keule geschwungen, was leider ziemlich panne beziehungsweise platt wirkt.Die Message ist die Gleiche, damals wie heute, auf „Testimony" allerdings wesentlich besser verpackt. Für Fans dennoch interessant.

 

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #93 / Sebastian Banse

Start From Scratch!

Dass das dritte Album des Trios aus Nijmegen als Kollaboration von zehn Labels veröffentlicht wird, ist vielleicht ein kleines Indiz dafür, welchen Stellenwert ANTILLECTUAL mittlerweile haben. Mussten sie sich lange den Vergleich mit PROPAGANDHI und RISE AGAINST oder STRIKE ANYWHERE gefallen lassen, haben sie sich mit ihrem Mix aus melodischem California-Punk und emotionalem Hardcore ihren eigenen Platz in diesem Genre erspielt.Große Kursänderungen haben seit dem Vorgänger „Testimony“ nicht stattgefunden, statt dessen perfektionieren ANTILLECTUAL auf Start From Scratch ihr Gespür für Melodien und mitreißenden Gesangslinien.Natürlich fehlen auch die gewohnt politischen Texte inklusive Anmerkungen nicht. Leider fehlt mir hier der Rotz, der mir noch auf „Testimony“ so gut gefallen hat. Etwas sehr glattgebügelt fehlt den Liedern ein wenig der Biss.Im direkten Vergleich macht der Vorgänger das Rennen, aber nur mit wenig Vorsprung.

 

ANTILLECTUAL

© Ox Fanzine #78 / Sebastian Banse

Testimony

"Testimony" ist bereits das zweite Album von ANTILLECTUAL aus Nijmegen, Niederlande, und wenn das erste Album auch nur ansatzweise so cool war, wie "Testimony", dann habe zumindest ich echt was verpasst. Schon nach den ersten paar Minuten habe ich mich mindestens zehn, zwölf Jahre zurück versetzt gefühlt, direkt in die beste Zeit, die California-Melodic-Punk je gehabt hat. Natürlich ist dieses Album in ein frisches Soundgewand gehüllt, transportiert aber immer noch den gleichen Spirit. Und so klingt "Testimony" auch nicht selten nach der letzten PROPAGANDHI (allerdings ohne die Metal-Lastigkeit), ein bisschen nach STRIKE ANYWHERE oder RISE AGAINST, nur ein wenig rotziger. Eigentlich genug, um ein wirklich gutes Album zu sein, dazu kommen aber noch die sehr guten Texte mit jeweils zusätzlichen Anmerkungen. Hier stimmt also alles, mal abgesehen davon, dass sich die Lieder teilweise ein bisschen sehr ähneln, trotzdem wird "Testimony" auch noch ein bisschen länger im Player bleiben. (7)

 

Konzert

Event Foto

GURR

Mai.
5
2016